Der FC Bayern München braucht Oliver Kahn jetzt mehr als früher

Gerüchte gab es immer mal wieder, jetzt scheint die Sache tatsächlich ernst zu werden. Oliver Kahn gilt als klarer Favorit auf einen Funktionärsposten beim FC Bayern München, womöglich als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge, in jedem Fall: in führender wie verantwortungsvoller Rolle. Warum eine Rückkehr des Ex-Torhüters ein Erweckungserlebnis für den ganzen Verein wäre.

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Ein Kommentar von Johannes Mittermeier
Stallgeruch ist kein Qualitäts- und Einstellungsmerkmal. Stallgeruch ist etwas Schönes, weil er suggeriert, dass irgendeine Verbindung bestehen muss. Sowas erwärmt das Herz.
Oliver Kahn hat Stallgeruch, wenn es um den FC Bayern geht, aber den hatte der Ex-Spieler und spätere Ex-Sportdirektor Christian Nerlinger ebenfalls. Und der Ex-Spieler und jetzige Sportdirektor Hasan Salihamidzic erst recht. Einst liebkoste die Fanszene ihren "Brazzo", inzwischen wird das Bürschchen kritischer beurteilt, um es mal diplomatisch auszudrücken.
Kahn ist kein Nerlinger und kein Bürschchen. Kahn ist der Immer-weiter-Titan. Der Niemals-aufgeben-Typ. Die Legende.

Kahn soll Ende 2019 bei Bayern einsteigen können

Und vielleicht ist er bald zurück beim FC Bayern, in führender wie verantwortlicher Rolle. Zuletzt mehrten sich entsprechende Berichte, und das Verblüffende war. Sie deckten sich sogar.
Ende 2019 oder Anfang 2020 könnte Kahn, der 632 Mal für Bayern spielte, offenbar beim Rekordmeister einsteigen. Womöglich in einer Übergangsphase als Sportvorstand und dann als Erbe des Vorstandsbosses Karl-Heinz Rummenigge; oder sofort im allerobersten Zirkel der Klubspitze, was seinem Nummer-eins-Naturell gleichkäme.
Den Bayern ist es wohl ernst. Schon öfter soll Kahn die Option einer Rückkehr ausgeschlagen haben, mittlerweile wirkt der 49-Jährige spürbar aufgeschlossener. "Sport Bild" zitiert ihn so:
Trotz 14 Jahren bei Bayern, von 1994 bis 2008, wäre Kahn keine weitere Wir-wählen-die-Stallgeruch-Lösung, sondern ein studierter "Master of Business Administration" mit Praxis-Erfahrung in der Wirtschaft: Er ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der "Goalplay GmbH", hat den Vorstandsvorsitz der "Titanoen Media AG" inne und leitet seine "Oliver Kahn Stiftung".

Kahns Comeback wäre ein Erweckungserlebnis

Zu einer Zeit, in der sich der große, stolze FC Bayern in einem Selbstfindungsprozess mit Umbrüchen auf allen Ebenen befindet, würde Kahns Comeback als Erweckungserlebnis dienen - übrigens auch für die Anhänger, die ihrem Uli Hoeneß fest die Treue halten, aber durchaus registriert haben, dass sich ein paar Irrungen und Wirrungen eingeschlichen haben.
In seinen letzten Jahren als Aktiver war Kahn noch immer ein ausgezeichneter Torhüter. Er parierte Schüsse, die andere nicht parierten, aber er war älter geworden, nahm sich Pausen und musste im UEFA-Cup aufhören, was natürlich an Gotteslästerung grenzte.
Im Vergleich ist die Sache klar: Der FC Bayern von heute hätte Oliver Kahn nötiger als der FC Bayern von damals.
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