Jan Rosenthal rechnet mit Fußball-Geschäft ab: "Es geht vorrangig um Macht"

Ex-Profi Jan Rosenthal hat mit dem Berufsfußball abgerechnet und Scheinheiligkeit in der Bundesliga angeprangert. "Mich haben viele Dinge zunehmend genervt: Der Egoismus in dem Geschäft - es geht in vielen Vereinen vorrangig um Macht, Status und nicht um die Sache an sich, also das, was dem Mannschaftserfolg dient. Und das auf allen Ebenen", sagte der 32-Jährige gegenüber dem "Sportbuzzer".

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Fotocredit: Eurosport

Der ehemalige Spieler von Hannover 96, Eintracht Frankfurt, des SC Freiburg und Darmstadt 98 glaubt auch, den Grund für diese Zustände zu kennen: "Es spielt auch die extreme Schnelllebigkeit des Geschäfts mit hinein, die aus dem kurzen öffentlichen Bewertungszeitraum resultiert und der teilweisen Kapitulation der Vereine, dem gerecht zu werden. Wie soll da eine richtige Entwicklung stattfinden?"
Mit einigem Abstand betrachtet Rosenthal das Bundesliga-Geschäft äußerst kritisch: "Auch die TV-Interviews sind doch fast alle gleich, das spiegelt den ganzen Schein der Branche gut wider. Viel Fassade, meist wenig Inhalt. Natürlich kann man nie verallgemeinern, aber vielerorts wird die eigene Welt komplett überhöht."
Er selbst nimmt sich da nicht aus:

Rosenthal hat "gecheckt, wie stumpf das eigentlich ist"

Der Darstellung der Klubs und der Profis in den sozialen Netzwerken kann Rosenthal nichts mehr abgewinnen: "Es ist nicht so, dass mich die Ergebnisse ihrer Vereine nicht mehr interessieren. Doch wenn deine Instagram-Timeline nur von deinen Fußball-Kollegen bespielt ist, wird es schnell langweilig: Ein Bild vor dem Spiel, ´Wir kommen an, gleich aufwärmen`, dann noch ein Foto nach der Partie mit einem nichtssagenden Fazit wie ´Kopf hoch, nächstes Spiel, drei Punkte`. Das bietet mir nichts - weil das meiste, was an Statements interessant sein könnte, gar nicht erst rausgeht, sondern von den Vereinen glatt gebügelt oder bewusst weggelassen wird, weil es dem Klub oder einem selbst in irgendeiner Form schaden könnte."
Auch in diesem Fall hält er mit Selbstkritik nicht zurück:
Als Profi könne man aber gar nicht anders: "Oft darfst du ja gar nicht erst kreativ sein. Denn wenn du spannende oder vermeintlich extravagante Dinge aus dem Privatleben postest, wird dir das ganz schnell um die Ohren gehauen, weil es gewisse Klischees nach sich zieht und dann auf deine Leistung projiziert wird, besonders wenn es im Verein mal nicht so läuft."
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