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VfB Stuttgart gelingt Befreiungsschlag gegen Borussia Mönchengladbach

"Seit Wochen die gleiche Leier": Stuttgart feiert, Gladbach hadert

11/02/2018 um 17:24Aktualisiert 11/02/2018 um 18:33

Mit einem knappen 1:0 (1:0) über Borussia Mönchengladbach konnte der VfB Stuttgart am 22. Spieltag der Bundesliga endlich den erhofften Befreiungsschlag feiern. Bereits nach fünf Minuten netzte der oft verletzte Daniel Ginczek nach Zuspiel von Sturmkollege Mario Gomez ein. Trotz heftigen Anrennens gelang es der Borussia nicht mehr, das Ergebnis noch zu verändern.

So lief das Spiel:

Der VfB Stuttgart startete hochmotiviert in das erste Heimspiel unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut. Bereits kurz nach Anpfiff zahlte sich die Maßnahme von Korkut, Mario Gomez und Daniel Ginczek als Doppelspitze auflaufen zu lassen aus. Nach Balleroberung im Mittelfeld bediente Kapitän Christian Gentner Gomez, der wiederum den Ball zu Ginczek in die Mitte weiterleitete. Völlig alleingelassen von der Gladbacher Defensive konnte Ginczek ins rechte untere Eck zur Führung treffen (5.).

    Die Gäste schienen von der Rolle, vor allem offensiv ging lange Zeit nichts zusammen bei der Mannschaft von Dieter Hecking. Erst in der 26. Minute hätte Thorgan Hazard nach einem Schuss von Jonas Hofmann abstauben können, mangelnde Ballkontrolle machte diese Chance allerdings zunichte.

    So ging es mit der knappen Führung für die Hausherren in die Pause. Aus dieser kamen die Gäste aus Gladbach deutlich schwungvoller. Vor allem Lars Stindl präsentierte sich stark, zunächst prüfte er Ron-Robert Zieler mit einem Distanzschuss (46.), ehe er kurz darauf zweimal am Tor vorbeischoss (46., 47.). Stuttgart ließ sich hinten reindrängen und hatte Glück, dass auch der eingewechselte Raffael im Anschluss an eine Ecke per Direktabnahme an Zieler scheiterte (63.).

    Als Reaktion baute Korkut seine Mannschaft in der Mitte der zweiten Hälfte um, brachte mit Holger Badstuber einen weiteren Verteidiger und stellte auf Fünferkette um. Anschließend entwickelte sich ein zähes Ringen, in dem Gladbach immer wieder anlief, sich allerdings am Stuttgarter Bollwerk die Zähne ausbiss. Josip Drmic hatte dabei noch die beste Gelegenheit, sein Schuss ging allerdings knapp links neben das Tor (79.).

    Als anschließend Santiago Ascacibar die beste Möglichkeit des VfB in der zweiten Halbzeit vergab (88.), hätte es noch einmal spannend werden können, letztlich blieb es aber beim knappen 1:0-Sieg für Stuttgart.

    Die Stimmen zum Spiel:

    Christian Gentner (VfB Stuttgart): "Heute war es ein Kampf über 90 Minuten, den die Mannschaft abgeliefert hat, daher haben wir auch nicht unverdient gewonnen. Es geht nicht um einzelne Spieler, sondern darum, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Ich will meine Stärken da einbringen, wo ich der Mannschaft am besten helfen kann. Wir haben auf Fünferkette umgestellt, weil wir nicht mehr den Zugriff hatten und nicht mehr in die Zweikämpfe kamen. Das sind Dinge, die Tayfun Korkut uns in der Kürze der Zeit nahegebracht hat."

    Tayfun Korkut (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben den Punkt aus der Vorwoche vergoldet. Wir hatten eine gute Anfangsphase, haben dann aber langsam Boden verloren, weil der Gegner besser wurde. In der zweiten Halbzeit hatten wir zu wenig Entlastung und mussten leidenschaftlich verteidigen. Aber wir waren immer kompakt, alle haben mitgemacht, so bringt man so ein Ergebnis über die Zeit."

    Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben nicht gut reingefunden in das Spiel, kriegen gleich mit der ersten Chance das Gegentor, und dann läuft man 85 Minuten hinterher und schafft es nicht, den Ausgleich zu machen. Wir haben viel Aufwand betrieben, aber machen das Tor nicht, und das ist es, was am Ende zählt. Man hat gesehen, dass uns die Leichtigkeit fehlt. Wir bringen uns selbst um die Möglichkeiten, so ist das auch mit den Negativerlebnissen der letzten Wochen."

    Dieter Hecking (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es ist seit Wochen die gleiche Leier. Wir haben in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht, wir haben gerade nicht die Leichtigkeit. Wir waren zu langsam im Passspiel, hatten kein gutes Positionsspiel und zu viele technische Fehler. In der zweiten Halbzeit fehlten die Durchschlagskraft und die letzte Konsequenz. Wir haben eine sehr schwierige Phase, das schmeckt uns allen nicht."

    Der Tweet zum Spiel:

    Ob es am Besuch der Meistermannschaft von 2007 gelegen hat? Geschadet hat es auf jeden Fall nicht, denn der VfB konnte mit dem Sieg über Gladbach drei ganz wichtige Punkte sammeln und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen.

    Das fiel auf: Eberl verzichtet auf Interviews

    Normalerweise steht Gladbachs Manager Max Eberl nach den Spielen gerne der Presse Rede und Antwort. Nach der Niederlage verzichtete Eberl allerdings auf Interviews und ließ so natürlich Raum für Spekulationen: Wollte sich der Manager der Trainerfrage entziehen, oder denkt er insgeheim bereits selbst über einen Wechsel nach? Fakt ist, dass der Trend in Gladbach deutlich ins Negative zeigt.

    Die Stastistik: 3

    Erstmals unter Dieter Hecking setzt es für die Borussia drei Niederlagen in Folge. Sollte sich der Trend in Gladbach nicht wenden, muss sich der Trainer wahrscheinlich bald der leidigen Diskussion um sein Amt stellen.

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