Bundesliga | Bayern München schlägt Borussia Dortmund klar

Der FC Bayern München hat Borussia Dortmund im Topspiel des 28. Bundesliga-Spieltags mit 5:0 (4:0) klar in die Schranken verwiesen und die Tabellenführung übernommen. Beim Spiel der beiden Titelanwärter war schon zur Halbzeit durch die Tore von Mats Hummels (10.), Robert Lewandowski (17.), Javi Martinez (40.) und Serge Gnabry (43.) alles klar. Lewandowski (89.) sorgte für den Endstand.

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So lief das Spiel:

Ganz Fußball-Deutschland schaute zum Top-Spiel nach München. Titel-Rennen Deluxe: Lucien Favre gegen Niko Kovac, Erster gegen Zweiter, Borussia Dortmund gegen FC Bayern München. Nach dem letzten Spieltag - Dortmund bezwang den VfL Wolfsburg, Bayern spielte Unentschieden gegen den SC Freiburg - sprang der BVB in der Tabelle wieder an den Münchnern vorbei auf den ersten Platz - zwei Punkte Vorsprung auf den deutschen Rekordmeister.
Die Dortmunder reisten mit erheblichen Verletzungssorgen nach München, unter anderem fehlten Paco Alcácer und Raphaël Guerreiro im Favre-Aufgebot. Kovac konnte nahezu aus dem Vollen schöpfen und überraschte mit einer Aufstellung, die es bei den Münchnern noch nie gegeben hatte.
Mit diesen Nominieren sollte Kovac jedoch genau die richtige Wahl treffen. Was die Münchner gegen Borussia Dortmund zeigten, war eine Machtdemonstration. Der BVB ging schlichtweg unter in der Münchner Allianz Arena. Dabei hätte zunächst alles anders kommen können: In der 7. Minute konterten die Dortmunder das erste Mal. Marco Reus bediente Mahmoud Dahoud mit einem Flachpass von der linken Seite in den Rücken der Abwehr. Dahoud zog ab - traf nur den rechten Außenpfosten. In der Folge blieb den Gästen nur die Statistenrolle. Die Münchner schraubten an der Demontage.
In der 10. Minute gingen die Hausherren in Führung. Nach einer Ecke von der linken Seite setzte sich Mats Hummels am Fünfmeterraum der Dortmunder durch und köpfte ein zum 1:0. Sieben Minuten später folgte der nächste Streich. Robert Lewandowski nutzte die Unsicherheit des BVB aus: Dan-Axel Zagadou spielte als letzter Mann einen fatalen Fehlpass genau in die Beine von Lewandowski, der auf das Tor zuging, Roman Bürki überlupfte und anschließend zum 2:0 abschloss.
In der 40. Minute sorgte Javi Martínez für das 3:0. Nach einem geblockten Schuss von Lewandowski kam das personifizierte Zweikampfmonster aus 16 Metern zum Abschluss und zirkelte den Ball stark ins rechte Toreck. Drei Minuten später markierte Serge Gnabry das 4:0. Nach punktgenauer Flanke von Thomas Müller von der rechten Strafraumkante köpfte der Nationalspieler den Ball aus neun Metern ins Dortmunder Gehäuse. 4:0 für den FC Bayern München zur Halbzeit gegen Borussia Dortmund. Mehr als nur ein Ausrufezeichen.
Die Münchner nahmen im zweiten Durchgang zwei Gänge heraus, spielten dominant, doch nicht mehr mit der letzten Konsequenz wie noch in der ersten Halbzeit. Die Dortmunder konnten dem Kombinationsspiel der Hausherren dennoch nicht folgen und mussten Schwerstarbeit verrichten, um auch im zweiten Durchgang in Summe nicht vollends unter die Räder zu geraten. Den fünften Treffer des Abends konnten die Gäste dennoch nicht verhindern. In der 89. Minute zog Gnabry in die rechte Strafraumhälfte ein, legte quer auf Lewandowski, der aus kurzer Distanz problemlos zum 5:0 einschob. Der Schlusspunkt.

Die Stimmen:

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Wir haben katastrophal verteidigt - ich habe irgendwie keine Erklärung dafür, weil wir hatten eigentlich überhaupt keinen Druck. Bayern war einfach ganz klar besser, das müssen wir neidlos anerkennen, aber trotzdem müssen wir das Ganze knallhart analysieren, weil so dürfen wir nicht auftreten."
Mats Hummels (FC Bayern München): "Wir haben uns vorgenommen, dass wir anders spielen als zum Beispiel beim Liverpool-Spiel. Dass wir von Beginn an zeigen wollen, dass es ein Heimspiel ist, dass wir die Zuschauer mitnehmen wollen, dass wir ab der ersten Sekunde aggressiv sein wollen - ich finde, wir sind dann am besten. Passivität ist nicht ganz so unser Ding. Wir sind am besten, wenn wir aktiv mit dem Ball und gegen den Ball sind und das haben wir gezeigt."
Niko Kovac (Trainer Bayern München): "Fußball kann man nicht immer erklären. Heute haben wir den Gegner sofort unter Druck gesetzt und das Spiel in die Hände genommen. Das war in der Art und Weise richtig gut. Es kam auch relativ wenig zu unserem Tor durch, weil schon vorne ganz intensiv gearbeitet wurde. Es freut mich besonders, weil viele die Mannschaft schon hart kritisiert haben."
Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Das war eine Lehrstunde, ein sehr, sehr schwieriges Spiel für uns. Bayern war viel besser, sie haben mit viel mehr Tempo gespielt. Nach dem Spiel ist es einfach zu sagen, dass es nicht gut war, auf Mario Götze zu verzichten. Aber ich weiß nicht, ob es im anderen System besser gewesen wäre. Wir wollten viele Läufe in die Tiefe haben, das ist uns leider gar nicht gelungen. Wir müssen uns jetzt auf die nächsten Spiele konzentrieren und fertig. Wenn wir so auftreten wie heute, dann wird es ganz schwierig, das ist klar."

Das fiel auf: Die Bayern zum Siebten!

Nach sechs Spielzeiten in Folge, in denen der FC Bayern München nahezu konkurrenzlos deutscher Meister wurde, ist das Titelrennen in dieser Saison endlich wieder so richtig aufgeheizt. Zum Ende der Hinrunde galt Borussia Dortmund schon fast als sicherer Meister-Nachfolger der Bayern, doch der Münchner Titel-Spirit schoss den FC Bayern München am 28. Spieltag mit einen Punkt Vorsprung auf den BVB zurück an die Tabellenspitze.
Nach der Galavorstellung des deutschen Rekordmeisters gegen konstatierte Dortmunder wird die Meisterfrage wieder anders beantwortet. Die Münchner machten mit Nachdruck deutlich: Der FC Bayern entscheidet auch zum siebten Mal in Folge, wer deutscher Meister wird. Es bleiben noch sechs Spieltage Zeit.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 200

Sein Tor zum 2:0 der Münchner gegen Borussia Dortmund war ein ganz besonderes für Lewandowski. Der Pole markierte seinen 200. Treffer in der Bundesliga und das im 284. Einsatz. In der Bundesliga-Geschichte benötigte nur ein Spieler weniger Partien, um die 200-Tore-Marke zu knacken: Gerd Müller erreichte diesen Meilenstein binnen 234 Spielen.
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