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Batshuayi-Nachfolge: BVB bastelt an überraschender Lösung mit Philipp

Batshuayi-Nachfolge: BVB bastelt an überraschender Lösung

13/07/2018 um 13:55

Im Sturmzentrum von Borussia Dortmund bahnt sich eine überraschende Lösung an. Die Lücke, die durch die Abgänge von Pierre-Emerick Aubameyang und Michy Batshuayi entstanden ist, könnte intern geschlossen werden. Maximilian Philipp ist jedenfalls bereit, die Mittelstürmer-Rolle beim Neustart unter Lucien Favre zu übernehmen: "Ich weiß, dass ich es kann."

Delaney, Diallo, Hakimi, Hitz und Wolf sind da. Einige Verkäufe wurden ebenfalls getätigt.

Trotzdem gibt es für das neue Boss-Quartett beim BVB bis zum Saisonstart noch jede Menge zu tun. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Manager Michael Zorc, Berater Matthias Sammer und der Leiter der Lizenzspielerabteilung, Sebastian Kehl, treiben den Neustart voran.

"Es wird auf beiden Seiten noch etwas passieren", sagte der neue Trainer Lucien Favre bei seiner Vorstellung. Inzwischen ist der Schweizer mit einer Rumpftruppe in die Vorbereitung eingestigen. An einer Stelle ist aber noch nichts passiert.

Die Suche nach einem neuen Mittelstürmer gestaltet sich offenbar schwieriger als gedacht. Zuletzt hatte die Borussia in Lucas Barrios, Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und Michy Batshuayi stets ein mehr als gutes Händchen bewiesen - mit der Ausnahme Ciro Immobile.

BVB will "keine verrückten Sachen machen"

Mittlerweile kristallisiert sich aber heraus, dass gar kein Kracher für die vorderste Linie geholt wird. Zumindest nicht in diesem Sommer. "Die Position des Mittelstürmers ist am schwierigsten neu zu besetzen", klagt Zorc. Gerade auch weil der internationale Transfermarkt im WM-Sommer traditionell überhitzt ist.

Watzke betont deshalb:

"Wenn einer auf den Markt kommt, von dem wir total überzeugt sind, werden wir darüber nachdenken. Sonst nicht."

Der BVB wähnt sich ohnehin in einer komfortablen Situation, vermutet den neuen Ballermann in den eigenen Reihen. Maximilian Philipp soll im Sturmzentrum unter Favre das vollenden, was er in seinem ersten Jahr als Dortmunder mehr als andeutete.

Philipp traut sich die Rolle zu

"Wir dürfen keine verrückten Sachen machen. Zumal wir in unserem Kader ja auch Spieler haben, die diese Position auch in ihrem Portfolio haben und eine gewisse Torquote versprechen", sagt Zorc und meint Philipp.

Der frühere Freiburger traut sich die Rolle zu. Neun Tore und zwei Assists in 20 Spielen haben den 24-Jährigen selbstbewusst gemacht. Gerade auch, weil er zwischendurch drei Monate ausgefallen war. Er sagt:

"Es freut mich, wenn der Sportdirektor das so sieht. Ich weiß, dass ich es kann. In meiner ersten Saison habe ich ein paar Tore gemacht – und auch nicht so schlechte. "
Maximilian Philipp trifft für Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach

Maximilian Philipp trifft für Borussia Dortmund gegen Borussia MönchengladbachGetty Images

Auch wenn sich diese Zeilen so lesen, Philipp ist kein Lautsprecher. Er gibt sich dieser Tage im Training ruhig und bescheiden, wie man ihn in seinen ersten Profijahren. Aber eben mit klarem Anspruch an sich selbst. "Ich mache mir nicht den Druck, eine bestimmte Anzahl an Toren schießen zu müssen", sagt er. "Ich bin da ganz entspannt."

Weitere Planspiele im Sturm

Die Dortmunder Planspiele in der vordersten Front umspielen aber eine ganze Hand voll Spieler - nicht nur den Ex-Freiburger.

Batshuayi, der den Posten in der vergangenen Rückrunde besetzte, wird nach seinem WM-Urlaub zum FC Chelsea zurückkehren. Eine Weiterbeschäftigung ist den BVB-Bossen sowohl zu heikel (defensiv-taktisch) als auch zu teuer (60 Millionen Euro aufwärts).

Weitere diskutierte Namen wie Álvaro Morata oder Außenstürmer Wilfried Zaha fallen in die selbe Preiskategorie.

Mit Aleksander Isak steht demnach derzeit nur ein einziger "echter" Stürmer im Kader. Der wartet allerdings noch auf seinen Durchbruch und könnte verliehen werden. Auch Marco Reus oder André Schürrle könnten in vorderster Front spielen, gelten aber nicht als Ideallösungen.

Leao als Ass im Ärmel

Rafael Leao könnte eine sein. Allerdings steht der aktuell nicht im BVB-Kader und ist obendrauf erst 19 Jahre alt.

Die portugiesische Sportzeitung "A Bola" meldete den Transfer des Mittelstürmertalents zum BVB vor einigen Tagen dennoch bereits als perfekt. Durch ist der Deal aber nicht, auch wenn ein Foto kursiert, dass den Spieler in Dortmund zeigt. Die Borussia dementiert vehement, mit dem Spieler zu verhandeln.

Mit einer Verpflichtung Leaos würde die Borussia erneut vielen internationalen Konkurrenten ein Schnippchen schlagen, gilt er doch als eines der größten Stürmertalente in Europa. 45 Millionen Euro betrug seine Ausstiegsklausel bei Sporting, bevor Leao seinen Kontrakt - wie acht weitere Spieler - nach einer Hooligan-Attacke auf das Mannschaftstraining auflöste.

Nach Dortmund würde er also ablösefrei kommen. Druck machen auf die etablierten Kräfte könnte der Portugiese sicher. Die große Lösung kann er aber nicht sein - wenn er überhaupt kommt.

Watzke und Co. nehmen sich Zeit

Watzke weist so oder so darauf hin, dass man auf den Faktor Zeit setze: "Es gibt viele Dinge, die wir lösen müssen", erklärt der 59-Jährige gegenüber dem "kicker", "das werden wir nicht in einer Transferperiode schaffen." Und wenn am Ende doch noch einer kommt? Maximilian Philipp jedenfalls stört das wenig.

"Ich nehme es, wie es kommt“, sagt er. "Dann gibt es eben einen größeren Konkurrenzkampf. Davor scheue ich mich nicht. Es ist kein Problem für mich, vorne zu spielen. Oder dahinter. Oder auf den Seiten.“

Zumindest hier befindet sich der BVB in einer komfortablen Situation.

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