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Werder Bremen - RB Leipzig: Werder feiert Remis - Leipzig verliert an Boden

"Das war nicht RB-Fußball!" Werder feiert Remis - Leipzig verliert an Boden

15/04/2018 um 19:46Aktualisiert 15/04/2018 um 20:37

Werder Bremen nimmt das turbulente 1:1 (1:0) gegen RB Leipzig am 30. Spieltag der Bundesliga gerne mit, denn Werder hat damit den Klassenerhalt so gut wie sicher. Für Leipzig ist der Punkt im Kampf um die Champions League eher zu wenig. Niklas Moisander brachte Bremen nach einem tollen Schuss von Max Kruse in Führung (28.), der eingewechselte Ademola Lookman glich für RB aus (50.).

So lief das Spiel:

Die Initiative in der Anfangsphase übernahm Werder. Das Team von Florian Kohfeldt zeigte situativ hohes Angriffspressing, störte Leipzig und ließ den Gästen kaum Freiheiten zum Spielaufbau.

Nennenswerte Torgefahr entfachte Werder zu jener Phase allerdings einzig durch Standards; Leipzig zeigte indes im Spiel nach vorne keinerlei Ansätze. In der Folge entwickelte sich eine eher dürftige Partie, in der sich beide Teams neutralisierten.

Dennoch ging die Führung der Gastgeber in der 28. Minute aufgrund der mehr Spielanteile in Ordnung: Ein Distanzschuss von Max Kruse lenkte RB-Keeper Peter Gulacsi mit den Fingerspitzen an die Latte, den Abpraller bugsierte Niklas Moisander per Kullerball über die Linie.

Werder beflügelte der Treffer: Die Heimmannschaft agierte nun druckvoll und mit viel Zug zum Tor, gleich mehrfach lag der zweite Treffer in der Luft.

Zur 2. Halbzeit kam Leipzig völlig verändert aus der Kabine und wurde postwendend belohnt: Der frisch eingewechselte Ademola Lookman bekam den Ball in den Sechzehner, wurde nicht energisch genug angegangen und vollendete aus kurzer Distanz (50.).

Zwei Minute später hätte Timo Werner die Partie beinahe komplett auf den Kopf gestellt, doch sein Abschluss flog knapp am langen Pfosten vorbei (52.).

Leipzig zeigte nun deutlich mehr Struktur und Einsatz, die gesamte Partie bekam mehr Zug. Leipzig erzielte ein deutliches Chancenplus, Bremen tat sich zunehmend schwerer, Zugriff auf die Partie zu bekommen. Erst in der Schlussphase entwickelte sich wieder ein offener Schlagabtausch.

Beide Teams drückten, erst vergab Werner für Leipzig frei vor dem Tor die Riesenchance am klasse reagierenden Pavlenka (85.), auf der Gegenseite setzte Moisander per Kopf nach Parade von Gulacsi die Kugel am freien Tor vorbei. Intensive Schlussminuten, die jedoch keinen Sieger mehr hervorbrachten.

Ibrahima Konaté vs. Philipp Bargfrede (Werder Bremen vs. RB Leipzig)

Ibrahima Konaté vs. Philipp Bargfrede (Werder Bremen vs. RB Leipzig)Getty Images

Die Stimmen:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt und am Ende war alles möglich. Es ist ein gerechtes Ergebnis und der Punkt ist wichtig für uns. Der Plan war heute, defensiver anzufangen, weil klar war, dass wir nicht 90 Minuten powern können. Dieses Spiel liegt uns aber nicht so. Das war nicht RB-Fußball. In der zweiten Halbzeit war klar, dass wir mehr investieren müssten. Da haben wir den Fuß auf das Gaspedal bekommen."

Zlatko Junuzovic (Werder Bremen): "Wir waren in der zweiten Halbzeit nicht mehr so bissig, da haben wir den Faden etwas verloren. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel phasenweise dominiert und sind zu einigen Chancen gekommen und müssen in der Druckphase das zweite Tor machen. Wir spielen aber immer auf Sieg, das hat man auch in der Schlussphase gesehen, wo wir noch gute Möglichkeiten hatten. Der Wille war da, das Spiel zu gewinnen."

Max Kruse (Werder Bremen): "Heute wäre definitiv mehr drin gewesen, nicht nur aufgrund der ersten Halbzeit. Mit einem Sieg wären wir ganz sicher durch gewesen, so sind wir es nur sicher."

Kevin Kampl (RB Leipzig): "Am Ende nehmen wir den Punkt gerne mit. Wir hätten das Spiel auch gewinnen können, aber Bremen hatte am Ende auch noch zwei gute Chancen. Von daher ist das Ergebnis gerecht. Aber wir glauben fest daran, dass wir es wieder packen können."

Das fiel auf: Umstellung als Erfolg

Zur Pause musste RB-Trainer Ralph Hasenhüttl reagieren. Seine Mannschaft agierte uninspiriert, gab in der ersten Halbzeit nur einen einzigen Torschuss ab. Der Ansatz, das Spiel aus der Tiefe aufzubauen, ging völlig daneben. Seine Lösung: die Umstellung auf eine 4-3-3-Formation und die bekannten Spieltugenden der Leipziger. Leipzig lief fortan früher und forscher an und agierte insgesamt strukturierter, griffiger und deutlich gefährlicher als die Gastgeber. Zusammen mit der Einwechslung von Torschütze Ademola Lookman der Schlüssel zum Punktgewinn.

Der Tweet zum Spiel:

Jiri Pavlenka unterstrich einmal mehr seine Klasse und sicherte seiner Mannschaft in der Schlussphase den Punktgewinn.

Die Statistik: 10

Florian Kohfeldt bleibt als Trainer von Werder Bremen zu Hause ungeschlagen. Seine vorzeigbare Bilanz nach zehn Heimspielen in der Bundesliga: sechs Siege, vier Remis.

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