Satire | FC Bayern München in fünf Jahren: So sieht der Rekordmeister 2023 aus

Der FC Bayern München in fünf Jahren: Sind Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge noch im Geschäft? Wer ist Trainer, was machen Legenden wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger - und wie ist es um die Mannschaft der Bayern bestellt? Wir werfen am Rande der Jahreshauptversammlung im November 2023 mal einen humoristischen Blick auf den Zustand des ewigen Rekordmeisters...

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Fotocredit: Eurosport

Eine Satire von Johannes Mittermeier
Im November 2023 hat der FC Bayern bei seiner Jahreshauptversammlung nichts zu meckern. "Wir werden uns keine Fakten mehr bieten lassen", ruft Präsident Karl-Heinz Rummenigge (68) am Ende des Wintertages von der FC-Bayern-Bühne powered by Adidas herab. Das Fuß(ball)volk johlt.
Dem "wichtigsten deutschen Klub", wie Uli Hoeneß (71) in seiner Funktion als Uli Hoeneß anmerkt, gehe es prächtig in der globalisierten Fußballindustrie. Selbstverständlich führt der FC Bayern die Bundesliga an, selbstverständlich spielt der FC Bayern überhaupt noch in der Bundesliga, der "wichtigsten deutschen Liga" (Hoeneß).
Das Torverhältnis wurde abgeschafft - zu dekadent. Seitdem gilt bei Punktgleichheit die Regel, wonach die Bevorzugung des FC Bayern unantastbar sei ("Lex Uli").
Mei, welch trübe Zeiten waren das, sinniert Hoeneß, als Bayern mal Tabellenfünfter war. Irgendwann im Herbst 2018. Zum Glück bekamen sie den Laden damals in den Griff, es war ja schon kritisch: Wie ein Trainer namens Kovac und ein Sportdirektor namens Salihamidzic seltsame Sachen anstellen wollen und zum Teil auch anstellten.

Hoeneß: "Dafür sind sie fast ALLEINE verantwortlich"

Bald wurde Kovac (52) nicht mehr gesehen an der Säbener Straße, die mittlerweile in Besitz des FC Bayern ist. Die Allianz Arena powered by Allianz fasst jetzt 90.000 Plätze und ist chronisch überbucht, sogar im Pokal gegen den Fünftligisten 1860 München. Da wundern sich die Macher bei Bayern oft selbst. Aber gut.
Möglich wurden derlei Investitionen durch immer neue Rekorde und Rekorde und Rekorde des "wichtigsten deutschen Klubs" (Rummenigge/Hoeneß). Betrug der Konzernumsatz anno 2018 noch schlappe 657 Millionen Euro, sind es inzwischen 842 Millionen. Der Gewinn nach Steuern liegt bei fantastischen… ach, nicht so wichtig.
"Dafür sind sie fast ALLEINE verantwortlich", trompetet Hoeneß in Richtung der Vizepräsidenten Philipp Lahm (40) und Bastian Schweinsteiger (39). In der ersten Reihe klatscht Mannschaftskapitän Joshua Kimmich (28) stellvertretend Applaus. Die Boulevardpresse notiert, dass sich Kimmich rasiert hat, obwohl November ist.
Nicht in der Halle sitzt PSG-Star Kingsley Coman (27), Bayerns erster Transfer, der eine dreistellige Millionensumme einbrachte. Dafür wird Kimmich von Stammtorwart Christian Früchtl (23) und Torschützenkönig Oliver Batista Meier (22) flankiert; daneben haben sich Trainer Mark van Bommel (46) und der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn (54) eingefunden.
Übrigens wird Bayerns Hauptversammlung live in 3D mit Geruchssinn gestreamt, auf dem Update einer Plattform, die früher mal "Instagram" hieß. Kimmich denkt wehmütig an Zeiten, als er in Batista Meiers Alter war - da gab's noch eine Privatsphäre.

Rummenigge zitiert aus Guardiolas Fibel

Lange her, sehr lange. Im November 2023 kann Rummenigge aus der Fibel des ehemaligen Fußballtrainers Pep Guardiola zitieren ("Die Doktrin des Spiels - Exempel mit Salz- und Pfefferstreuern", herausgegeben von Thomas Tuchel, ohne Vorwort von Carlo Ancelotti). Und die ganze Welt riecht mit.
"Ich danke Dir ganz toll, weiß gar nicht, was ich sagen soll", reimt Hoeneß. Ergreifende Momente.
"Am Ende des Tages", schließt Rummenigge so feierlich, wie es Westfalen eben können, "am Ende des Tages haben wir noch etwas Besonderes für Sie, lieber Kund… äh, Mitglieder und Fans des FC Bayern!"
Gestützt von einem Mann, der Ex-Sportdirektor Salihamidzic (46) nicht unähnlich sieht, schreiten zwei Herren auf die Empore: Franck Ribéry (40) und Arjen Robben (39) erhalten neue Einjahresverträge. Streng leistungsbezogen, versteht sich.
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