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3 Dinge, die bei Bayern-BVB auffielen: Von wegen "Klassiker" ...
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Publiziert 31/03/2018 um 21:12 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München zerlegt den einstigen Rivalen Borussia Dortmund bei der eigenen Generalprobe für das Champions-League-Spiel in Sevilla nach allen Regeln der Kunst. Am Ende siegt der Bald-Meister völlig ungefährdet mit 6:0 (5:0). Der Motor des Rekordchampions schnurrt wie ein Kätzchen. Die Borussia gibt dagegen ein bemitleidenswertes Bild ab. Was uns in der Allianz Arena auffiel.
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Aus der Allianz Arena berichtet Tobias Hlusiak
Es war einmal ein Spitzenspiel
Es ist nun fast genau fünf Jahre, da prangte am Londoner Wembley Stadion ein überdimensionales Plakat. "We call it a Klassiker" war darauf zu lesen. Es ging um das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Auf dem Höhepunkt der Rivalität beider Klubs trafen sie sich auf höchster europäischer Ebene. Seitdem ist viel passiert.
Fünf Meisterschaften haben die Münchner seitdem eingefahren. Die sechste ist reine Formsache. Sie sind dem Lieblingsfeind aus dem Ruhrgebiet um Lichtjahre enteilt. Wohl selten wurde die Entfernung zwischen den beiden deutschen Aushängeklubs so deutlich wie an diesem Samstagabend in der Allianz Arena.
Nicht allein das halbe Dutzend Tore, dass der FCB dem BVB einschenkte, spricht hier Bände. Die Gastgeber waren der Borussia in jeglicher Hinsicht so dermaßen überlegen, dass Bayerns Fans schon zur Halbzeit ein "Ihr seid schlechter, als der HSV" in Richtung Gästeblock schickten. Man mochte ihnen nicht widersprechen.
21 Punkte liegt München fünf Jahre nach Wembley vollkommen zurecht vor Dortmund. Der BVB ist für den Branchenprimus derzeit nichts anderes als ein Sparringspartner. Ein schlechter noch dazu.
"Am Ende waren die Dortmunder auf Schadensbegrenzung aus, das war dann von beiden Seiten nicht mehr so spannend", sagte Weltmeister Mats Hummels bei "Sky". Er sprach vor dem Champions-League-Spiel von einer "verdammt guten Fußballmannschaft mit guter Mentalität, das große Ganze passt bei uns".
Ribéry heiß wie eh und je
So komisch es auch klingen mag, aber: Die Saison beginnt für den FC Bayern in diesen Tagen eigentlich erst. Klar, zur Meisterschaft fehlt nicht mehr viel. Die Champions League biegt aber am Dienstag auf die Zielgerade ein. Im Viertelfinal-Duell bekommen es die Münchner mit dem FC Sevilla zu tun. Darum geht es. Deswegen war in der Allianz Arena auch niemand ernsthaft irritiert, als das Heimteam nach mehr als deutlicher Pausenführung im zweiten Durchgang gut und gerne drei Gänge zurückschaltete.
Franck Ribéry hielt davon allerdings wenig. Der Routinier ist rechtzeitig in Höchstform, wenn es ans "warme Buffet" geht. Schon in der ersten Halbzeit hatte der Franzose unermüdlich über die linke Seite angeschoben, dem armen Lukasz Piszczek zusammen mit David Alaba und James Knoten in die Beine gespielt. Ein Tor und eine Vorlage standen schon beim Pausenpfiff in Ribérys Statistikbogen.
Trotzdem war er nicht zu bremsen, bis ihn Jupp Heynckes nach 69 Minuten schließlich vom Platz holte. Kurz zuvor hatte Ribéry den Dortmunder Julian Weigl am Schlafittchen gepackt, jedoch lediglich die Gelbe Karte gesehen. Es war für den Bayern-Trainer das Signal seinen Spieler "abzukühlen". Er braucht ihn voll konzentriert und in dieser herausragenden Form am Dienstag. Dann beginnt die Saison des FC Bayern in Sevilla so richtig.
Eine Leistung wie ein Hilfeschrei
Als Peter Stöger nach 29 Minuten seine erste Auswechslung vornahm, war das Spiel bereits entschieden. Es stand 0:3 aus BVB-Sicht. Gonzalo Castro schlich vom Feld. Es hätte aber auch jeden anderen Akteur in Schwarz-Gelb treffen können. Julian Weigl sollte fortan versuchen, dem Spiel des Tabellendritten Stabilität und ein wenig taktische Ordnung zu verleihen. Tat er aber nicht. Wirklich besser wurde es nämlich nicht. Und so war in der Rückschau eben nicht nur Castro vollkommen überfordert, sondern auch Weigl (und die übrigen zehn Borussen, die an diesem denkwürdigen Abend in der Allianz Arena zum Einsatz kamen). BVB-Kapitän Marcel Schmelzer klagte:
Die haushohe Niederlage als simples Ergebnis ist für die Verantwortlichen des BVB schwer zu ertragen, die Leistung allerdings ist das, was wirklich schmerzt. Sie wirkte, wie ein einziger schwarz-gelber Hilfeschrei.
Es ist nun an Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc, die Borussia wieder auf die Beine zu hieven. Dass zum Führungsduo ab Juli in Eurosport-Experte Matthias Sammer als Berater und Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielermannschaft zwei neue kreative Köpfe stoßen, kann dem nur zuträglich sein. Man benötigt derzeit eine gehörige Portion Phantasie, um die aktuelle Mannschaft auch nur im entferntesten Sinne in den Kreis eines Meisterschaftsanwärters zu verorten.
Wenn die Schmach von München eines mehr als deutlich gezeigt hat, dann dass sowohl im Kader als auch auf der Trainerbank neue Impulse gesetzt werden müssen. Daran änderte auch die geringfügig bessere zweite Hälfte nichts. Trainer Peter Stöger soll nun in den verbliebenen sechs Saisonspielen das Minimalziel Qualifikation zur Champions League erreichen. Dann wird ein Schnitt gemacht.
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