RB Leipzig hat sich als Aufsteiger für die Champions League qualifiziert

Bei Ralph Hasenhüttl kullerten die Freudentränen, bei seinen Spielern floss erst der Champagner, dann wurde bis zum Morgen gefeiert. Der erstmalige Einzug in die Champions League hat den Aufsteiger RB Leipzig in Ekstase versetzt - nach einer einmaligen Partynacht gab Hasenhüttl drei Tage frei. Sportdirektor Ralf Rangnick sprach von einem "historischen Erfolg", der "schwer in Worte zu fassen" sei.

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"Diese Mannschaft hat so viel geleistet, dass es einfach dazugehört, dass man solche Erfolge auch feiert und es genießt", sagte der Trainer nach dem souveränen 4:1 (1:0) bei Hertha BSC:
Hasenhüttl sprach von einem "Wunder". 2013 spielte der finanzkräftige Emporkömmling noch in der Regionalliga, nun sind sie in der Königsklasse angekommen. "Der eine oder andere Spieler hat in der vierten Liga noch gegen Meuselwitz gespielt, jetzt geht es nach Madrid oder so", sagte Verteidiger Marvin Compper und ergänzte:
Vor dem Auswärtsblock im Olympiastadion tanzten die Leipziger Profis um ihre Doppeltorschützen Timo Werner (12./54.) und Davie Selke (89./90.+2), mehr als 10.000 mitgereiste Fans jubelten mit. Anschließend wurde erst in der Kabine, dann im Bus auf der A9 und anschließend im Leipziger Nachtclub L1 "die Nacht zum Tag gemacht", wie Rangnick sagte:
Deswegen bleibt das sündhaft teure Trainingszentrum am Cottaweg in den nächsten Tagen verwaist. Hasenhüttl strich sowohl das Auslaufen am Sonntag als auch die Einheiten am Dienstag, nur acht Jahre nach der Vereinsgründung ist ein wichtiges Zwischenziel endlich erreicht. "Mittwochnachmittag ist ein guter Termin, um wieder anzufangen", sagte der Österreicher. Erst dann wird die Vorbereitung auf das letzte Heimspiel gegen Meister Bayern München am Samstag beginnen.

Leipzig auf Rekordjagd

Leipzig will den zweiten Tabellenplatz verteidigen und sicherte sich auf dem Weg dorthin den nächsten Rekord. Als erste Mannschaft nach Bayern München (1965/66) feierten sie als Aufsteiger 20 Saisonsiege und können sogar noch den Aufsteiger-Punkterekord des 1. FC Kaiserslautern (68) knacken. Dazu fehlen in den beiden verbleibenden Spielen lediglich zwei Punkte.
Die Weichen für die Zukunft werden bereits gestellt. "Jetzt können wir endgültig planen, das ist natürlich ein super Gefühl", sagte Rangnick, der an der bisherigen Transferpolitik festhalten will. "Wir werden keine bekannten, teuren Stars einkaufen, sondern wir werden unserer Linie treu bleiben und junge, hochbegabte Spieler holen", sagte er im "ZDF-Sportstudio".
Auf diese Weise überrollte der Klub die Bundesliga und begeisterte mit attraktivem Offensiv-Fußball. Obwohl RB als vermeintlichem Plastikklub eines österreichischen Milliardärs weiter Hass entgegenschlägt, will sich in Leipzig niemand vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen. "Es ist ein Privileg, sich jetzt mit den Besten Europas messen zu dürfen. Das haben wir uns hart erarbeitet", sagte Kapitän Diego Demme.
Mehrfach gab es zuletzt Diskussionen über vermeintliche Probleme beim Champions-League-Startrecht, da Red Bull als Geldgeber auch in Salzburg aktiv ist. Laut UEFA-Regularien ist das so nicht gestattet, Rangnick bleibt trotzdem gelassen. "Bei uns im Verein wird seit Monaten mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Bedingungen zu erfüllen", sagte er: "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen."
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