Jetzt zählt's: Maximilian Philipps Chance zum Neustart bei Borussia Dortmund

Maximilian Philipp hat unter Lucien Favre einen schweren Stand. Im vergangenen Krisenjahr war er der Lichtblick beim BVB, galt vor seiner zweiten Saison sogar als erste Wahl für die Sturmspitze. 17 Spieltage später hat sich seine Situation grundlegend geändert: Nominierungen für den Kader sind rar geworden. Doch Abgang von Christian Pulisic und der erste Test des Jahres lassen ihn hoffen.

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"Doppelpack von Philipp!" Zuletzt konnte man diese Schlagzeile im September 2017 über den Dortmunder Stürmer lesen. Damals hatte der für 20 Millionen Euro vom SC Freiburg zum BVB gewechselte Stürmer beim 6:1 am 6. Bundesligaspieltag gegen Borussia Mönchengladbach doppelt getroffen - und das schon zum zweiten Mal. Denn auch am 4. Spieltag traf er beim 5:0 gegen den 1. FC Köln doppelt.
Philipp war einer der wenigen Gewinner einer völlig verkorksten BVB-Saison, erzielte in 20 Spielen insgesamt neun Tore und bereitete zwei weitere Treffer vor. Mittlerweile stagniert der 24-Jährige etwas im neuen Starensemble des Tabellenführers.

Guter Start, stetiger Abstieg

War er zu Saisonbeginn noch Stammspieler in der Sturmspitze, so schafft er es mittlerweile kaum noch in den Kader, geschweige denn auf den Rasen. In der Bundesliga traf er in dieser Saison erst einmal - nach seiner Einwechslung in Stuttgart am 8. Spieltag.
Einen weiteren Pflichtspieltreffer erzielte er in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Union Berlin zum zwischenzeitlichen 2:1 (Endergebnis: 3:2 n.V.). Mehr Zählbares gab es bislang nicht.
Der Grund: In der Sturmspitze haben Paco Alcácer und Mario Götze seit Mitte der Hinrunde klar die Nase vorn, auf den Flügeln ist er hinter Jadon Sancho, Jacob Bruun-Larsen, Raphael Guerreiro und Christian Pulisic meist nur fünfte Wahl.

Winterpause als Neustart

Man kann also sagen: Die Winterpause kommt für Philipp zum richtigen Zeitpunkt - und er will sie nutzen, um sich beim BVB neu in Stellung zu bringen. Immerhin ist jetzt schon klar, dass mit Christian Pulisic einer der direkten Konkurrenten im Sommer den Verein verlässt (Chelsea), die Hierarchie in der Offensive neu geordnet wird. Philipp muss spätestens dann wieder eine Rolle spielen - oder den Verein verlassen.
Das Jahr 2019 startete für den 24-Jährigen jedenfalls perfekt. Im ersten Test gegen Fortuna Düsseldorf während des Trainingslagers im spanischen Marbella erzielte Philipp in nur 45 Minuten zwei sehenswerte Treffer. Trainer Favre nahm zumindest den zweiten wohlwollend nickend und mit einem breiten Grinsen zur Kenntnis. Der erfahrene Coach weiß, wie wichtig ein funktionierender Konkurrenzkampf für den Erfolg in der Rückrunde ist. Jeder Spieler muss um seinen Stammplatz fürchten, nur dann kann sich das Team Woche für Woche zu Höchstleistungen treiben.
Nach dem Test gegen "Angstgegner" Düsseldorf, das einzige Team, das den BVB in der Hinrunde bezwingen konnte, gab sich Favre zufrieden mit der winterlichen Frühform seines dezimierten Kaders, in dem unter anderem Marco Reus, Manuel Akanji und Paco Alcácer krank oder verletzt fehlen:

Favres Karriere als mahnendes Beispiel

Der BVB steht aktuell mit sechs Punkten Vorsprung auf Erzrivale FC Bayern München an der Tabellenspitze. Von der Meisterschaft will bei den Schwarz-Gelben aber niemand etwas wissen. Nicht nur, weil es gleich zum Start zu einem echten Gradmesser nach Leipzig geht. Nein, auch weil Favre wie kein Zweiter weiß, wie eng Freud und Leid im Profi-Fußball beieinanderliegen.
Zuletzt rutschte er mit OGC Nizza in der Saison 2016/2017 nach der Winterpause von Platz eins auf Rang drei ab. Mit Hertha BSC verlor er in der Saison 2009/2010 an den ersten sieben Spieltagen sechs Mal und wurde anschließend entlassen - und das, obwohl er die Berliner im Mai 2009 noch auf Platz vier und damit in die Champions League geführt hatte.
In der Saison 2015/2016 gingen die ersten fünf Bundesliga-Spiele mit Borussia Mönchengladbach in die Hose, ehe der Schweizer seinen Job hinwarf. Die "Fohlen" führte er ein Jahr zuvor sogar bis auf Rang drei.

Perfekte Mischung aus jung und erfahren

Ein derart rasanter Absturz ist beim BVB nicht zu erwarten. Das Team wirkt gefestigt, die Stimmung ist ausgezeichnet, wie Abwehrspieler Ömer Toprak kürzlich bestätigte. Zudem verfügt der BVB über eine perfekte Mischung an jungen Talenten und erfahrenen Routiniers.
Philipp verbindet das beste aus beiden Kategorien. Er ist jung, wild und unverbraucht, verfügt aber dennoch schon über einen beachtlichen Erfahrungsschatz in Deutschlands höchster Spielklasse (81 Spiele, 20 Tore, 9 Assists).
In der Rückrunde erhofft man sich in Dortmund, wieder mehr vom alten "Milli", wie er mannschaftsintern genannt wird, zu sehen. Dass dieser noch in ihm schlummert, hat er ja im Test gegen Düsseldorf bewiesen.
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