Bundesliga: SV Werder Bremen - VfL Wolfsburg | Werder bastelt am Heim-Nimbus

Der SV Werder Bremen hat zum Auftakt des 7. Spieltags der Bundesliga den VfL Wolfsburg 2:0 (1:0) geschlagen und sich damit in der Spitzengruppe der Liga etabliert. Davy Klaassen (36.) und der eingewechselte Johannes Eggestein (86.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor sorgten für den Werder-Sieg. Bremen ist zuhause weiter ungeschlagen, Wolfsburg wartet nun schon seit fünf Spielen auf einen Dreier.

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So lief das Spiel:

Die Wolfsburger erwischten den deutlich besseren Start in die Partie und ließen die spielerisch starken Hausherren durch hohes Angriffspressing überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Stürmer Wout Weghorst hätte den lebendigen Auftakt der Gäste beinahe belohnt, traf nach Vorarbeit von Jérôme Roussillon aber nur den Pfosten (12.).
Mit zunehmender Spieldauer gewann die Kohfeldt-Elf immer mehr Kontrolle über eine insgesamt chancenarme erste Hälfte und ging zehn Minuten vor der Pause nach einer feinen Kombination über die rechte Seite in Führung.
Die Flanke von Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie wehrte Robin Knoche am Elferpunkt unzureichend ab, Davy Klaassen nutzte den Abwehrfehler eiskalt mit einem wuchtigen Abschluss in die linke Ecke aus (35.).
Im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Mannschaften lange Zeit, erst ab der 70. Minute zogen die Wolfsburger naturgemäß nochmal das Tempo an und kamen zu einigen guten Gelegenheiten binnen kurzer Zeit.
Daniel Ginczek (71.) und Josip Brekalo (73.) scheiterten jeweils per Distanzschuss, Robin Knoche konnte seinen Kopfball Richtung Bremer Tor nicht mehr ordentlich platzieren (75.).
Mit der Einwechslung von Claudio Pizarro tätigte Kohfeldt anschließend den entscheidenden Schachzug für die Schlussphase. Der 40 Jahre alte Peruaner bereitete den Treffer des ebenfalls eingewechselten Johannes Eggestein mit einem mustergültigen Zuspiel zum 2:0-Endstand vor (86.).

Die Stimmen zum Spiel:

Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir sind sehr schwer ins Spiel gekommen. Wir haben zu unruhig gespielt, gerade in der zweiten Halbzeit müssen wir den Ball halten. Mit der Leistung war ich heute nicht ganz zufrieden, aber der Kader gibt es her, dass wir jemanden wie Claudio Pizarro einwechseln können, der die Ruhe bringt und organisieren kann. Aber wir können nicht in jedem Spiel Phasen haben, in denen wir das Spiel aus der Hand geben."
Bruno Labbadia (Trainer VfL Wolfsburg): "Für uns ist das eine bittere Niederlage hier. Wir haben viel Aufwand betrieben, die ersten 25 Minuten haben wir top gespielt. Wir haben Werder überhaupt nicht ins Spiel kommen lassen. Dann hat Werder die Lücken besser gefunden und wir hatten eine Phase, in der wir nicht den Zugriff bekommen haben. Wir waren mit und gegen den Ball zu passiv. Und da haben wir das Tor gekriegt. Heute hat der Ertrag für den ganzen Aufwand gefehlt."
Maximilian Eggestein (Werder Bremen): "In den ersten 20 Minuten hatten wir Probleme, weil Wolfsburg es gut gemacht hat. Danach haben wir umgestellt und es wurde besser."
Davy Klaassen (Werder Bremen): "Es war kein perfektes Spiel von uns. Umso wichtiger war das Tor vor der Pause. Wolfsburg stand sehr kompakt. Es war schwer durchzukommen."
Max Kruse (Werder Bremen): "Wolfsburg hatte uns gut studiert. Es war schwer am Anfang. Nach 30 Minuten haben wir uns dann gefangen und zu den richtigen und wichtigen Zeitpunkten die Tore gemacht."
Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Aus unerklärlichen Gründen haben wir in der ersten Hälfte den Zugriff auf das Spiel verloren. Im zweiten Durchgang waren wir drückend, haben das Tor aber nicht gemacht. Heute sind wir zweimal eiskalt bestraft worden."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Mit Pizarro kommt Sicherheit

Gerade als der VfL Wolfsburg in der zweiten Hälfte auf den Ausgleich drückte, brachte Kohfeldt mit Pizarro den richtigen Mann in der richtigen Situation. Der Peruaner fungierte mit seiner Präsenz als Leuchtturm im Bremer Sturm und sorgte in der Schlussphase für die so dringend benötigte Ballsicherheit bei Werder. Selbst mit 40 Jahren kann Pizarro noch Spiele entscheiden und kann in dieser Saison der X-Faktor beim Bremer Sturmlauf auf die europäische Plätze werden.

Die Statistik: 17

Unter Trainer Florian Kohfeldt ist der SV Werder in Heimspielen noch ungeschlagen. Aus den letzten 17 Auftritten seit der Amtsübernahme holte Kohfeldt im Weserstadion neun Siege und acht Remis.
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