FC Augsburg - Borussia Dortmund | Dong-Won Ji besiegt den BVB

Borussia Dortmund verliert an der Spitze der Bundesliga weiter an Boden. Im Freitagsspiel des 24. Spieltags verlor der BVB 1:2 (0:1) beim FC Augsburg. Ex-Borusse Dong-Won Ji traf doppelt (24./68.), Dortmunds Joker Paco Alcácer (81.) erzielte nur noch den Anschlusstreffer. Für Augsburg war's der erst zweite Sieg in den letzten 15 Partien, für den BVB die zweite Saison-Niederlage.

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So lief das Spiel:

Der FC Augsburg setzte die BVB-Defensive von Beginn an gehörig unter Druck. Bereits nach zwei Minuten hatte Dan-Axel Zagadou sehr viel Glück, dass André Hahn nach einem Ballverlust des Dortmunders im Abseits stand – ansonsten hätte es gut und gerne Elfmeter für die Gastgeber geben können, Zagadou hatte Hahn im Strafraum von den Beinen geholt.
Zwar hatte der Tabellenführer aus Dortmund deutlich mehr Ballbesitz, fand gegen die defensiv sehr sicher stehenden Fuggerstädter aber nur selten eine Lücke. Der wieder genesene Marco Reus hatte nach einem Querpass von Jakob Bruun Larsen die erste Möglichkeit für den BVB, scheiterte aber an Keeper Gregor Kobel (8.).
Immer wieder wirkte die junge Dortmunder Defensive irritiert ob der Augsburger Angriffslust. Vor allem Hahn und Dong-Won Ji machten Zagadou, Abdou Diallo, Manuel Akanji und Achraf Hakimi das Leben schwer.
Mitte der ersten Halbzeit zahlte sich dieser Angriffsmut schließlich aus. Zagadou rutschte auf der rechten Angriffsseite aus und ermöglichte so Hahn ein präzises Zuspiel in den Strafraum. Dort lauerte Ji, der zunächst an Akanjis Block scheiterte, den zweiten Versuch dann aber ins linke obere Toreck versenkte (24.).
Die Dortmunder Antwort auf diesen Rückstand ließ einige Zeit auf sich warten. Erst kurz vor der Pause wurde es vor dem FCA-Tor noch einmal richtig gefährlich.
Zunächst setzte der sichtlich überraschte Thomas Delaney den Ball nach einem Freistoß aus kurzer Distanz über den Kasten (41.), kurz darauf wurde Bruun Larsen mit einem schönen Zuspiel von der rechten Seite in Szene gesetzt. Nach starker Ballverarbeitung scheiterte der junge Däne dann aber mit seinem wuchtigen Abschluss an Kobel (42.).
Im zweiten Durchgang änderte sich an der Grundausrichtung nicht viel. Dortmund suchte die Lücke, Augsburg verteidigte mit viel Leidenschaft. Allerdings – im letzten Drittel war der BVB nach wie vor zu inkonsequent.
Mit der Hereinnahme von Raphael Guerreiro und Paco Alcácer erhöhte sich der Druck der Schwarzgelben auf die Augsburger Abwehr immer mehr. Mitten hinein in diese Dortmunder Druckphase erhöhte allerdings der FCA auf 2:0.
Nach einem haarsträubenden Fehlpass von Achraf Hakimi hatte Ji nur noch Zagadou vor sich, tänzelte diesen aus und traf äußerst sehenswert mit links ins rechte obere Eck (68.).
Mit Wut im Bauch stemmte sich der BVB anschließend gegen die drohende Niederlage, immer wieder aber war Augsburg-Keeper Kobel Endstation. Gegen Alcácer zeigte der Schweizer eine Glanztat (75.), ehe er einen Schuss aus spitzem Winkel vom ansonsten blassen Jadon Sancho entschärfte (80.).
Kurz darauf war Kobel dann aber doch geschlagen. Auch die Augsburger waren vor individuellen Fehlern nicht gefeit. Ein solcher unterlief Georg Teigl, der Mario Götze so die Möglichkeit zum Flanken eröffnete. Die Hereingabe von der rechten Seite landete im Zentrum bei Alcácer, der Kobel eiskalt verlud und rechts unten zum Anschluss einschob (81.).
In der Folge musste der FCA eine heiße Schlussphase überstehen, Entlastung gelang dem Team von Manuel Baum überhaupt nicht mehr. Allerdings gelang auch dem BVB nicht mehr der Ausgleichstreffer, zumal erneut Kobel gegen Götze klasse reagierte (87.).

Die Stimmen zum Spiel:

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Heute hätten wir das Spiel gewinnen sollen. Der Gegner hat praktisch keine Torchance und wir verlieren das Spiel 2:1. Wir geben dem Gegner den Ball, das ist schade. Wir wollen immer gewinnen, heute verlieren wir dieses Spiel total unnötig."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Extrem bitter, weil wir uns selber die Tore reinschießen durch zwei individuelle Fehler. In der ersten Halbzeit hatte Augsburg nicht einen Torschuss. Den Schuh müssen wir uns einfach selber anziehen. Wir dürfen die Bälle nicht so leichtfertig hergeben und die Augsburger zum Tore schießen einladen."
Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Ganz ehrlich, ich muss mich immer zusammenreißen auf dem Spielfeld, dass ich niemandem den Kopf abreiße. Das sind einfach sehr kuriose Tore, die wir momentan kassieren."
Manuel Baum (Trainer FC Augsburg): "Es ist halt schon wichtig, dass wir unsere Attribute herausstellen. Vorne macht einer zwei Buden, hinten hält einer drei, vier unhaltbare - und dazwischen laufen neun Spieler 90 Minuten das Spielfeld rauf und runter. Ich denke schon, dass so ein Heimspiel gegen Dortmund nach so einem Spiel wie in Freiburg nicht selbstverständlich ist."
Daniel Baier (FC Augsburg): "Wir sind überglücklich, dass wir mal wieder in unserer Kurve feiern können. Wir haben heute aus ganz wenig sehr sehr viel gemacht. So ein Spiel haben wir mal gebraucht."
Gregor Kobel (FC Augsburg): "Heute hat uns fast niemand auch nur einen Punkt zugetraut, umso schöner ist es, wenn man dann als Sieger vom Platz geht. Wir haben heute bis zur letzten Minute gekämpft und das können wir mitnehmen in die nächsten Wochen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Rauf auf den Witsel

Die Viererkette des BVB wirkte gegen den FC Augsburg alles andere als sattelfest. Gegen aggressiv anlaufende Augsburger Stürmer wirkte die junge Defensive anfällig. Noch dazu brachten Dan-Axel Zagadou und Achraf Hakimi die eigene Mannschaft durch zwei individuelle Fehler ins Hintertreffen. Eurosport-Experte Matthias Sammer attestierte den jungen Dortmunder Verteidigern "Naivität" - die gegen Augsburg eiskalt bestraft wurde. Hinzu kommt, dass Axel Witsel bereits seit einigen Wochen unter dem Radar zu fliegen scheint. Bezeichnenderweise war Manuel Baums Ansage in der ersten Halbzeit über die Außenmikorofone gut zu hören: "Rauf auf den Witsel!" Eine Vorgabe, die seine Spieler nahezu perfekt umsetzten und so den Spielaufbau der Dortmunder erheblich störten.

Die Statistik: 2

Borussia Dortmund verliert erst das zweite Spiel in dieser Bundesliga-Saison. Zugleich bedeutet das aber auch, dass der FC Bayern nun punktemäßig zum BVB aufschließen kann. Eine Niederlage, die den Dortmundern die bereits fast sicher geglaubte Meisterschaft noch streitig machen könnte.
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