Kommentar zur Wutrede von Hoeneß und Rummenigge: Das Eigentor des FC Bayern

Die Führungsriege des FC Bayern München hat sich in einer noch nie dagewesener Art und Weise gegen den Umgang der Medien mit den FCB-Profis gewehrt. Doch die Kritik von Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic an der Presse ist aus Sicht von Eurosport Online-Chef Thomas Janz ein Eigentor und der Verweis auf den Artikel 1 des Grundgesetzes in diesem Zusammenhang absurd.

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Fotocredit: Eurosport

Ein Kommentar von Thomas Janz
Die in der Bundesliga-Geschichte einzigartige Abrechnung der Bayern-Bosse mit Medien, Experten und Ex-Spielern war ein Eigentor. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic sind mit ihrem Auftritt über das Ziel hinausgeschossen.
Ihre hehre Absicht, wieder mehr Respekt, Sachlichkeit und Würde in der Fußballberichterstattung zu verankern, kann ich nur teilen. Dennoch werde ich das Gefühl kaum los, dass der FC Bayern der Presse künftig fast eine Art Maulkorb verpassen will.
Im Sport zählt immer die aktuelle Leistung und diese muss weiterhin kritisiert und hinterfragt werden dürfen - losgelöst von allen vergangenen Erfolgen eines Spielers, die niemand in Frage stellt. Und die Leistungen etlicher Bayern-Profis in der Bundesliga sowie in der Nationalmannschaft waren nun mal in den letzten Wochen durchaus kritikwürdig. Selbstverständlich muss dabei der Ton sachlich bleiben und darf nicht unter die Gürtellinie gehen.

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Fußbällen schießen

Die schärfste und unwürdig formulierte Kritik an Fußballern in den vergangenen Wochen aber kam von Uli Hoeneß persönlich. Mesut Özil und Karim Bellarabi können ein Lied davon singen. Und wie in der Pressekonferenz über Juan Bernat gesprochen wurde, war leider ein Beispiel dafür, wie schwer sich Hoeneß mit der Vorgabe an andere selbst tut.
Dass sich die Bayern die sensationslüsternen Meldungen des Boulevards nicht mehr gefallen lassen wollen, ist verständlich und legitim. Doch dafür muss man nicht Artikel 1 des Grundgesetzes bemühen.
Wenn der Fußball keine anderen Probleme hat, als sich indirekt mit Menschenrechtsverletzungen zu vergleichen, wird es absurd.
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