Bundesliga - Ausgleich in der Nachspielzeit: BVB verdaddelt Heimsieg gegen Hertha

Die Siegesserie von Borussia Dortmund ist gerissen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre musste sich nach zuvor sechs Pflichtspielsiegen in Serie gegen Hertha BSC mit einem 2:2 (1:1) begnügen, führt die Tabelle der Bundesliga aber weiter an. Der 18-jährige Jadon Sancho (27., 61.) traf für den achtmaligen deutschen Meister doppelt, Salomon Kalou (41./90.+1, Foulelfmeter) glich zweimal aus.

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So lief das Spiel:

Von der ersten Minute an wollten beide Teams beweisen, warum sie bisher in der Saison über den grünen Klee gelobt werden. Dem BVB gelang dieses jedoch eindeutig besser.
Erneut mit Mario Götze von Beginn an in der Sturmspitze wirbelte der BVB nach dem 4:0 über Atletico Madrid auch die Berlinen Abwehr schwindlig. Marco Reus (3.), Jadon Sancho (5.) und Achraf Hakimi (8.) hatten schon ganz früh die Dortmunder Führung auf dem Fuß, scheiterten jedoch allesamt an Rune Jarstein oder denen sich in die Abschlüsse werfenden Niklas Stark und Karim Rekik.
In der 18. Minute schien der Bann dann gebrochen, als Sancho sehenswert eine Hereingabe von Reus mit der Hacke zum 1:0 über die Linie bugsierte, doch Schiedsrichter Sachs Stegemann nahm den Treffer wegen hauchdünnem Abseits von Reus nach einem Hinweis des Video-Assistenten wieder zurück (18.).
Nicht mehr zu zweifeln gab es dann knappe zehn Minuten später, als Mahmoud Dahoud Götze auf die Reise schickte. Der Weltmeister von 2014 zögerte kurz, behielt aber die Übersicht und legte für Sancho quer, der zum 1:0 einschob (27.).
Doch auch die Hertha versuchte immer wieder ihr Heil in der Offensive zu suchen und wurde bei einem ihrer seltenen Angriffe direkt belohnt, als Salomon Kalou die Kugel an Roman Bürki vorbei zum 1:1 über die Linie stocherte.
Nach dem Seitenwechsel machten beide Vereine weiterhin Werbung für die Bundeliga, wobei der BVB die gefährlichere Mannschaft mit den besseren Torchancen blieb.
Hakimi spielte den Ball von links in den Strafraum. Reus machte dann mit einem unfreiwilligen Luftloch den Weg frei für Sancho, der keine Probleme mehr hatte, die Kugel zum 2:1 über die Linie zu drücken (61.).
In der Folge verpasste es Dortmund durch Reus und den eigewechselten Jacob Bruun Larsen gleich mehrfach die Partie vorzeitig zu entscheiden.
So war es Davie Selke der die Unerfahrenheit von Dan-Axel Zagadou ausnutzte und nach einem Halten des Franzosen im Strafraum zu Boden ging. Kalou ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Elfmeter souverän zum 2:2-Endstand.
Während Hertha über den Auswärtspunkt jubeln darf, muss sich der BVB über zwei vergebene Zähler ärgern, obwohl die Leistung der Favre-Elf keinerlei Anlass zur Kritik gibt.

Die Stimmen:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben es sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir die Gelegenheiten zum 3:1. Leider machen wir es nicht und leider machen wir dann einen kleinen Fehler. Aber das ist Fußball."
Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Wir hatten einen Plan, doch da hat etwas der Mut gefehlt, den Plan durchzuzuehen. Nach 20 Minuten wurde es besser. Dortmund hat viel Qualität, doch wenn sie die Konterchancen nicht machen, dann sind wir da. Da wir so viel investiert haben, denke ich, dass es auch nicht ganz unverdient war. Ich habe die Szenen der Fans nicht ganz mitbekommen, da ich mich auf das Spiel konzentriert habe."
Mario Götze (Borussia Dortmund): "Wenn man den Spielverlauf betrachtet, fühlt es sich definitiv wie eine Niederlage an. Es sind gefühlt zwei verlorene Punkte. Natürlich haben wir die großen Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit nicht genützt, das müssen wir uns ankreiden lassen. Wir machen alles gemeinsam als Mannschaft, heute hat es zum ersten Mal nicht funktioniert, dass wir effizient waren."
Michael Preetz (Manager Hertha BSC): "Pyrotechnik und Gewalt haben im Stadion nichts zu suchen. Das ist ein Tag, der dem Fußball und unserem Verein schadet. Nach dieser Pyro-Orgie kam es zu reichlich körperlichen Aktionen. Das ist heute eine bittere Notiz, mehr als eine Randnotiz."

Tweet zum Spiel:

Pal Dardai dürfte sich vor dem Spiel nicht besonders gefreut haben, als er den Namen Mario Götze auf dem Spielberichtsbogen las, denn der Weltmeister von 2014 hatte eine Traumbilanz gegen die Hertha vorzuweisen. Und das änderte sich auch während des Spieles nicht, denn Götze trumpfte stark auf und bereitete das Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 von Jadon Sancho mustergültig vor.

Das fiel auf: Berliner Fans außer Rand und Band

Die Leistung der Berliner Fans konnte mit der ihrer Mannschaft leider nicht mithalten. Nachdem sich bereits der Anpfiff leicht verzögerte, da Unmengen an Pyro im Hertha-Block abgefackelt wurden, drangen nach einer guten Viertelstunde sogar "Fans" der Berliner in den Innenraum ein und lieferten sich dort eine wüste Schlägerei mit der Polizei. Das Spiel stand kurz vor einer Unterbrechung, ehe die Polizei die Situation dann doch noch in den Griff bekam.

Die Statistik: 309

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