Eurosport
Lucien Favres Borussia Dortmund: Überbewertet oder deutlich besser als der Rest?
Von
Publiziert 18/12/2018 um 10:48 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund ist in der Bundesliga noch ungeschlagen, thront mit neun Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Mönchengladbach an der Tabellenspitze. Sechs Siege in Folge stehen für die Mannschaft von Lucien Favre national zu Buche, fünf davon allerdings nur mit einem Tor Vorsprung. Ist der BVB also gar nicht deutlich besser als alle anderen?
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Lucien Favre riss die Arme hoch und pustete einmal kräftig durch. Gegen Werder Bremen war es nochmal eng geworden.
Wie so oft in den vergangenen Wochen gewann der BVB zwar, strapazierte die Nerven der eigenen Fans aber (gefühlt) mehr als nötig. Am Ende stand ein Sieg, der über weite Strecken des Spiels wie ein 4:1 aussah, am Ende aber eben doch "nur" ein 2:1 war.
Gibt zwar auch drei Punkte, der Trend ist aber deutlich zu erkennen.
Die Gala-Vorstellungen, die der Tabellenführer noch zu Saisonbeginn im Wochentakt ablieferte (7:0 gegen Nürnberg, 4:2 gegen Leverkusen, 4:0 in Stuttgart) gehören längst der Vergangenheit an. Genauer: Seit dem Spiel in Stuttgart am 20. Oktober hat die Borussia von sieben Ligapartien zwar sechs gewonnen.
Allerdings nur eins mit mehr als einem Tor Unterschied. In diesem einen Spiel gegen den SC Freiburg fiel der erlösende zweite Treffer in der Nachspielzeit. Ansonsten steht da 2:2, 1:0, 3:2 und drei Mal 2:1 in der Bilanz.
Favre sieht Arbeitsbedarf
Ist der BVB also immer nur dieses eine kleine Stück besser als die Konkurrenz, wie es die nackten Resultate vermuten lassen? Oder ist er tatsächlich diese neun Punkte Vorsprung besser als der Rest, so wie es in der Tabelle steht?
Favre bleibt bei dieser Fragestellung kurz angebunden. Das ist er aber meistens, sollte man dazu wissen. Zumindest weicht er nicht aus und sagt unumwunden:
Für den Trainer sind das Ansatzpunkte für die tägliche Arbeit. Der Schweizer ist ein Perfektionist. Selbst die Herbstmeisterschaft tat er mit einem müden "Danke, aber das bedeutet mir nicht viel" ab.
Typisch Favre eben.
Effektivität schlägt Chancenwucher
Blickt man auf die nackten Zahlen erkennt man, warum der Trainer noch nicht vor Euphorie platzt. Der BVB hat mit 41 zwar die meisten eigenen Treffer in der Liga erzielt und die zweitwenigsten bekommen (15) - nur Leipzig hat weniger. In Sachen Torschüsse belegt man aber nur Rang zehn der Liga (142 / Bayern ist mit 204 die Nummer eins).
Dortmund ist meist hochüberlegen, schnürt den Gegner ein. Gemessen an dieser Überlegenheit springen aber zu wenige Torchancen heraus. Oder anders gesagt: Der Tabellenführer profitiert in dieser glänzenden Vorrunde von der brutalen Effektivität seiner Superstars Marco Reus, Paco Alcácer oder Jadon Sancho. Der BVB braucht nur 3,46 Schüsse pro Tor - mit Abstand der beste Wert der Liga (Bayern benötigt 6,38).
Fallen die Dortmunder Ausnahmekönner also in ein Leistungsloch, verlässt sie das Glück oder lassen sie nur einen Deut nach, könnte aus dem ein oder anderen knappen Sieg plötzlich ein Unentschieden werden. Favre weiß das. "Wir werden immer weiter arbeiten und Fehler schnell korrigieren", sagt er.
Experten sehen den BVB vorn
Für Experten-Deutschland scheint die Meisterschaft dagegen längst entschieden. Lothar Matthäus legte sich erst kürzlich auf die Borussia als kommenden Titelträger fest. Nun zieht 90er-Weltmeister Jürgen Kohler nach.
Für ihn ist Dortmund der "klare Favorit“ auf den Meistertitel. Der ehemalige Nationalspieler im "Kicker":
Heute (ab 20:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) spielt der Tabellenführer erstmal in Düsseldorf. Vielleicht springt ja ein Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied heraus...
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung