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Eintracht Frankfurt: Geht der Wahnsinn weiter? So stehen die Chancen
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Publiziert 01/12/2018 um 13:34 GMT+1 Uhr
Seit elf Pflichtspielen ungeschlagen, 19 Punkte aus den letzten sieben Bundesliga-Partien, Gruppensieg in der Europa League - Eintracht Frankfurt hat, vorsichtig ausgedrückt, einen Lauf. Trainer Adi Hütter eilt mit seinem Team von Erfolg zu Erfolg. Bleibt die Frage: Wie lange geht der Eintracht-Wahnsinn weiter, wie stabil sind die Hessen? Eurosport.de nimmt das Phänomen Frankfurt unter die Lupe.
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Fotocredit: Eurosport
Zu Beginn der Saison 2018/19 übernahm der Österreicher Adi Hütter eine von Niko Kovac sehr gut aufgestellte Frankfurter Mannschaft. Im Finale des DFB-Pokals schlug die Eintracht den FC Bayern München sensationell mit 3:1 - der erste Titelgewinn seit 30 Jahren.
Die Erwartungen waren entsprechend groß. Hütter war beeindruckt, aber keineswegs eingeschüchtert:
Allerdings: Hütter konnte nicht an Kovacs Erfolg anknüpfen - zumindest nicht zu Beginn seiner Amtszeit.
Plötzlich mäkelt keiner mehr herum
Der Beginn der Saison gestaltete sich durchwachsen. Im Duell zwischen Meister und Cupsieger, dem Supercup-Finale, musste Frankfurt im ersten Pflichtspiel unter Hütter eine deftige 0:5-Pleite gegen die Bayern einstecken. Nur fünf Tage später setzte es die nächste Klatsche. Der Titelverteidiger verlor im DFB-Pokal gegen Regionalligist SSV Ulm 1846 mit 1:2 und war somit schon in der ersten Runde ausgeschieden.
Zwei bittere Niederlagen noch vor dem Bundesliga-Start - ein herber Dämpfer. Aus den ersten fünf Spielen holten die Frankfurter in der Liga nur vier Punkte, Hütter musste viel Kritik hinnehmen.
Sieben Spieltage später mäkelt keiner mehr am neuen Trainer herum. Von 21 möglichen Punkten fuhr Hütters Auswahl - häufig im offensiven Hurra-Stil - 19 ein, kletterte von Rang 15 auf drei. Und plötzlich schwärmt die ganze Liga vom Offensiv-Trio der Frankfurter: Sébastien Haller (9 Tore), Luka Jovic (9) und Ante Rebic (5) bilden mit ihren 23 Treffern den torgefährlichsten Angriff der Bundesliga.
Ein torgefährlicheres Trio sah die Liga nur in der Saison 1976/77, als Gerd Müller, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zum selben Zeitpunkt 30 Tore auf dem Konto hatte.
Und: Auch in Europa mischt die Eintracht voll mit. Nach der jüngsten 4:0-Gala gegen Olympique Marseille stehen die Hütter-Kicker mit 15 Punkten als souveräner Gruppensieger fest. "Die Art und Weise, wie unsere Mannschaft das Spiel angenommen hat, bereitet einem Trainer einfach Freude", sparte der Österreicher nicht mit verdientem Lob. Im Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Sonntag ab 18:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) soll nun der nächste Sieg her.
Hütter predigt Offensivfußball
Zu Beginn der Saison hatte Hütter es mit einem 4-2-3-1-System versucht. Bei Red Bull Salzburg und bei den Young Boys Bern, wo er zuvor an der Seitenlinie stand, hatte der 48-Jährige allerdings mit zwei Spitzen operiert. Eine Variante, die der Coach schließlich auch mit Erfolg in Frankfurt einsetzte.
Die Premiere am 10. Spieltag gegen Stuttgart, als Hütter zum ersten Mal mit Haller, Rebic und Jovic sogar alle drei Offensiv-Asse einsetzte, habe "super funktioniert". Im "ZDF"-Sportstudio erklärte Hütter:
Das Ziel mit den Facetten hat die Eintracht auf beeindruckende Art und Weise erreicht. "Es passt einfach die komplette Balance in unserem Spiel, wir sind auch defensiv sehr, sehr stabil und die Mannschaft macht momentan unglaublich viel Freude", so Hütter, der aber mehr will:
Die Spieler folgen ihrem Trainer da komplett, Torjäger Haller etwa betonte:
Die Mannschaft ist topmotiviert. 29 Ligatore hat die Eintracht in dieser Saison bislang erzielt und nur 14 kassiert. Was in dieser Saison wirklich drin ist, lasse sich "zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Es ist immer alles möglich, aber die Hauptsache ist, dass wir unsere Leistungen bestätigen", sagte Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic.
Wird die Doppelbelastung zur Gefahr?
Hütter ist ob der furiosen Wochen bemüht, die Balance zwischen Euphorie und Zurückhaltung zu wahren:
Was Trainer und Spieler derzeit an den Mikrofonen der Journalisten von sich geben, nährt die Hoffnung der Eintracht-Fans, dass die Erfolge dauerhaft sein könnten. Die Mannschaft ist physisch in einer Topverfassung, schwerwiegende Ausfälle gibt es kaum zu beklagen - sieht man vom Ausfall von Abwehrchef David Abraham ab.
Einzig die ungewohnte Doppelbelastung aus Liga und Europapokal könnte dem Team noch zu schaffen machen - weshalb es wichtig ist, alle Akteure an Bord zu halten. Vor allem die Offensiv-Asse Haller, Rebic und Jovic wecken Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Hütter ist dennoch optimistisch:
Wenn das gelingt und die Eintracht von größerem Verletzungspech verschont bleibt, dann spricht nichts dagegen, dass Hütter seine erste Saison in Frankfurt zu einem extrem erfolgreichen Abschuss bringt. "Ich denke, wenn wir so motiviert weitermachen, können wir noch viel erreichen", ließ Jonathan de Guzmán wissen - und sprach damit der ganzen Mannschaft aus der Seele.
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