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Eurosport-Check zum Bundesligastart - Hamburger SV: Mit allen Möglichkeiten - nach unten und oben
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Publiziert 19/08/2016 um 13:40 GMT+2 Uhr
Ungewöhnlich sorgenfrei verlief die Vorsaison für den Hamburger SV. Statt einer "Last-Minute-Rettung" landete der HSV im ruhigen Mittelfeld. In Hamburg träumen die dennoch von mehr – besonders zur neuen Saison. Der Verein zeigte sich umtriebig, wie lange nicht mehr auf dem Transfermarkt und hob die Erwartungshaltung. Das lag vor allem an einer Person. Der Saisoncheck von Eurosport.
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Die wichtigsten Veränderungen
Edelfan und Vereinsgönner Klaus-Michael Kühne zeigte sich über den Sommer mal wieder von seiner spendablen Seite, nahm den Vorstandvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer an die Hand und finanzierte dem HSV eine Shoppingtour. Herauskamen aufsehenerregende Neuverpflichtungen wie Labaddias Wunschspieler Filip Kostic (14 Millionen Euro, VfB Stuttgart) und Alen Halilovic (5,5 Millionen Euro, FC Barcelona), die mit ihren Fähigkeiten sowohl die Flügel als auch das Zentrum spielerisch und vom Tempo deutlich aufwerten sollen. Etwas kleiner fiel der finanzielle Aufwand für Stürmer Bobby Wood (Union Berlin) und Luca Waldschmidt (Eintracht Frankfurt) aus, die in der Offensive den Konkurrenzkampf anheizen. Als neuer Nummer zwei hinter René Adler kam Christian Mathenia (Darmstadt 98) nach Hamburg.
Bei den Abgängen trennte sich der HSV von einigen Altlasten: Jaroslav Drobny (Werder Bremen) musste den Verein ebenso verlassen, wie Ivo Ilicevic, Artjoms Rudnevs (Köln), Gojko Kacar (Augsburg) und Ivica Olic (1860 München). Mittelfeldtalent Kerem Demirbay wurde außerdem nach etlichen Ausleihen endgültig an die TSG Hoffenheim abgegeben, Sven Schipplock für ein Jahr an Darmstadt 98 ausgeliehen. Finanziell ging der HSV damit ins Risiko: Nur zwei Millionen Euro an Ablöseeinnahmen standen 26 Millionen an Ausgaben für neue Spieler gegenüber.
Wer steht im Fokus?
Mit dem Transfer von Halilovic sind viele Hoffnungen verbunden. Der Kroate gilt als hervorragender Techniker, Spielmacher und wurde gar als "Mini-Messi" gefeiert. Mit seinen Fähigkeiten kann er langfristig ein Gewinn für die Mannschaft werden. Seine Zeit beim HSV begann jedoch im Disput mit Trainer Bruno Labbadia. Halilovic sieht sich als Zehner hinter den Spitzen, Labbadia will ihn aufgrund der Konkurrenz im Zentrum mit Hunt und Gregoritsch lieber auf dem rechten Flügel sehen. Ein Missverständnis, das schnell zur Belastung werden könnte.
So lief die Vorbereitung
Nur eine Niederlage gegen den VfL Bochum (0:1) kassierte der HSV während der Vorbereitung. Die Neuzugänge konnten gut integriert werden und vor allem in der Offensive ließ der HSV deutliche Verbesserungen zur Vorsaison durchblicken: schneller, direkter, variabler. In der Defensive musste Labaddia allerdings den Ausfall von Emir Spahic hinnehmen, der sich einen Augenhöhlenbruch zuzog. Er wird den Saisonstart voraussichtlich ebenso verpassen wie Lewis Holtby (Schlüsselbeinbruch).
Wo könnte es Probleme geben?
Mit nur drei Innenverteidigern um Johan Djourou, Cleber und dem derzeit verletzten Spahic herrscht ein wenig Personalnot im Abwehrverbund. Ein Ständiges Problem sind darüber hinaus die externen und oft unrealistischen Erwartungen. Der Druck und das Umfeld in Hamburg sind nicht zu unterschätzen. Die teuren und vermeintlich guten Transfers haben Hoffnungen entfacht, die den HSV bereits wieder auf Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen sehen. Wird die Mannschaften diesen Erwartungen nicht gerecht, ist die angedichtete Krise aus dem Umfeld nicht weit. Das kann eine ganze Saison hemmen.
Die beste Elf
Die Eurosport-Prognose
Zwei Szenarien sind denkbar. Die Neuzugänge schlagen ein, die Defensive funktioniert und die Mannschaft entwickelt die zuletzt fehlende Konstanz, dann ist der HSV sogar in Nähe der internationalen Plätze einzuordnen. Auf der anderen Seite ist der Verein ein Pulverfass. Können die Neuen nicht wie erhofft in die Mannschaft integriert werden und bleiben weitere Leistungsträger hinter den Erwartungen, kann es im ungeduldigen Hamburger-Umfeld auch schnell in die andere Richtung gehen. Der HSV bleibt eine Wundertüte - mit allen Möglichkeiten nach oben und nach unten.
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