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3 Dinge, die bei FC Bayern - HSV auffielen: Im Training ist es schwerer
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Publiziert 10/03/2018 um 20:18 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München kennt auch in dieser Saison keine Gnade mit dem Hamburger SV. Am 26. Bundesliga-Spieltag gewinnt der Rekordmeister mal wieder hoch gegen die Norddeutschen, diesmal 6:0 (3:0). Teilweise geht‘s wie im Zirkus zu, Arturo Vidal beweist dabei, dass er doch als Zehnter taugen kann - und Hamburg spielt nicht wie ein Absteiger. Sondern schlechter. Was uns im Stadion auffiel.
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Aus der Allianz Arena berichtet Johannes Mittermeier
1. Bayern fidel wie im Zirkus
Arjen Robben erlaubte sich eine Dreistigkeit, und das Schlimme für den Hamburger SV war, dass nichts symbolischer für die Partie des 26. Bundesliga-Spieltages stand als diese Aktion aus Minute 34.
Eine Ecke zog Robben bewusst aufs kurze Eck. Wenn er reingeht, ist ihm das Tor des Monats sicher. Viel fehlte nicht, sowieso konnte sich Robben den Versuch rausnehmen - zu diesem Zeitpunkt führte sein FC Bayern ja schon 3:0.
Vernichtende 3:44 Treffer hatte der HSV in sieben Auftritten beim Rekordmeister kassiert, 6,3 im Schnitt. Manche Witzbolde unkten, dass es diesmal gewiss zweistellig würde, aber bei aller Liebe (und aller Unterlegenheit des HSV): Soweit kam‘s dann doch nicht.
Bayern gewann "nur" 6:0 (3:0), wobei die ultimative Hamburger Verheerung nach Toren von Franck Ribéry (8. Minute) und Robert Lewandowski (12./19.) nicht ausgeschlossen werden konnte. "Wir haben gleich aufs Tempo gedrückt", sagte Thomas Müller hinterher, indes führte Robben aus:
Wer das Spiel nicht gesehen hat, stellt es sich so vor: Bayern zirkuliert das Bällchen (678 Pässe), Hamburg trabt hinterher (227). Bayern kombiniert Wucht mit Lust und Finesse, Hamburg stellt individuelle wie kollektive Fehler und eine Vakanz an Courage entgegen.
Zwischendurch gönnten sich die Münchner eine Auszeit, "wir hatten so eine Phase, 20, 25 Minuten, in denen wir nachlässig waren", mahnte Mats Hummels.
Dann lief's wieder wie im Zirkus, mit Ribéry, Lewandowski, Robben und Müller als Stars in der Manege. "Olé" schallte es durchs Stadion, als die Kugel über bayerische Hacken und Spitzen wanderte und einen Eindruck beschwor: Im Training hat es der Meister schwerer.
2. Vidal kann es als Zehner - gegen den HSV
Bayern-Trainer Jupp Heynckes schonte Thiago bis zur 63. Minute und bot Arturo Vidal im Mittelfeld auf. Faktisch komplettierte dieser die Abteilung Angriff zum Quintett, weil er die Sechserrolle gänzlich an Javi Martínez abtrat und sehr oft sehr weit nach vorne schob, auf die Zehn, manchmal noch weiter.
Dort hielt sich Vidal in allererster Reihe auf, vor Lewandowski, der mit Müller den gewohnten Partner im Überall-und-Nirgendwo-Bereich besaß.
Der offensivere Vidal ist keine neue Erfindung, aber eine, die gegen den HSV funktionierte. Im Champions-League-Vergleich mit Besiktas wurde Bayern erst griffiger, nachdem der Chilene zurückgezogen worden war; zuvor hatte seine hohe Positionierung eine Überladung der Räume provoziert.
Das klappte nun besser, bedarf allerdings einem TÜV in Duellen, die Bayern stärker fordern. Heynckes wollte das "Ergebnis nicht überbewerten" und schwächte so jegliche Analyse ab.
3. Ein Absteiger spielt besser
Bayerns Fans hatten den HSV mit "Absteiger, Absteiger"-Chören begrüßt und verstimmten nicht, als sich der nächste Nackenschlag anbahnte. In München kann (darf?) man verlieren, befiehlt der Stammtisch, nur die Art und Weise war halt wieder wenig ruhmreich für Hamburg.
Gotoku Sakai ohne Umschweife:
Coach Bernd Hollerbach reagierte bereits nach 23 Minuten (!), indem er Dennis Diekmeier durch Vasilije Janjičić ersetze, um defensiv zu verdichten - das taugte ebenfalls zum Symbol.
Immerhin, bis zur Pause schlug's nicht mehr ein, anschließend trafen Robben (54.) und der starke Ribéry (81.), während Lewandowski einen Elfmeter vergab (86., drüber). Nichts als Sarkasmus, was daraufhin aus dem HSV-Block schallte: "Auswärtssieg, Auswärtssieg!" Vier Minuten später verwandelte der Pole übrigens einen Strafstoß...
Gefragt, ob er Mitleid empfinde, sagte Robben:
In Hamburg schaukeln sich Wellen auf, das ohnehin hypernervöse Umfeld war durch die Entlassungen von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt aufgewühlt worden. Alle Zeichen stehen jetzt auf Zeitenwende.
Ist es ein Trost, dass es wohl die vorerst letzte Klatsche in München bleibt? Nein. Nicht wirklich.
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