Matthias Sammer analysiert die BVB-Pleite in Augsburg: "Einfach unreif"
Matthias Sammer findet in seiner Analyse der BVB-Pleite beim FC Augsburg glasklare Worte. Die 1:2-Pleite von Borussia Dortmund zeige einfach, wie "unreif" das Team in solchen Situationen noch sei. Die individuellen Fehler beim BVB vor den Gegentoren waren aus seiner Sicht symptomatisch für fehlende Erfahrung: "Das macht Champions aus - und mit 19 oder 20 kannst Du noch kein Champion sein."
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Ein Remis zwischen Augsburg und Dortmund wäre für Sammer "mindestens" verdient gewesen, aber das dürfe nicht ablenken zum zentralen Punkt: "Das Spiel wird doch nicht sportlich entschieden, das muss mir keiner erzählen. Natürlich gibt es Hebel wie Taktik, Positionen, Räume - aber das Spiel wird im Kopf entschieden. Mehr im Kopf als in den Beinen. Das entscheidende Kriterium ist nicht die Laufstrecke."
Aus Sammers Sicht geht es nun beim BVB darum, die Missstände intern knallhart zu benennen, ohne falsche Scheu und Rücksichtnahme: "Wenn Du nicht irgendwann an den Punkt kommst, wo du sagst: Jetzt ist klar: Das ist es - und jetzt alle zusammenreißen - dann ist es wie schleichendes Gift. Und das ist immer gefährlich."
In Dortmund "muss jemand auf den Tisch hauen"
Dabei dürfe man nicht aus Sorge vor medialer Aufregung vor der unumgänglichen Aufarbeitung zurückschrecken, unterstreicht der Eurosport-Experte, ohne dass dabei einzelne Personen an den Pranger gestellen werden dürfen: "Unsere Medienlandschaft übertreibt natürlich oftmals und dann heißt es gleich Unruhe und du musst hier und dort einen Brand löschen:"
Im Gegenteil: Die Borussia müssen endlich eine Mentalität zur Fehlervermeidung entwickeln, und nicht immer wieder nach Spielen ratlos auf Patzer zu verweisen, deren Gesamtzahl scheinbar unaufhaltsam anstiegt. "Warten wir nach zehn Fehlern jetzt ab, bis es 15 Fehler sind und sagen immer: "Das sollte uns nicht passieren?" Da muss schon etwas passieren!"
BVB-Führungsspieler jetzt gefordert
Besonders gefordert sind dabei die Führungspersönlichkeiten in der Mannschaft - doch hat der BVB diese auch im Team?
"Man hat von der Ausstrahlung her die Spieler, aber ob sie verbal dazu in der Lage sind, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Natürlich sind Delaney, Witsel oder Reus dazu in der Lage. Es gibt immer wieder Situationen, wo du als Führungsspieler vorweg gehen musst, wo du dann auch mal einsam bist und Leute gegen dich hast. Aber gruppendynamische Prozesse funktionieren nur so. Leider gibt es diese Typen aber immer weniger. Ich rede jetzt aber nicht von Typen, sondern von Erfolgsmechanismen. Und diese waren vor 30 Jahren die gleichen wie sie auch in 30 Jahren sein werden. Die musst Du anstreben - und eins ist klar: Wenn du die Ursachen nicht benennst, wirst du dich wundern, warum dir am Ende ein Tor oder ein Punkt zum Titel oder zum Champion fehlt. Das ist der ganz große Unterschied."
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