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Eurosport-Check zum Bundesligastart - Darmstadt 98: Mit "Hurra" gegen den Abstieg
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Publiziert 17/08/2016 um 17:32 GMT+2 Uhr
Ein Aufsteiger, mit lächerlich kleinem Etat, einem Kader mit teils gescheiterten Profis und als chancenlos eingestuft, zeigt allen den fußballerischen Mittelfinger und hält sensationell die Klasse. Darmstadt 98 bot in der Vorsaison ein modernes Fußball-Märchen. Doch Protagonisten wie Sandro Wagner haben den Klub verlassen, die Suche nach neuen läuft nur schleppend. Der Saisoncheck von Eurosport.
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Die wichtigsten Veränderungen
Die Macht der Großen bekam Darmstadt bitter zu spüren. Mit mehr Geld und besseren Aussichten wurde ein Großteil der wichtigsten Akteure der vergangenen Spielzeit weggelockt, allen voran Trainer Dirk Schuster, der den nächsten Karriereschritt beim FC Augsburg wagte. In der Mannschaft waren die Einschnitte kaum kleiner: Leistungsträger wie Torjäger Sandro Wagner (TSG Hoffenheim), Torwart Christian Mathenia (Hamburger SV), Konstantin Rausch (1. FC Köln), Tobias Kempe (1. FC Nürnberg) sowie die Verteidiger Luca Caldirola (Leihende, Werder Bremen) und Slobodan Rajkovic (US Palermo) nutzen die Vorsaison zum Absprung.
Ihre Abgänge spülten allerdings nur rund fünf Millionen Euro in die Kassen - und machten die Suche nach Verstärkung für den neuen Sportlichen Leiter Holger Fach nicht einfacher. Auf der Trainerposition konnte er zumindest zügig Norbert Meier als Nachfolger präsentieren. Die Neuzugänge in der Mannschaft sind aber überschaubar. Verteidiger Immanuel Höhn (SC Freiburg), die beiden Ukrainer Artem Fedetsky (FC Dnipro) und Denys Oliynyk (Vitesse Arnheim) sowie die Leihgaben Laszlo Kleinheisler (Werder Bremen), Antonio-Mirko Colak (TSG Hoffenheim) und Sven Schipplock (Hamburger SV) sind bislang die Neuen. Schipplock konnte sich immerhin in der Vorbereitung noch als bester Torschütze des HSV auszeichnen.
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Einer blieb Darmstadt allerdings treu. Aytac Sulu steht wie kein zweiter Spieler für den Aufstieg des Vereins. Eigentlich zu einer Karriere auf Drittliga-Niveau verdonnert, war der 30-Jährige bei Darmstadt zur richtigen Zeit am richtigen Ort und erlebte den Durchmarsch aus der Drittklassigkeit bis in die Bundesliga mit. Und legte jedes Mal er wie der Verein eine Schippe drauf. In der abgelaufenen Saison gehörte der Kapitän der "Lilien" zu den besten und torgefährlichsten (7 Treffer) Verteidigern der Liga. Nun muss er die nächste Herausforderung mit dem Verein meistern.
So lief die Vorbereitung
Die Bedingungen waren nicht optimal. Nur 19 Spieler standen Meier beim Trainingsauftakt zur Verfügung. An den Darmstädter-Erfolgstugenden wie Kampf, Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit kam auch der neue Trainer nicht vorbei. Dennoch versuchte er verstärkt, spielerische Komponenten und mehr Ballbesitz in die Vorbereitung einfließen zu lassen. Die aussagekräftigen Testspiele gegen den FSV Frankfurt (2:1), SC Freiburg (1:3) und den spanischen Erstligisten UD Las Palmas (1:1) ließen jedoch viel Luft nach oben. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Mannschaft aufgrund der zahlreichen Neuzugänge noch finden muss. Auch in der Torwartfrage zwischen den beiden Neuzugängen Michael Esser (Sturm Graz) und Daniel Heuer Fernandes (SC Paderborn) gab es noch keine abschließende Entscheidung.
Wo könnte es Probleme geben?
Darmstadt hat gleich ein ganzes Paket an Baustellen. Viele Leistungsträger sind weg, neue noch nicht gefunden. In der jetzigen Form wirkt der Kader kaum konkurrenzfähig. Besonders ein Spieler wie Wagner fehlt, der vorne Bälle festmacht, Gegner auf sich zieht und ständiger Unruheherd ist. Die Hoffenheimer-Leihgabe Colak verfügt zumindest physisch über ähnliche Anlagen wie Wagner, jedoch bei weitem nicht über dessen Spiel-Präsenz. Zum anderen wird der endgültige Kader erst sehr spät stehen - was weitere Probleme hinsichtlich der Vorbereitung mit sich bringt. Allerdings waren die Schwierigkeiten im Vorjahr dieselben – mit bekanntem Ausgang.
Die beste Elf
Die Eurosport-Prognose
Für Darmstadt geht es nur um den Klassenerhalt. Und selbst dieses Ziel ist unter den Voraussetzungen ein gewaltiges Unterfangen. Für Norbert Meier ein Drahtseilakt, denn die Qualität im Kader hat deutlich abgenommen und gerade in der Offensive sind die Lücken unübersehbar. Auch die Neuzugänge bieten bislang keine Garantie auf echte Verstärkung. Erschwerend hinzu kommt, dass die "Lilien" in dieser Saison keiner mehr unterschätzen wird. Das Märchen scheint zu Ende erzählt.
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