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FC Bayern München: Franck Ribéry ist bei neuem Vertrag abhängig vom guten Willen der Bosse

Ribérys Zukunft hängt am guten Willen der Bayern-Bosse

14/12/2017 um 22:54Aktualisiert 15/12/2017 um 06:57

Franck Ribéry lieferte für den FC Bayern München gegen den 1. FC Köln eine emsige Defensivleistung, verdeutlichte in seinem Kernressort aber, dass die Zeit abläuft. Einmal mehr wurde sichtbar, dass Ribéry die Wesenszüge seines Spiels mit bald 35 Jahren nicht mehr umsetzen kann wie gewohnt. Seine Bayern-Zukunft hängt am guten Willen der Bosse - früher war das umgekehrt.

Ein Kommentar von Johannes Mittermeier

Freudig war der Abend für Franck Ribéry aus zweierlei Gründen.

Wie viele Partien er noch wird addieren können, ist eine ganz andere Frage.

112 Tore hat Ribéry für Bayern geschossen und 174 Vorlagen gegeben seit der Verpflichtung 2007. Gegen Köln arbeitete er emsig in der Defensive ("sehr gut", lobte Trainer Jupp Heynckes), verdeutlichte in seinem Kernressort aber, dass die Zeit abläuft.

Der explosive Antritt ist behäbigeren Schritten gewichen. Die Dribblings wirken inzwischen wie mühselige Versuche, an der Uhr zu drehen - rückwärts, als Reminiszenz des Gewesenen. Ribéry kann Ideen, die ihm sein Instinkt beschert, nicht schnell und griffig genug auf die Beine übertragen.

Am Saisonende läuft sein Vertrag aus, der Franzose würde gern bleiben. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge kündigt "keine zeitnahe Entscheidung" an und prophezeit außerdem, dass Serge Gnabry im Sommer aus Hoffenheim zurückkommt. Einer für die Flügel, wie Ribéry.

Am bald 35-Jährigen nagt das Alter immer offensichtlicher - unter der Prämisse, dass wir vom Level sprechen, das Bayern verlangt und voraussetzt. Oberste Champions-League-Güteklasse.

Lange waren die Münchner abhängig von den Einfällen ihrer Nummer sieben. Heute ist diese Nummer sieben abhängig vom guten Willen der Bosse. Ein Jahr noch, vielleicht. Aber maximal als Joker.

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