Borussia Dortmund kommt in Überzahl nicht über Remis gegen Leverkusen hinaus

Borussia Dortmund hat am 14. Spieltag den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Das Team des umstrittenen Trainers Peter Bosz kam gegen Bayer Leverkusen trotz mehr als 45-minütiger Überzahl nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Kevin Volland hatte Bayer in Führung gebracht (30.), wenig später musste Wendell mit Rot vom Platz (41.) Andriy Yarmolenko gelang in Halbzeit zwei nur noch der Ausgleich (73.).

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So lief das Spiel:

Zwar hatte Borussen Dortmund im ersten Durchgang deutlich mehr Ballbesitz (65 Prozent) als Bayer Leverkusen, etwas anfangen konnte der BVB damit aber nicht. Trotz der vielen Aktionen wurden beim Team von Trainer Peter Bosz kaum Raumgewinne verzeichnet.
Deutlich besser machte es die "Werkself", die offensiv, vor allem in Form von Leon Bailey, kaum zu stoppen war. Bayer gewann 56 Prozent der Duelle und erarbeitete sich elf Abschlüsse, Dortmund hingegen nur zwei.
Folglich ging der Gastgeber hochverdient in Führung. In der 30. Minute stand der BVB sehr hoch und wurde von Leverkusen überspielt. Kai Havertz schickte Kevin Volland, der in der eigenen Hälfte startete, auf die Reise. Der ehemalige Hoffenheimer hatte nur noch Roman Bürki vor sich, der aus seinem Kasten lief. Volland legte sich den Ball rechts am Keeper vorbei und schob zum 1:0 ins leere Tor.
Durch die Rote Karte von Wendell (41.) nach rüdem Foulspiel an Gonzalo Castro schwächte sich Leverkusen kurz vor dem Seitenwechsel selbst. Der BVB war nach der Pause in Überzahl das klar spielbestimmende Team, machte aus der drückenden Überlegenheit aber zu wenig.
Shinji Kagawa sorgte für viel frischen Wind im vorderen Drittel, doch auch der Japaner konnte Bayer-Torwart Bernd Leno ebenso wie seine Mitspieler zu selten ernsthaft prüfen. In der Dortmunder Drangphase bediente Raphaël Guerreiro dann André Schürrle am linken Strafraumrand. Dieser spielte flach nach innen, wo Andrej Jarmolenko den Ball toll annahm und rechts unten zum 1:1 einschob (73.).
Offensiv war von Leverkusen nichts mehr zu sehen. Der Fokus der Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich lag eindeutig auf der Ergebnis-Verwaltung. Das Unentschieden war leistungsgerecht.
Dortmund befreite sich nicht aus der Krise. Mit mehr als 45 Minuten in Überzahl wäre durchaus mehr als ein Unentschieden drin gewesen. Es wird weiterhin viele Diskussionen um Coach Bosz geben. Leverkusen hingegen ist seit neun Bundesligapartien ungeschlagen. Nach schwachem Start hat Bayer mittlerweile nur noch einen Punkt Rückstand auf die internationalen Ränge.

Die Stimmen:

Peter Bosz (Trainer Borussia Dortmund): "Wir wollten gerne gewinnen, aber wichtig war, dass wir die zweite Halbzeit gewonnen haben. Ich will immer gewinnen, für mich ist das immer zu wenig. Die Mannschaft hat nach den beiden schweren Verletzungen und dem Rückstand Mentalität gezeigt. Wenn wir so weitermachen, dann wird alles wieder gut.“
Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Jeder Punkt hilft, aber wir hätten natürlich gerne gewonnen. Gerade weil wir in der zweiten Halbzeit in Überzahl gespielt haben. Von der Mentalität und vom Charakter war das in Ordnung. Weh tut natürlich, dass wir sehr wahrscheinlich zwei schwere Verletzungen haben. Insbesondere bei Maximilian Philipp sieht es nicht gut aus. Wir vermuten eine schwere Knieverletzung. Bei Gonzalo Castro scheint es ein Bänderriss zu sein. Die beiden Jungs werden länger ausfallen.“
Neven Subotic (Borussia Dortmund): "Am Ende stehen wir alle auf dem Platz und müssen die Arbeit machen. Das müssen wir nicht an einer Person festmachen. Es geht nicht um den Trainer, sondern um die Mannschaft. Wir haben in einem sehr schweren Spiel gezeigt, dass wir ackern und bereit sind, uns in die Zweikämpfe zu werfen. Das wird auch in den nächsten Spielen entscheidend sein."
Heiko Herrlich (Trainer Bayer Leverkusen): "Der Punkt fühlt sich nicht gut an. Nach dem Platzverweis haben wir weiter mit Dreierkette gespielt. Im zweiten Durchgang wollten wir das 1:0 über die Zeit bringen und über Kontersituationen gefährlich bleiben. Am Ende sind wir froh, den Punkt mitgenommen zu haben, aber die Enttäuschung ist groß. Der BVB ist erst durch die Rote Karte ins Spiel gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hätten wir mit zwei Toren führen können."

Der Tweet zum Spiel:

Läuft! Ob wir Volland auch bei der WM im kommenden Jahr sehen? Bundestrainer Joachim Löw hat die Qual der Wahl.

Das fiel auf: Dortmunder Verletzungspech

Maximilian Philipp hat sich am rechten Knie verletzt und wurde mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Spielfeld behandelt. Der Ex-Freiburger konnte nicht weitermachen und wurde bereits in der achten Minute durch Schürrle ersetzt. Er wurde anschließend ins Krankenhaus eingeliefert. Nach dem Brutalo-Foul von Wendell, wofür er die Rote Karte sah, musste später auch Castro (44.) mit bandagiertem Knöchel raus. Für ihn kam Kagawa.

Die Statistik: 10

Dortmund wartet seit zehn Pflichtspielen auf einen Sieg. Den letzten Dreier setzte es am 30. September (2:1 beim FC Augsburg).
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