BVB: Batshuayi bringt gegen Köln frischen Wind ins Offensivspiel

Michy Batshuayi braucht nicht lang, um sich in die Mannschaft einzufügen. In seinem ersten Spiel für Borussia Dortmund wird der Neuzugang direkt zum Matchwinner: "Ich glaube, das kann was werden", schwärmt André Schürrle: "Batshuayi spielt anders als Aubameyang. Er versucht, mehr entgegen zu kommen." Trainer Peter Stöger behält inzwischen die Champions-League-Plätze im Auge.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Die zusammengebundenen Rastazöpfchen oberhalb der Stirn saßen auch nach Spielschluss noch fest, dazu verschränkte Michy Batshuayi die Arme vor seiner Brust – und streckte zwischendurch Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand in die Luft.
Seine zwei Tore beim Dortmunder 3:2-Sieg in Köln meinte der 24-jährige Angreifer damit nicht, vielmehr wies die Geste auf seine beiden Trainingseinheiten seit der Ankunft beim BVB hin.
Viel war das nicht, Batshuayis neuer Teamkollege André Schürrle schmunzelte sogar dezent, als er nach dem ersten Erfolg der Westfalen in diesem Jahr erzählte: "Um ehrlich zu sein - wir haben uns kurz vor dem Spiel beim Aufwärmen zum ersten Mal richtig unterhalten."

Schürrle von Batshuayi begeistert

Schürrle erkundigte sich beim Leihspieler vom FC Chelsea, wie er die Bälle gern aufgelegt bekomme – und fasste nach dessen Treffern zum 1:0 und 2:1 und dem eigenen Treffer ins Schwarze sechs Minuten vor Schluss erfreut zusammen:
Der Ansicht ist spätestens seit Freitag auch Peter Stöger. Innerlich machte der 51-jährige Österreicher mindestens einhundert Kreuzzeichen, als die Transferperiode beendet, das nervenaufreibende Wechselgetöse des exzentrischen Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal über die Bühne und bei Schwarz-Gelb endlich wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt war.
"Wir haben einen außergewöhnlichen Stürmer verloren - und einen bekommen, der Abschlussqualitäten hat", erklärte Dortmunds Trainer nüchtern, nachdem er die hochemotionale Rückkehr an seinen langjährigen Arbeitsplatz in der Domstadt sehr viel weniger sachlich kommentiert hatte.
"Es war nicht einfach, es war schwer", wiederholte der gebürtige Wiener immer wieder, am Ende stockte ihm beim Sprechen die Stimme.

Stöger wünscht Köln den Klassenerhalt

Nach vier sehr erfolgreichen Spielzeiten mit dem Geißbockklub coachte er die Kölner im letzten Herbst mit drei Punkten aus den ersten 14 Spielen ganz nah an den Abgrund zur zweiten Liga. Und es glich schon einem absurden Theater, als Stöger seinem Ex-Klub alles Gute für die Mammutaufgabe Klassenerhalt wünschte. "So spielt definitiv kein Absteiger", sagte er. "Aber sie haben leider Gottes einiges aufzuholen in der Tabelle."
Um nach dem Rauswurf beim FC nun den Job beim BVB womöglich über den Sommer hinaus behalten zu dürfen, muss Stöger die direkte Qualifikation für die Champions League schaffen. Diesem Mindestanspruch kamen die Borussen nach dem staksigen Start in die Rückrunde jetzt erstmals wieder ein ordentliches Stück näher: In der Defensive standen sie gut gestaffelt, die ganze Mannschaft präsentierte sich hochkonzentriert, giftig und deutlich risikobereiter als zuletzt.
Zudem verströmt das Leben in der Offensivabteilung nach dem Wechsel von Aubameyang zu Batshuayi ein anderes Flair.

Schürrle benennt Unterschied zu Aubameyang

"Wir sollten jetzt nicht versuchen, Auba irgendwie schlecht zu machen. Aber Batshuayi hat es top gemacht. Er spielt anders, versucht, mehr entgegen zu kommen, den Ball abklatschen zu lassen, einfach ein bisschen mehr im Spiel zu sein", erläuterte Schürrle, der aus dem Zusammenspiel mit dem Lücken reißenden Belgier viel Zuversicht für das letzte Saisondrittel zieht:
Einen Stürmertyp wie Michy Batshuayi habe der BVB-Kader gebraucht, stellte Chefcoach Stöger trocken fest. "Unabhängig von den zwei Toren: Man hat gesehen, dass es einer ist, der unser Spiel bereichern wird", betonte der frühere Spielmacher, der mit dem ersten Sieg seit dem 16. Dezember auch seine persönliche Bilanz beim BVB bereichert hat – auf zwölf Punkte aus sechs Partien.
"Schön, dass das auch mal einer sieht", sagte Stöger leicht verbittert. Und: "Den Zwei-Punkte-Schnitt nehm‘ ich gerne mit. Denn in Dortmund ist es so, dass die Diskussionen immer stark in Richtung Champions League gehen." Verwundern sollte ihn das allerdings nicht.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung