Horst Heldt: Daran scheiterte der Transfer von Shinji Kagawa zu Hannover 96

Hannover 96 hat den Transfer-Poker um Ex-BVB-Star Shinji Kagawa gegen Besiktas Istanbul verloren. Im Eurosport-Studio bei Matthias Sammer und Jan Henkel erklärt Sportdirektor Horst Heldt, woran die Verpflichtung des Japaners am Ende scheiterte. Zudem äußert sich RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zur Zukunft der "Roten Bullen" und dem kommenden Trainer Julian Nagelsmann.

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Horst Heldt (Sportdirektor Hannover 96) gegenüber Eurosport ...

… zum nicht zustande gekommenen Transfer von Shinji Kagawa: "Schief gelaufen ist da nichts. Am Ende hatte der Spieler zwei Möglichkeiten. Wir haben unseren Hut in den Ring geworfen, haben alles probiert und die Bedingungen erfüllt. Dortmund hat sich sehr kollegial verhalten. Aber er war dann schon auf dem Weg. Am Tag zuvor in der Nacht ging es los, wir haben schnell Kontakt bekommen und die Rahmenbedingungen besprochen. Istanbul hat dann auch nicht locker gelassen, einen Privatflieger geschickt und da hat er sich dann hineingesetzt. Es ist seine Entscheidung und die ist auch legitim. Wir wollten ihm signalisieren, dass wir ihn unbedingt wollen. Ob die Leute denken, dass es eine Niederlage ist, ist für mich zweitrangig."
… zur aktuellen Situation: "Wir brauchen volle Konzentration und die nötige Ruhe dabei. In Panik und in Hektik zu geraten, ist sicher fehl am Platz."
… zur Entlassung von André Breitenreiter: "Es gilt einen großen Dank an André auszusprechen, er hat sehr viel bewegt. André hat einen großen Anteil an der Weiterentwicklung des Vereins. Es ist nicht immer nur das, was auf dem Platz stattfindet. Deswegen tut man sich sehr schwer, so eine Entscheidung zu treffen. Trotz alledem muss die Entscheidung, die man treffen muss, das bestmögliche für den Verein bewirken. Und einzelne Personen müssen sich dann hinten anstellen. Wir sind am Ende zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Input brauchen. Es war spürbar und erkennbar, dass wir keine Weiterentwicklung von der Rückrunde zur Hinrunde aufnehmen konnten."
… zur Leistung des Kaders unter André Breitenreiter: "Das sind Menschen. Das sind keine Maschinen. Da gibt es manchmal Situationen, da passt es zwischenmenschlich nicht mehr. Wenn es nicht immer ein homogener Haufen ist, dann ist das schwierig. Und als Trainer hat man dann nur bedingt seine Möglichkeiten. Das ist keine Charakterschwäche, wenn man sagt, du gibst nur 90 der 80 Prozent. Die Spieler stehen natürlich in der Verantwortung."
… auf die Frage, warum Hannover Thomas Doll verpflichtet hat: "Er strahlt eine absolute Überzeugung und zugleich eine Gelassenheit aus. Er weiß, wovon er spricht. Er hat viele Facetten als Spieler erlebt. Aber auch als Trainer hat er viele Momente gehabt, die wir gerade erleben. Er hat den Abstiegskampf mit Dortmund mit Bravour gemeistert. In den Gesprächen war er sehr überzeugend, er hat dort auch Lösungen präsentiert. Ich arbeite gerne mit Trainern zusammen, die selbst alles erlebt haben."

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig) gegenüber Eurosport ...

… zur Leihe von Emile Smith Rowe: "Wir haben eine klare Philosophie. Wir wollen mit jungen und hochtalentierten einen langfristigen Weg gehen. Emil wurde lange gescoutet und wir hätten ihn sicher auch gerne gekauft. Das stand momentan aber nicht zur Debatte."
… zur künftigen Zusammenarbeit zwischen Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann: „Das sind sicher zwei Alphatiere. Dementsprechend wird es da sicher auch mal Reibung geben, das setzte aber sicher auch Energie frei. Ich sehe mich da als Mediator, wenn wir dann mal in einer gefühlten Sackgasse sind, dass wir da dann wieder herauskommen.“

Eurosport Experte Matthias Sammer ...

... zu Thomas Doll: "Er hat ein Himmelfahrtskommando übernommen. Ich hoffe, dass er der richtige Kapitän mit den richtigen Entscheidungen ist.“
… zur Qualität des Hannover-Kaders: "Natürlich hat die Handschrift und Art und Weise von André Breitenreiter die Mannschaft geprägt. Elf Punkte sind natürlich zu wenig. Ich wehre mich aber dagegen, zu sagen, ob es reicht oder nicht reicht. Entscheidend ist, dass die Mannschaft ihre zweifellos vorhandenen Qualitäten auf den Platz bekommt."
… zu Hannovers Chancen: "Die Mannschaft braucht jetzt Sicherheit und Vertrauen. Sie haben elf Punkte, aber der Rückstand ist nicht so groß. Sie müssen in aller erster Linie an ihr eigenes Potenzial herankommen. Und sie müssen ihre individuellen Fehler vermeiden. Wenn du solche Fehler wie in Dortmund machst, hast du keine Chance, in der Bundesliga zu bestehen. Wenn du sie abstellen kannst, haben sie die Möglichkeit, dann auch drin zu bleiben."
… zur Entlassung von André Breitenreiter: "Letztendlich muss man immer den Zusammenhang sehen. Der Trainer steht der Mannschaft vor. Aber in dieser Mannschaft existieren verschiedenste Konstellationen und Strömungen, die über Dauer wirken. Es ist überhaupt nichts gegen André Breitenreiter. Manchmal braucht es einen neuen Impuls – unabhängig von den inhaltlich und fachlichen Qualitäten als vielmehr von der Psychologie."
… zum Leipziger Duo Yussuf Poulsen und Timo Werner: "Sie zeichnet eine gewisse Unterschiedlichkeit aus. Poulsen ist ein Wandspieler, der Bälle sichern kann. Er ist sehr laufstark und dynamisch, aber ein ganz anderer Typ. Werner kann auch über die Seite kommen, er ist ein 'Wusler' mit ganz schnellen Beinen. Beide eint, dass sie im Abschluss gefährlich sind. Die Qualitäten von beiden ergeben eine gute Mischung, deswegen passt das wunderbar."
… zu englischen Talenten in der Bundesliga: "Die Engländer haben eine super Entwicklung genommen. Der Transfer von den jungen Spielern direkt in die Premier League ist aber noch weit. Dementsprechend geht man Umwege über das Ausland. // Aktuell würde ich die These wagen, dass die anderen ein Stück weit besser sind als die eigenen. Du versuchst immer das Beste und speziell die Deutschen müssen wieder ein wenig besser werden."

Thomas Doll (Trainer Hannover 96) gegenüber Eurosport ...

... zur Qualität des Hannover-Kaders: "Sie reicht hundertprozentig, um die Klasse halten zu können. Natürlich hat man Anfang der Woche gemerkt, dass der ein oder andere verunsichert war. Mit den Tagen hat man aber auch gemerkt, dass der ein oder andere Rucksack abgefallen und Zuversicht eingekehrt ist. Wir haben uns viel vorgenommen, die Jungs müssen es jetzt auf den Rasen bringen."

Ralf Rangnick (Trainer RB Leipzig) gegenüber Eurosport ...

… zum Trainerwechsel in Hannover: "Man weiß bei solchen Situationen nie genau, wie sie spielen. Für uns spielt es aber nicht die große Rolle. Wir müssen schauen, dass wir unsere eigenen Maßstäbe ins Spiel bringen und umsetzen – und möglichst auf das Spiel in Düsseldorf noch einen oben draufzusetzen."
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