Borussia Dortmund: "Ein Spiel reicht nicht, um das wieder gut zu machen"
Publiziert 22/04/2018 um 11:41 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat sich souverän gegen Bayer Leverkusen durchgesetzt. Mit einem 4:0 Sieg haben sie sich nach der Revierderby-Pleite vergangene Woche eindrucksvoll zurück gemeldet. "Das war eine super Reaktion. Aber ein Spiel reicht nicht, um das wieder gutzumachen“, sagte Manuel Akanji. Die Enttäuschung vom Spiel gegen Schalke scheint noch nicht ganz überwunden zu sein.
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Aus Dortmund berichtet Andreas Morbach
Manuel Akanji stammt aus der Gemeinde Wiesendangen im Kanton Zürich und hat sich, als Sohn einer Oberwinterthurerin und eines Nigerianers, in seinen zweiundzwanzigeinhalb Jahren in der Schweiz ein sehr passables Hochdeutsch angeeignet. Seit drei Monaten liegt der Lebensmittelpunkt des groß gewachsenen Abwehrspielers nun in Dortmund - und als er über das beeindruckende 4:0 des BVB gegen Leverkusen sprach, rutschte immer wieder ein Hauch von Schwyzerdütsch in seine Stimme.
Zum Beispiel, als er, das 0:2 aus der Vorwoche auf Schalke noch im Kopf, nach der Gala der Schwarz-Gelben erklärte:
Akanjis charmanter deutsch-schweizerischer Singsang harmonierte dabei wunderbar mit dem bestechenden Auftritt der Westfalen - über den sich die 81000 Zuschauer im Dortmunder Fußballtempel verwundert die Augen rieben. Denn nach der spielerischen und kämpferischen Bankrotterklärung im Revierderby ging es bei der Borussia im Grunde nur noch darum, die Eintrittskarte in die Champions League irgendwie über die letzten vier Runden zu retten.
Selbst bei einem Remis gegen Bayer hätten es die gewaltig ins Rollen gekommenen Hoffenheimer selbst in der Hand gehabt, den BVB im direkten Duell im Kraichgau am letzten Spieltag zu überflügeln. Stattdessen hat der Vorjahresdritte sein sportliches Schicksal jetzt wieder selbst in der Hand. Weil Trainer Peter Stöger zur Behandlung der peinlichen Nummer von Gelsenkirchen an einigen Stellschrauben drehte.
Reus glänzt, Schmelzer schaut zu
Prominentes Opfer war der zuletzt formschwache Kapitän Marcel Schmelzer, der es gegen Bayer nicht mal auf die Reservebank schaffte. Seinen Job als Außenverteidiger übernahm Akanji, bestach auf der linken Seite im Zusammenspiel mit Jadon Sancho. Das bahnbrechende 1:0 nach 13 Minuten erzielte der 18-jährige Engländer selbst, in der zweiten Halbzeit legte er Maximilian Philipp und Marco Reus die Bälle zum dritten und vierten Tor auf.
Auf Zuspiel von Mario Götze traf Reus vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw in der 55. Minute auch zum 2:0. Nachdem ihm vor der Pause ein Tor aberkannt worden war – und er kurz darauf einen Strafstoß auf besonders harmlose Weise verschleuderte.
"Der Elfmeter war ganz schwach geschossen, und ich wollte der Mannschaft in der zweiten Halbzeit unbedingt helfen", begründete Reus seine exzellente Leistung - in einem Ensemble, in dem jeder einzelne Spieler absolutes Topniveau erreichte. Enorme körperliche Präsenz und das wiederentdeckte Höllentempo waren die tragenden Säulen des Dortmunder Erfolgs - gegen ungewohnt brave Leverkusener. Zudem merkte Coach Stöger angenehm überrascht an:
Ein riesiges Transparent mit geharnischtem Kommentar ("Niemand verkörpert Borussia Dortmund weniger als ihr!") hielten die Fans auf der Südtribüne den Derby-Mäuschen vor dem Anpfiff vor die Augen. Ein Anblick, der bei Stöger auf seiner mutmaßlichen Abschiedstour beim BVB einmal mehr beißende Selbstironie freilegte. "Auch ich erkenne manchmal ein paar Sachen, wir alle haben das gelesen - und es war nichts, was uns freut", kommentierte der 52-Jährige. Die atemberaubende Antwort seiner Mannschaft wollte er allerdings nicht in direkten Zusammenhang mit dem bitterbösen Banner rücken.
Das plötzlich wieder mitreißende Spiel der Dortmunder, so seine These, habe vor allem mit der zurückliegenden Trainingswoche zu tun.
"So eine Niederlage wie gegen Schalke kann man nicht einfach abhaken, das ist auch eine emotionale Sache", erläuterte Stöger, der mehrfach betonte, man dürfe Kapitän Schmelzer nun nicht als den großen Verlierer in der Geschichte betrachten. Gleichwohl gelte für die bevorstehende Partie in Bremen:
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