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Thomas Tuchel erklärt vor Gericht Dissens mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke
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Publiziert 19/03/2018 um 15:42 GMT+1 Uhr
Thomas Tuchel sieht einen direkten Zusammenhang zwischen seiner Entlassung bei Borussia Dortmund und dem Mitte April 2017 erfolgten Anschlag auf die Mannschaft des Fußball-Bundesligisten. Das erklärte der 44-Jährige am Montag bei seiner Aussage im Prozess gegen den Attentäter Sergej W. vor dem Landgericht Dortmund, wo er auch über den Dissens zwischen ihm und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sprach.
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Wäre Thomas Tuchel auch in dieser Saison noch Trainer von Borussia Dortmund? Die Antwort des 44-Jährigen auf die Frage des Oberstaatsanwaltes Carsten Dombert, ob er ohne das Attentat am 11. April nicht vom BVB freigestellt worden wäre: "Davon würde ich ausgehen."
Er strich sich den braunen Cordanzug glatt, setzte vor dem Sitzungssaal 130 seine graue Schiebermütze auf und verließ das Landgericht Dortmund am Montag kommentarlos. Mit emotionalen Worten hatte der ehemalige Dortmunder Trainer zuvor im Prozess gegen den BVB-Attentäter Sergej W. seine Aussage gemacht - und dabei auch die teilweise gravierenden Folgen des Anschlags auf die Mannschaft geschildert. Sowohl für ihn selbst als auch für die Profis. Denn die Spieler, so viel wurde deutlich, haben noch immer mit den Nachwirkungen der dramatischen Ereignisse vom 11. April 2017 zu kämpfen.
Verhältnis zwischen Tuchel und Watzke zerrüttet
Hintergrund ist der Streit mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke über den richtigen Umgang mit dem Anschlag am Abend des Viertelfinal-Hinspiels in der Champions League gegen den AS Monaco.
Das Verhältnis zwischen Watzke und Tuchel galt am Ende als zerrüttet, auch wegen Meinungsverschiedenheiten bei diesem Thema. Nach dem Ende der vergangenen Saison trennten sich die Wege von Dortmund und Tuchel, obwohl dieser mit dem BVB den DFB-Pokal gewonnen hatte.
"Aki (Watzke, Anm. Red.) hat das ja öffentlich schon gesagt, dass es großen Dissens gegeben hat. Das stimmte auch so", sagte Tuchel:
Er selbst spüre keine Nachwirkungen des Attentats, auch keine psychologischen Folgen. Allerdings sei er "absolut davon überzeugt", dass das Erlebnis Auswirkungen auf die Leistungen der Spieler gehabt habe.
"Da war so viel mit umzugehen", sagte Tuchel, der auf ein Gespräch mit einem Experten verwies. Dieser habe erklärt, dass Betroffene nach solchen belastenden Ereignissen drei Tage nicht in ähnliche Situationen gebracht werden sollten: "Wir haben aber am nächsten Tag schon wieder gespielt."
Viele Gespräche nach dem Attentat
Es seien nach dem Attentat viele Gespräche notwendig gewesen, "um eine Atmosphäre zu schaffen, in der wir uns wieder kritisieren konnten", sagte er. Was das Team danach dennoch geschafft habe, sei "erstaunlich".
Die Staatsanwaltschaft wirft dem geständigen Angeklagten Sergej W. versuchten Mord in 28 Fällen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und schwere Körperverletzung in zwei Fällen vor. Der ehemalige BVB-Innenverteidiger Marc Bartra hatte einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen erlitten, ein begleitender Polizist ein Knalltrauma.
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