Duell mit Bayern naht: RB Leipzig will nach dem Rückschlag gegen Ingolstadt eine neue Serie starten
Publiziert 15/12/2016 um 10:57 GMT+1 Uhr
RB Leipzig hat Blut geleckt und will durch einen Sieg gegen Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker) unbedingt ein spannendes Jahres-Finale gegen den FC Bayern erzwingen. Trainer Ralph Hasenhüttl tüftelt mit seiner Mannschaft hinter verschlossenen Türen an seinem Masterplan. Die Kernthese darin soll den Aufsteiger vom stetig ansteigenden Druck befreien.
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Es war eine solide Weihnachtsfeier am Montag bei RB Leipzig in der Kongresshalle am Zoo. Ein paar nette Worte, gutes Essen, Lächeln, Fotos. Und dann wieder Fokus.
Hinter größtenteils verschlossenen Türen läuft die Vorbereitung auf die beiden letzten Spiele in diesem erfolgreichen Jahr 2016. Am Wochenende kommt Hertha BSC, dann geht es zum FC Bayern in die Allianz Arena. Nur zu gerne würde der freche Aufsteiger als Tabellenführer in die Rückrunde gehen.
Auch wenn die Verantwortlichen einen Teufel tun würden und es zugeben: Gefallen hat es ihnen da ganz oben schon sehr gut.
Dementsprechend groß war auch der Frust nach der ersten Saisonniederlage beim Kellerkind FC Ingolstadt am vergangenen Spieltag. Vor allem Trainer Ralph Hasenhüttl war der Ärger deutlich anzusehen.
"Unsere Sinne sind jetzt geschärft"
Mit ein paar Nächten Abstand hat er sich allerdings wieder besonnen und blickt kämpferisch nach vorne, er sieht den Rückschlag, der seiner Meinung nach irgendwann kommen musste, als lehrreich.
"Unsere Sinne sind jetzt geschärft, der Druck ist weg. Wir haben jetzt das Ziel, eine neue Serie zu starten, obwohl die nächsten Aufgaben nicht so einfach sind."
Komplett weg kann der Druck aufgrund der grundsätzlich hohen Ansprüche im Verein natürlich nie sein. Vielmehr geht es darum, den jungen Spielern das Gefühl von Leichtigkeit zu vermitteln.
Direkt nach der Winterpause erwartet den mit den Bayern punktgleichen Zweiten mit Duellen gegen Eintracht Frankfurt (5.), 1899 Hoffenheim (4.) und Vizemeister Borussia Dortmund (6.) ein knackiges Programm. "Es ist die Phase, in der wir sehen werden, wie gut wir wirklich sind und wo wir uns einordnen können. Wir wissen danach bestimmt, wo die Reise hingeht. Fakt ist aber jetzt schon, dass wir nicht so schlecht überwintern werden. Egal, was in den letzten beiden Spielen passiert", weiß Hasenhüttl.
Die entscheidende Frage ist: Lernt Leipzig schnell genug, auch mit Rückschlägen umzugehen? Das könnte ein wichtiges Kriterium dafür sein, ob es RB schon in dieser Saison gelingt, bis zum Ende oben dabei zu bleiben. Fußballerisch haben sie ihre Qualität zur Genüge unter Beweis gestellt, jetzt braucht es auch unerschütterliche Sieger-Mentalität.
Stabilisierung des Defensivverbunds
"Wir versuchen mit Siegen und Niederlagen gleich umzugehen, wir bewerten sie nicht über", erklärt Hasenhüttl und hebt gleichzeitig das Positive hervor: "Wir brauchen uns nicht dafür zu schämen, dass wir den Startrekord als Aufsteiger nur auf 13 und nicht auf 14 Spiele ohne Niederlage gestellt haben. Ich habe schon von schlimmeren Dingen gehört."
Was er intern proklamierte, verriet Verteidiger Willi Orban am Rande der Weihnachtsfeier: "Der Coach hat uns verdeutlicht, dass es für uns keine Niederlagen gibt. Damit meinte er, dass wir aus jedem Spiel lernen - egal ob es ein positives oder ein negatives Resultat gab. Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen."
Immerhin wird sich bis zum Spiel gegen Bayern die Personallage wieder verbessern. Gegen Ingolstadt musste RB auf die Defensivspezialisten Bernardo, Marvin Compper und Lukas Klostermann (alle verletzt) verzichten. Die Folge: Die Automatismen waren nicht mehr da, die Abwehr wackelte. Die Stabilisierung des Defensivverbunds wird deshalb in dieser Woche höchste Priorität haben. Und Bernardo und Compper werden wohl in Kürze voll belastbar sein. Auch die zuletzt etwas schwache Energie beim Spiel gegen den Ball soll wieder gestärkt werden.
"Der Coach hat gesagt, dass wir eine Reaktion zeigen müssen. Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen", kündigte Orban an.
Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist, ist bekannt. Nach der überraschenden Pokalpleite in Runde eins bei Zweitligist Dynamo Dresden preschten die "Bullen" bis an die Spitze vor. Frust kann sich also durchaus in Trotz und Erfolg umwandeln...
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