BVB baut um: Was der Marius-Wolf-Transfer über die Neuausrichtung verrät

Borussia Dortmund hat Marius Wolf von Eintracht Frankfurt für die fixe Ablösesumme von fünf Millionen Euro verpflichtet. Ausgerechnet ein Shooting-Star zum Schnäppchenpreis als Leistungsträger für den BVB, bei dem in Zukunft doch alles besser werden soll? Warum es trotzdem einfach verdammt gut passen kann, wird erst auf den zweiten Blick deutlich.

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Borussia Dortmund schüttelt sich nach einer enttäuschenden Saison, richtet sich neu aus und beginnt mit der Neuausrichtung des Kaders für Trainer Lucien Favre. Marius Wolf - für die überschaubare Ablöse von fünf Millionen Euro von DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt verpflichtet - gehört dazu. Obwohl der Transfer auf den ersten Blick verwundert, wird bei genauerem Hinsehen deutlich, was sich die BVB-Bosse dabei gedacht haben.
Eigentlich hatten die Dortmunder auf der rechten offensiven Flügelposition keine Not, sie ist mit Christian Pulisic oder Andriy Yarmolenko schließlich prominent besetzt. Wolf bringt neben fußballerischer Qualität aber Werte mit, die der BVB, der sich gerade so eben für die Champions League qualifiziert hat, zuletzt schmerzlich vermisst hat. Er opfert sich auf, rennt, kämpft, beißt, ist immer hungrig. Ein Wolf eben.

Hoffenheim und Leipzig ebenfalls dran

Sein ehemaliger Trainer Niko Kovac sagte einst über ihn:
Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ergänzte:
In Frankfurt war Wolf einer der auffälligsten Akteure. Seine Bilanz: Fünf Tore, acht Vorlagen. Seine Stärken in punkto Dynamik und Torhunger passen ideal zur von Favre bevorzugten Spielweise, die von Umschaltmomenten in höchstem Tempo geprägt ist.
Darum, seine nicht von der Hand zu weisenden Schwächen im Passspiel abzustellen, muss Favre sich freilich noch kümmern. Weil er sich jedoch schon als "Bessermacher" einen Namen gemacht hat, dürfte das kein Problem sein.
Wolf, wenn er sich nicht von dem sicher mit der Unterschrift einhergehenden Gehaltssprung aus dem Tritt bringen lässt, wird den Konkurrenzkampf erhöhen. Eine Intention der BVB-Kaderplaner, die auf den Impuls des externen Beraters Matthias Sammer zurückzuführen sein könnte.

BVB auf Mentalitätssuche

Generell ist die Verpflichtung ein Fingerzeig, in welche Richtung es beim BVB künftig gehen kann. Bei Transfers - Michy Batshuayi ist ein Sonderfall und könnte ein Ausnahme sein - wird vielleicht nicht mehr so oft ins obere Regal gegriffen wie zuletzt, sondern auf Akteure wert gelegt, die unter Favre in ihrer Entwicklung noch einen Sprung machen können. Zu groß war die Enttäuschung über den doch recht spärlichen Ertrag der Leistungen eines Schürrle, Götze oder Castro, für die der BVB rund 75 Millionen Euro allein an Ablösesumme zahlte.
An Wolf hingegen waren unter anderem Vereine wie die TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig interessiert. Clubs, die diese Philosophie seit geraumer Zeit für sich in Anspruch genommen haben und bei Spielern wie Wolf oftmals gute Karten hatten. Mit dem "neuen" BVB haben sie nun einen schlagkräftigen Konkurrenten auf dem Transfermarkt dazu bekommen. Der Anspruch, ein echter Bayern-Jäger zu sein, schwindet damit allerdings weiter. Es ist allerdings auch kein Geheimnis, dass die Neuausrichtung des BVB vor allem nachhaltig sein soll.
Abgeschlossen ist diese natürlich längst nicht. Thomas Delaney (Werder Bremen), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart), Hans Hateboer (Atalanta Bergamo), Matthijs de Ligt (Ajax Amsterdam) - fast täglich wird ein neuer Spielername beim BVB gehandelt.
Bei allen - das hat der Wolf-Transfer vor allem gezeigt - wird das Hauptaugenmerk auf der Mentalität liegen. Damit der BVB bissig bleibt.
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