Sokratis, Reus, Schürrle: Probleme über Probleme für Tuchels Borussia Dortmund

Für Borussia Dortmund läuft in der Vorbereitung auf die Rückrunde nicht viel nach Plan. Eigentlich sollte die taumelnde Star-Truppe auf Kurs gebracht, Verletzungen auskuriert und Automatismen geschaffen werden. Doch auf jede Verbesserung folgt sogleich ein Rückschlag. Auch wenn die Testspielergebnisse stimmen, schlägt BVB-Trainer Thomas Tuchel Alarm.

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Borussia Dortmund hat auch das zweite Testspiel im Rahmen seines Trainingslagers in Marbella gewonnen. Nach dem 4:1 gegen die PSV Eindhoven schlug der Vizemeister auch Standard Lüttich mit 3:0. So weit, so gut.
Das Ergebnis könnte nebensächlicher aber nicht sein. BVB-Trainer Thomas Tuchel war unmittelbar nach Schlusspfiff so gar nicht nach Euphorie zu Mute, hatten sich doch schon vor und während der eher unspektakulären 90 Minuten neue Probleme angehäuft.
Abwehrchef Sokratis wurde in der ersten Halbzeit angeschlagen ausgewechselt. Der Grieche verletzte sich nach einem Zweikampf am linken Sprunggelenk und konnte wegen großer Schmerzen nicht weiterspielen. "Ich fürchte, dass das eine alte Sache im Sprunggelenk ist", sagte Tuchel, der vor den anwesenden Journalisten nicht eben einen zuversichtlichen Eindruck vermittelte.

Schon sieben Verletzte im Trainingslager

Anstatt das Lazarett langsam aber sicher zu leeren, füllt sich das schwarz-gelbe Krankenlager bereits wieder. Sokratis ist schon der siebte Verletzte in der Vorbereitung.
Tuchel musste verletzungsbedingt auf Mario Götze (Blockade der Wirbelsäule), Sven Bender (Schlag auf Fuß), Nuri Sahin (Aufbautraining), Sebastian Rode (Sprunggelenksprobleme) und Ousmane Dembele (Sehnenreizung) verzichten. Dazu kommt nun auch Sokratis.
Schon vor dem Spiel hatte Marco Reus nur limitiert trainieren können. Beim so oft verletzten Nationalspieler wird ganz genau hingeschaut. Aktuell plagen ihn Probleme "in der Muskelkette zu den Adduktoren", so Tuchel. Der Trainer erkundigte sich deshalb persönlich bei Reus.
"Ich habe ihn gestern gefragt, ob ich mir Sorgen machen muss, er hat nein gesagt", so Tuchel.
Echte Zuversicht klingt anders.

Tuchel spricht Klartext - und klingt verzweifelt

Verdenken kann Tuchel die unterschwellige Schwarzmalerei aber wohl keiner. Gegenüber "Spox" ließ der 43-Jährige seinen Gedanken freien Lauf.
"Wir sind in einem fortwährenden Entwicklungsprozess, der mit jeder Trainingseinheit ständig zurückgeworfen wird, in der wir nicht komplett sind", sagte er. "Das ist eine große Beeinträchtigung. Ich habe das Gefühl, dass uns das eventuell durch die ganze Saison begleiten wird."
Beim BVB wächst die Frustration über die nicht enden wollende Verletzungsmisere, die im Endeffekt die ausgegebenen Saisonziele (direkte Qualifikation für die Champions League) gefährden könnte. Die Borussia überwintert nach holprigen ersten 16 Spieltagen auf Rang sechs, fernab der eigenen Ansprüche. Tuchel sagt:
Er habe es "bis vor ein paar Tagen nicht für möglich gehalten, dass wir aus den vielen Spielern und dem großen Konkurrenzkampf sofort im zweiten Testspiel wieder mit all unseren A-Jugendlichen spielen müssen", beschreibt Tuchel das Dilemma, das sich ihm vor dem Spiel gegen Lüttich offenbarte.

Gelungenes Guerreiro-Comeback geht unter

Da ging das gelungene Comeback des Portugiesen Raphael Guerreiro fast unter. Nach einer Stunde eingewechselt, erzielte der Europameister zehn Minuten später den Endstand.
Guerreiro hatte fast zwei Monate mit muskulären Problemen zu kämpfen gehabt. Seit einigen Tagen trainiert er wieder mit dem Team und sammelte nun etwas Spielpraxis. Tuchel wird ihn trotzdem weiterhin mit Samthandschuhen anfassen.
Der Trainer ist ein gebranntes Kind.
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