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Fortuna Düsseldorf schlägt den VfB Stuttgart am 21. Bundesliga-Spieltag

VfB-Abreibung in Düsseldorf: "Müssen uns bei Fans entschuldigen"

10/02/2019 um 19:53Aktualisiert 10/02/2019 um 22:39

Fortuna Düsseldorf hat am 21. Bundesliga-Spieltag einen Big Point im Abstiegskampf gelandet. Gegen den VfB Stuttgart gewann das Team von Trainer Friedhelm Funkel mit 3:0 (1:0). Kenan Karaman (34.), Oliver Fink (49.) und Benito Raman (85.) trafen, Stuttgarts Nicolás González sah Rot wegen Tätlichkeit (90.+2). Indes zog Fortuna vorbei an Schalke 04 und dem SC Freiburg auf Platz zwölf (25 Punkte).

So lief das Spiel:

"Es ist kein Endspiel", sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel vor der Partie gegen den VfB Stuttgart. Im Kampf um den Klassenerhalt war dieses Duell jedoch ein ganz wichtiges Spiel. Beide Mannschaften stehen tief im Tabellenkeller, benötigen jeden Punkt.

VfB-Trainer Markus Weinzierl erwartete "ein sehr intensives Spiel" und lag mit seiner Einschätzung richtig. Fortuna Düsseldorf ging von Beginn an mit viel Power ins Abstiegsduell, machte den Stuttgartern das Leben enorm schwer. Mit schnellem vertikalen Spiel kamen die Hausherren immer wieder gefährlich vor das gegnerische Tor, standen zudem defensiv kompakt.

In der 34. Minute belohnte sich der Aufsteiger für seinen Aufwand und ging verdient mit 1:0 in Führung. Nach einer feinen Hereingabe von Dodi Lukebakio von der linken Seite, setzte sich Kenan Karaman im Zentrum durch und köpfte den Ball aus sechs Metern in die Maschen.

Auch in der Folge blieben die Hausherren die dominante Mannschaft, beim VfB war vor allem im Offensivspiel sehr viel Leerlauf angesagt - zudem zeigte sich die Defensive sehr fehlerbehaftet. Die Fortuna hatte gleich mehrmals die Chance, die Führung zu erhöhen, nutzte die gegebenen Möglichkeiten allerdings nicht.

Oliver Fink bei Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart

Oliver Fink bei Fortuna Düsseldorf - VfB StuttgartGetty Images

Erst im zweiten Durchgang legten die Hausherren nach. In der 49. Minute traf Oliver Fink mit einem absoluten Traumtor. Nach einem Ballverlust in der Offensive des VfB, konterten die Düsseldorfer im eigenen Stadion. Jean Zimmer spielte ins Zentrum auf Fink, der zunächst Santiago Ascacibar ins Leere rutschen ließ und den Ball anschließend wunderschön aus 20 Metern in den rechten Torwinkel schlenzte.

Den Stuttgartern fiel auf diesen 0:2-Rückstand nicht viel ein - Düsseldorf durfte nach wie vor schalten und walten, wie es wollte und erspielte sich weitere gute Tormöglichkeiten. Einzig die Chancenverwertung war durchaus verbesserungswürdig.

In der 85. Minute trafen die Hausherren schließlich doch noch ein weiteres Mal. Nach feinem Zuspiel von Kevin Stöger in die Schnittstelle der VfB-Abwehr war der eingewechselte Benito Raman auf und davon, ging auf Ron-Robert Zieler zu und traf eiskalt per Lupfer zum 3:0-Endstand.

In der Schlussminute sah VfB-Angreifer Nicolas González nach Einschreiten des VAR noch die Gelb-Rote Karte. Für Düsseldorf rückt durch diesen Sieg der Abstiegskampf vorerst in weite Ferne, der VfB Stuttgart steckt derweil mitten in einer großen Krise.

Die Stimmen:

Friedhelm Funkel (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Wir haben jetzt 25 Punkte. Damit würde man absteigen. Der Sieg gibt aber weiteres Selbstvertrauen."

Markus Weinzierl (Trainer VfB Stuttgart): "Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben die Zweikämpfe nicht so bestritten wie der Gegner. Bei den Gegentoren haben wir mitgeholfen. Der Gegner hat uns den Schneid abgekauft. Wir haben eine schwierige Situation und strotzen nicht vor Selbstvertrauen. Meine Zukunft interessiert mich nicht."

Daniel Didavi (VfB Stuttgart): "Ich denke, wir haben hochverdient verloren. Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen, die hierher gekommen sind - eigentlich müssten wir denen das Geld zurückzahlen und so kannst du nicht auftreten."

Das fiel auf: Mit dem Rücken zur Wand

Stuttgart kann sich glücklich schätzen, dass es in dieser Spielzeit noch zwei weitere Mannschaften gibt, die fußballerisch nicht zu überzeugen wissen und aufgrund dieser Schwäche noch weniger Punkte verbuchen als die Süddeutschen. Dadurch, dass der 1. FC Nürnberg (12 Punkte) und Hannover 96 (14 Punkte) die letzten beiden Plätze bekleiden, hat Stuttgart (15 Punkte) noch den Relegationsplatz als große Chance auf den Klassenerhalt in dieser Saison.

Denn zu mehr ist die Mannschaft in der aktuellen Verfassung nicht imstande. In der Defensive und Offensive herrscht große Verunsicherung - der VfB ist meilenweit entfernt von Leichtigkeit und Spielkultur. Gegen Fortuna Düsseldorf ließen sich die Stuttgarter viel zu einfach den Schneid abkaufen, ergaben sich fast kampflos.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 800

Funkel ist eine lebende Legende im deutschen Fußball. Als Spieler und Trainer machte der Fortuna-Coach gegen den VfB Stuttgart sein insgesamt 800. Spiel in der Bundesliga.

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