BVB nach Transfer von Mats Hummels: Eine Problemzone bleibt

Borussia Dortmund hat mit der Rückholaktion von Mats Hummels einen Coup gelandet und sich in der Innenverteidigung mit dem Spielertyp verstärkt, der der Elf von Lucien Favre im Endspurt der vergangenen Saison fehlte. Allerdings könnte der Transfer auf Kosten der Behandlung einer zweiten Problemzone gegangen sein. In der Sturmspitze klafft weiter eine Lücke. Wird der BVB nochmal aktiv?

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"Wir haben diese Entscheidung natürlich gründlich abgewogen", war Michael Zorc im Interview mit den "Ruhrnachrichten" nach dem Transfer von Mats Hummels um Sachlichkeit bemüht. Hinter den Kulissen dürfte die Freude über die Rückkehr des verlorenen Sohnes aber deutlich ausgeprägter ausgefallen sein.
Schließlich hat Borussia Dortmund mit dem 30-Jährigen genau das bekommen, was in der Abwehr noch fehlte: Einen deutschsprachigen Innenverteidiger mit Erfahrung, der mit seiner Kopfballstärke die eklatante Schwäche bei Standards ausmerzen soll.
Sprich: Hummels.

BVB: Eine Problemzone bleibt unbehandelt

Man kann den BVB also nur beglückwünschen. Oder? Eine kleine Ausnahme gibt es da schon. Denn mit den 29 Millionen Euro (kann durch Prämien auf bis zu 38 Millionen steigen), die der Klub für Hummels laut der "Süddeutschen Zeitung" hinblättern muss, haben sich die Borussen finanziell weit aus dem Fenster gelehnt.
Wie Zorc im "Bild"-Interview verriet, werde auf der Abgabenseite "sicher noch etwas passieren". Heißt: Ein paar Millionen werden noch zurück in die Kasse fließen.
Dennoch stehen mit den Transfers von Julian Brandt (25 Millionen), Thorgan Hazard (25,5 Millionen), Nico Schulz (25,5 Millionen) und der festen Verpflichtung von Paco Alcácer (21 Millionen) bereits fast 130 Millionen auf der Ausgabenseite. Gut möglich, dass deshalb die zweite Problemzone des BVB unbehandelt bleibt: Die Sturmspitze.
Laut "Bild" hat sich das Thema Stürmersuche für den BVB nach der Hummels-Verpflichtung erledigt, da der Innenverteidiger neben den defensiven auch die offensiven Probleme mit seiner Kopfballstärke lösen kann.
Wer einen Moment über diese Aussage nachdenkt, merkt natürlich, dass diese "Lösung" zu kurz greift.

Dortmund in der Spitze zu eindimensional

Mit Alcácer und Mario Götze, die zwar ganz nach Lucien Favres Geschmack in der Offensive als mitspielendes Element am Spiel partipizieren können, hat Dortmund zwei sehr ähnliche Stürmertypen im Kader.
Ein richtiger Stoßstürmer, der auch mal einen Ball aus der Luft annehmen und festmachen kann, der für taktische Flexibilität gegen Gegner sorgt, die sich auf das System des BVB eingestellt haben, fehlt. Mit Alexander Isak (für 6,5 Millionen Euro zu Real Sociedad) wurde derjenige, der diesem Typ Spieler am nächsten kommt, abgegeben.
"Diese Phantom-Diskussion um einen Stoßstürmer ist ein klassischer Reflex", spielte Hans-Joachim Watzke im "Bild"-Interview die Notwendigkeit eines Back-Ups herunter:

Fragezeichen hinter Alcácer

Gerade in den Partien, in denen die Kombinations-Maschine BVB in der vergangenen Saison mal nicht anlief, hätte ein klarer Zielspieler der Favre-Elf allerdings gut getan – und in engen Spielen womöglich den einen oder anderen Punkt im Meisterschaftskampf mehr gebracht.
Und wenn wir ehrlich sind: Hummels die letzten 30 Minuten in einem engen und wichtigen Spiel in die Spitze stellen? Das wird keine Option sein.
Zudem muss auch Alcácer (nur sechs Tore in der Rückrunde) erst beweisen, dass er über eine komplette Saison als erste Option überzeugen kann.

Optionen im Sturm: Kommt Mandzukic?

Einer, der für besagte Rolle in Frage käme, ist Mario Mandzukic von Juventus Turin. Sein Name hält sich hartnäckig in Dortmund, wo er seit Jahren immer wieder diskutiert wird. Der Kroate ist ein echter Leader, ein Mentalitätsspieler. Er würde auch preismäßig passen. Für rund 15 Millionen Euro könnte der ehemalige Bayer kommen.
Teurer würde Eintracht Frankfurts Sébastien Haller werden. Deutlich teurer sogar. Der Franzose wäre die Königslösung und würde die Karten im Sturmzentrum komplett neu mischen. Allerdings dürfte sich diese Personalie nach dem Hummels-Transfer ohnehin erledigt haben.
Als dritten Kandidaten brachte "Yahoo Sports" jüngst Alassane Plea in Spiel. Doch auch dessen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach läuft noch bis 2023.
Womöglich zaubert der BVB auch noch einen ganz anderen Namen aus dem Hut.
Darf man Watzkes neuem Mantra ("Wir werden in die Saison mit der Maßgabe gehen, dass wir ohne Wenn und Aber um die Deutsche Meisterschaft spielen wollen!") glauben schenken, dann wird sich das Personalkarussel beim BVB wohl nicht das letzte Mal gedreht haben.
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