Youngster der Woche: Jeremy Toljan - Dortmunds neuer Defensivallrounder
Nach seinem Wechsel von der TSG 1899 Hoffenheim zu Borussia Dortmund steht Jeremy Toljan im Fokus, wo er laut eigener Aussage gar nicht so gerne steht. Dank seiner Leistungen unter TSG-Trainer Julian Nagelsmann und in der U21 ist dem sprintstarken Defensivmann der endgültige Durchbruch in der Bundesliga gelungen. Nun folgt der Schritt zum BVB, wo er sofort eine wichtige Rolle spielen könnte.
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Borussia Dortmund ist mit der Verpflichtung von Jeremy Toljan ein echter Transfer-Coup gelungen - zumindest auf den ersten Blick. Der 23-Jährige Defensivmann kam für kolportierte 8 Millionen Euro aus Hoffenheim und soll wie in der U21-Nationalmannschaft für Wirbel auf den defensiven Außenbahnen sorgen. Die Chancen auf Einsatzzeit stehen bestens.
Toljan wurde als Sohn einer kroatischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, der noch vor Jeremys Geburt verstarb, geboren. Seine fußballerische Laufbahn startete er beim SV Grün-Weiß Sommerrain, wechselte aber schon mit neun Jahren zum ersten Mal den Verein. Drei Jahre lang schnürte er seine Fußballschuhe für den TSV Steinhaldenfeld, der im berühmten Stuttgarter Stadtteil Cannstatt beheimatet ist, ehe er Talentspähern der Stuttgarter Kickers auffiel.
Auch bei den "Stukis“, wo Toljan vom Angreifer zum Defensivmann umfunktioniert wurde, empfahl er sich bereits nach kurzer Zeit für höhere Aufgaben, was den Verantwortlichen des benachbarten VfB Stuttgart nicht verborgen blieb. Und so sicherte sich der große und ungeliebte Stadtrivale nach nur einer Spielzeit die Dienste des pfeilschnellen Top-Talentes.
Wechsel nach Hoffenheim, VfB hadert
Toljan, zu diesem Zeitpunkt Vize-Europameister mit der U17 des DFB und verheißungsvoller Rohdiamant in der VfB-Jugend, entschloss sich nach drei Jahren im rot-weißen Dress für einen Tapetenwechsel.
Hoffenheim lotste den flexiblen Abwehrspieler 2011 vom Neckar in den beschaulichen Kraichgau. 500 000 Euro legte der Bundesligist damals auf den Tisch. Eine halbe Million für einen 16-Jährigen. Auf der einen Seite Wahnsinn, auf der anderen Seite ein Indiz dafür, welch große Stücke man in Hoffenheim auf Toljan setzte.
Dem VfB passte der erneute Wechsel eines Eigengewächses zu einem direkten Konkurrenten überhaupt nicht. "Ich wollte damals einfach etwas Neues ausprobieren. Und das Gesamtpaket bei Hoffenheim hat mich überzeugt“, erklärte der 21-Jährige im Interview mit "Goal“.
Debüt und lange Leidenszeit
Am 8. Spieltag der Saison 2013/14 feierte Toljan sein Bundesliga-Debüt für 1899. In der gesamten Spielzeit kam der damals 19-Jährige immerhin auf zehn Einsätze in Deutschlands Beletage, musste aber aufgrund fehlender Konstanz immer wieder in der A-Jugend beziehungsweise der Reserve-Mannschaft Erfahrungen sammeln.
In seiner zweiten Saison bei den Profis wollte Toljan dann richtig durchstarten, wurde aber schon im Sommer durch eine hartnäckige Adduktorenverletzung ausgebremst, die ihn über das komplette Jahr begleiten sollte. Lediglich sechs Mal stand der fleißige Dauerläufer auf dem Platz – ein verschenktes Jahr.
Etablierung im Verein und DFB-Team
Das "Seuchenjahr“ 2014 sollte allerdings nur den Aufschub dessen bedeuten, was Experten dem Juwel jahrelang prophezeiten: Der Durchbruch kam. Bei Hoffenheim und in der U21-Auswahl des DFB.
Toljan erzielte am 9. Spieltag der Saison 2015/16 gegen den VfL Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor. Kein Anlass für ihn, in großartige Jubelstürme auszubrechen oder vor der Kamera zu posieren. "Ich muss nicht im Mittelpunkt stehen“, hatte er damals in einem Interview auf der vereinseigenen Webseite gesagt, und ergänzt:
Und diese Arbeit macht er wirklich gut. So gut, dass er sowohl in Hoffenheim als auch in der U21-Nationalmannschaft zum unumstrittenen Stammspieler reifte. Mit dem DFB-Nachwuchs gewann er im Sommer den Europameistertitel, stand in jedem Spiel über die volle Distanz auf dem Platz.
Eine Erfolgsstory, die Sportdirektor Michael Zorc von Borussia Dortmund beeindruckte:
BVB schlägt zu
Die Westfalen schlugen kurz vor Ende der Transferperiode bei Toljan zu und verpflichteten den mittlerweile 23-Jährigen für kolportierte 5 Millionen Euro. Ein Schnäppchen, wenn man die bis zu 147 Millionen Euro, die Ousmane Dembélé einspielen könnte, dagegenhält.
In Dortmund soll der variabel einsetzbare Außenverteidiger Druck auf die etablierten Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer ausüben. Letzterer ist im Moment mit einem Außenbandanriss im Sprunggelenk verhindert – auch Konkurrent Raphaël Guerreiro fällt nach einer Knöchel-OP noch bis mindestens Mitte Oktober aus.
Die Chancen, dass Toljan schnell integriert wird und zu Spielzeit kommt, stehen daher alles andere als schlecht.
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