3 Dinge, die bei Dortmund - Hertha BSC auffielen: 90 Minuten reichen (manchmal) nicht

Borussia Dortmund feiert gegen Hertha BSC (fast) den nächsten Sieg. In der Nachspielzeit halbiert sich der Vorsprung auf den FC Bayern aber plötzlich, weil ein Jungstar patzt, der zuvor fehlerlos gespielt hatte. Die Berliner hingegen beweisen eindrucksvoll, warum sie in die Spitzengruppe der Liga gehören.

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Ein altbekanntes Problem

"Es ist zu früh für ihn, heute zu spielen", sagte BVB-Trainer Lucien Favre vor dem Spiel und meinte Paco Alcácer. Die BVB-Tormaschine schlägt sich mit muskulären Problemen herum. Erst zwei Spiele hat er über die vollen 90 Minuten gemacht. Nicht in seiner Zeit in Dortmund, sondern im ganzen Jahr 2018.
Nachvollziehbar also, dass Favre zunächst kein Risiko eingehen wollte. Im Nachhinein lässt sich festhalten, die Borussia hätte einen Knipser durchaus brauchen können.
19 Torschüsse, acht Ecken aber eben nur zwei Tore und ein Punkt. Die Darbietung der Borussia erinnerte besonders beim Stand von 2:1 an die Klopp-Jahre: Viel Tempo, viel Spektakel aber eben auch viel Chancenwucher.
Besonders Raphaël Guerreiro und Jacob Bruun Larsen hätten das Spiel frühzeitig entscheiden müssen. Taten sie aber nicht. Und so musste der starke Mario Götze konstatieren:

90 Minuten reichen manchmal nicht

Favre vertraute gegen Berlin seinen jungen Wilden. Wie er es schon die ganze Saison tut. Auf links machte Achraf Hakimi ein ähnlich starkes Spiel wie unter der Woche gegen Atlético Madrid. Den zweiten BVB-Treffer legte der Marokkaner auf. Seine vierte Torvorlage in den vergangenen drei Tagen.
Jadon Sancho war nicht nur zweifacher Torschütze, sondern neben Reus bester Offensivmann der Borussia. Nach seiner Auswechslung wurde der frischgebackene englische Nationalspieler erstmals mit Sprechchören von der Südtribüne gefeiert.
Und ganz hinten in der Innenverteidigung machte Dan-Axel Zagadou ein großartiges Spiel. Seit Wochen vertritt der 19-Jährige den verletzten Abwehrchef Manuel Akanji ohne dass dessen Fehlen bislang großartig aufgefallen wäre. 64 Prozent seiner Zweikämpfe gewann der Franzose gegen die Hertha-Neuner Vedad Ibisevic und Davie Selke, dazu setzte er mit intelligenten Pässen und Vorstößen Akzente im Aufbauspiel.
Doch jetzt kommt das große "Aber". Denn in der Nachspielzeit kam dann aus heiterem Himmel plötzlich der Teenager durch, der Zagadou trotz seiner beeindruckenden 1,96 Meter eben doch noch ist. Von Selke ließ er sich erst abkochen und foulte diesen dann - Elfmeter und zwei verlorene Punkte.
"Ein Fehler gehört dazu", sagte Favre trotzdem. "Seine Entwicklung ist sehr gut." Der Trainer wird seinen jungen Wilden auch weiter vertrauen.

Hertha macht viel richtig

Die Berliner haben sich in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt. Das Spiel beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer zeigte, dass sie dort durchaus zurecht stehen. Siege gegen Bayern und Mönchengladbach, nun ein Punkt in Dortmund.
Hertha ist unangenehm zu spielen, wenn die Mannschaft den Plan von Trainer Pal Dardai umsetzt. In den ersten 20 Dortmund-Minuten war dies nicht der Fall. "Da hatten wir Probleme und zu wenig Mut", gab der Ungar später zu. "Wie wir Hertha BSC danach vertreten haben, hat mir aber sehr gut gefallen. Wir haben viel investiert und wollten unbedingt den Punkt. Man kann ruhig sagen, dass er verdient war."
Unaufgeregter, dennoch zielstrebiger und technisch ausgereifter Konterfußball ist das präferierte Stilmittel der Hauptstädter, bei denen sich auch die Kreativlinge Duda, Kalou und Co. für die "Drecksarbeit" nicht zu schade sind.
"Das ist ein Tag, der ganz sicher dem Fußball und unserem Verein schadet", musste Manager Michael Preetz nach der Partie dennoch kleinlaut quittieren. Mitgereiste "Fans" hatten ein Pyro-Spektakel veranstaltet und sich Schlägereien mit der Polizei geliefert. "Das ist eine bittere Notiz und zwar mehr als eine Randnotiz", meinte Preetz.
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