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Borussia Dortmund steht vor dem nächsten großen Umbruch - die Vereinsführung muss klare Kante zeigen
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Publiziert 17/01/2018 um 18:14 GMT+1 Uhr
BVB-Manager Michael Zorc wünschte sich vor nicht allzu langer Zeit "mehr Ruhe" im Verein. Sein Wunsch ging nicht in Erfüllung. Ganz im Gegenteil. Nach holpriger Hinrunde samt Trainerwechsel kann die Borussia auch in der Winterpause nicht durchatmen. Starspieler wollen weg, die Trainerfrage ist ungeklärt - kurz gesagt: Nicht zum ersten Mal droht ein Umbruch. Der Klub hat ein generelles Problem.
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Als Borussia Dortmund vor nunmehr einem halben Jahrzehnt zwei Meisterschaften, einen Pokalsieg und obendrein das Erreichen des Champions-League-Finals verbuchte, hätte man meinen können, da sei ein Verein auf dem Weg in die internationale Spitze.
Europaweit wurde die Mannschaft des BVB bewundert und in den Himmel gelobt. Dieses Kollektiv aus jungen, schlau zusammengecasteten, Spielern brillierte unter Trainer Jürgen Klopp. Man schlug Arsenal, Real Madrid und ab und zu sogar den großen FC Bayern.
Vielen erschien die Taktik der Vereinsbosse deshalb unlogisch, den BVB stets "kleinhalten" zu wollen. Immer wieder betonten Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, wie weit die "ganz großen Klubs" noch entfernt seien. Mit München, Madrid, Barcelona oder Manchester könnte man in Einzelfällen zwar mithalten, ein Aufschließen oder gar eine Wachablösung sei das aber nicht.
Wie man heute sieht, behielten sie damit recht. Allerdings navigierte man den eigenen Verein auch in eine Sackgasse.
Wie der SC Freiburg...
"Borussia Dortmund ist zum SC Freiburg Europas geworden", schreibt die "Welt" und hat damit einen Punkt. Weil die eigenen Ansprüche über Jahre nicht angriffslustiger nach außen kommuniziert wurden, wird der BVB in Spielerkreisen mittlerweile fast ausschließlich als reiner "Sprungbrett-Klub" wahrgenommen.
Ideal, um sich einen Namen zu machen. Nichts für lange.
Das mag auf der einen Seite gewollt sein, weil man so leicht an die ganz großen Talente wie Isak, Sancho, Dembélé, Guerreiro und Pulisic kam und kommt. Andererseits kostet es viel Kraft und Nerven. Die Nachteile sind derzeit in ihrer ganzen Pracht zu bewundern.
Läuft es mal nicht wie gewünscht oder macht einer der ganz Großen Avancen, will einer nach dem anderen weg. Identifikation Fehlanzeige. Frag nach bei den Herren Lewandowski, Mkhitaryan, Dembélé und nun Aubameyang. Suspendierungen, Streiks, Interviews mit Abgangsfolklore sind und waren an der Tagesordnung.
Rückholaktionen fruchten nicht immer
In den vergangenen sieben Jahren verlor der BVB fast ausnahmslos in jeder Transferperiode einen Schlüsselspieler. Die gingen nach Manchester, Madrid, Barcelona oder München. Eben zu genau den Vereinen, die man selbst als zu weit entfernt einstufte.
Kagawa, Götze, Sahin, Hummels und Gündogan gingen ebenfalls. Erstgenanntes Trio holte man später zurück. Und auch hier liegt ein Problem: Verdiente Spieler kommen zurück in ein Team, das man in ihrer Abwesenheit weiterentwickelt hat. Aufgaben und Rangfolgen sind neu vergeben. Die Borussia befindet sich auch deshalb seit fast fünf Jahren in einem ständigen Umbruch.
Der nächste hat schon begonnen. Allein in diesem Januar könnten noch drei Spieler (Subotic, Bartra und Aubameyang) den Verein verlassen. In Manuel Akanji kam bereits ein neuer Innenverteidiger, geht "Auba", müsste auch ein weiterer Stürmer kommen.
Für den Sommer werden bereits etliche Namen gehandelt. Und auch die Trainerfrage ist noch offen. Julian Nagelsmann würde gerne und soll wohl kommen. Aber, was ist mit Peter Stöger, wenn er die nach unten korrigierten Ziele in Europa League und Bundesliga erreicht.
"Wenn ich erfolgreich bin - es aber nicht weitergehen würde -, hätte ich danach wahrscheinlich wieder gute Möglichkeiten. Wenn alles passt, bleibe ich", sagt der Österreicher und tut ungewollt das, was alle beim BVB tun. Er empfiehlt sich für andere Aufgaben...
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