Timo Werner muss mit RB Leipzig beim FC Schalke 04 ran - folgt ein Spießrutenlauf?

Timo Werner hat seit ein paar Monaten Übung darin, Spott und Anfeindungen an sich abprallen zu lassen. Doch am Sonntag (17:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) wird wohl alles noch einen Tick extremer sein. Der Nationalstürmer tritt in der Bundesliga bei Schalke 04 an, und weder Fans noch Spieler der Königsblauen haben Werners Schwalbe aus dem Hinspiel vergessen.

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Dem 21-Jährigen droht ein Spießrutenlauf - und darauf stellt er sich ein. "Am ehesten Grund, sich über mich aufzuregen, haben noch die Schalke-Fans. Da verstehe ich den Ärger auch ein bisschen", sagte Werner im Interview für "Dein Spiegel" und zeigte sich reuig:
Einfluss auf sein Spiel hätten aber weder die Vorgeschichte noch das Verhalten der gegnerischen Fans, betonte Werner:
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl meinte gar, für Werner sei es "ein ganz normales Spiel wie jedes andere".

Werner ist zum Toreschießen da

Das kann man, muss man aber nicht glauben. Sicherlich: Mit 16 Ligatoren und dem Länderspieldebüt im März strotzt Werner nur so vor Selbstbewusstsein, und die Anfeindungen der vergangenen Monate haben ihn abgehärtet. Doch auf Schalke dürfte jeder Ballkontakt von Werner mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitet werden.
"Mit Jubelstürmen sind wir noch nirgends empfangen worden, dementsprechend wird das sicher auch auf Schalke nicht so sein", sagte Hasenhüttl bewusst allgemein gehalten: "Aber ich hatte auch noch nie das Gefühl, dass uns das daran gehindert hätte, eine gute Leistung zu bringen. Also stört uns das nicht." Das gelte auch für Werner:
Trotz der vielen Treffer ist das Image des früheren Stuttgarters noch immer von seiner Schwalbe negativ geprägt. Am jenem 3. Dezember des vergangenen Jahres wird er bei einem Konter leicht von Gegenspieler Naldo an der Schulter gezupft. Doch Werner fällt erst später, als er sich den Ball zu weit an Torhüter Ralf Fährmann vorbei legt. Ohne, dass Fährmann ihn berührt hätte.

Entschuldigung erfolgt später

Ob Werner anschließend tatsächlich bei Schiedsrichter Bastian Dankert klar und deutlich gesagt hat, dass der Schalker Torwart ihn nicht gefoult habe, ist bis heute unklar. Fakt ist: Werner verwandelte den unberechtigten Elfmeter, Leipzig gewann, Werner entschuldigte sich erst einen Tag später - und das auch eher halbherzig.
Seitdem ist Werner bei manchen Fußballfans ein Rotes Tuch, jede umstrittene Aktion wird dem Jung-Nationalspieler negativ ausgelegt. Selbst bei der Darts-WM in London waren beleidigende Sprechchöre über den Aufsteiger der Saison zu hören. Ilkay Gündogan sprang seinem Nationalmannschafts-Kollegen via Twitter zur Seite:
Die Leipziger Verantwortlichen betonen immer wieder, dass andere Spieler in ähnlichen Situationen deutlich weniger am Pranger stünden. Werner muss in diesem Fall wohl auch für die generelle Ablehnung vieler Anhänger gegenüber dem Projekt RB bezahlen.
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