Napoli, Real oder England: Was macht James Rodríguez nach Abgang bei FC Bayern?

James Rodríguez ist auf Vereinssuche: Seit seinem Abgang beim FC Bayern hat sich der Kolumbianer noch nicht für einen neuen Verein entschieden. Das liegt wohl auch daran, dass es weit weniger Angebote gibt als angenommen. Während er bei Real Madrid auf dem Abstellgleis steht und die Chance auf Einsatzzeit nahezu bei Null liegt, gestaltet sich auch ein Wechsel nach Neapel als schwierig.

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In München wollte er nicht bleiben. James Rodríguez bat die Bayern-Bosse darum, die Kaufoption nicht zu ziehen und ihn gehen zu lassen. Mit Niko Kovac stimmte die Chemie nicht. Der Bayern-Coach sah ihn nur als Joker vor.
Wie erhofft spielen kann er derzeit für Kolumbien bei der Copa América. Nach drei Siegen in der Gruppenphase - und Platz eins vor Argentinien und Lionel Messi - trifft er mit seiner Mannschaft im Viertelfinale auf Chile. Zwei Tore legte er bereits vor, gegen Katar stand er als Kapitän auf dem Feld. Das dürfte Selbstvertrauen und Kraft geben, denn ihm steht ein ungewisser Sommer bevor.
James' Zukunft steht in den Sternen. "Ich weiß noch nicht, wo ich spielen werde", sagte er am Rande des Copa-Spiels gegen Paraguay. Die Alternativen sind rar.

Real-Rückkehr unwahrscheinlich

Vertraglich ist er bis 2021 an Real Madrid gebunden, doch eine Rückkehr in die erste Elf der "Galaktischen" scheint ausgeschlossen. Zu groß ist die Diskrepanz zwischen ihm und Trainer Zinédine Zidane. Bereits in der Saison 2016/2017 war der 27-Jährige unter dem französischen Trainer kein Stammspieler. Im März berichtete die "Marca", Zidane habe sich gegen seine dauerhafte Rückkehr zu Real ausgesprochen.
Jorge Ordas, Reporter von Eurosport Spanien in Madrid, sieht die Wahrscheinlichkeit, dass James wieder bei Real spielt, fast bei Null. "Real Madrid hat das Vertrauen in James Rodríguez verloren, da er in der Vergangenheit nicht abgeliefert hat", sagte er und fügt hinzu: "Die Meinung über ihn in Spanien? James ist ein guter Spieler, aber nicht der große Superstar, für den wir ihn nach der WM 2014 gehalten haben."

Zidane kein Fan von James

Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien wurde James mit sechs Toren in fünf Spielen Torschützenkönig, wechselte daraufhin von Monaco zu Real Madrid. Nach starker erster Saison (13 Tore und 13 Assists in 19 Liga-Spielen) unter Trainer Carlo Ancelotti wurde die Einsätze von Saison zu Saison weniger. Ein James-Fan ist Zidane, der Anfang 2016 die erste Mannschaft der "Königlichen" übernahm, nicht.
Das zeigt sich einmal mehr in diesem Sommer. James bestätigt bei der Copa América: Kontakt zum Real-Trainer hat er keinen. "Ich glaube, dass es innerhalb des Vereins Leute gibt, die eine Menge zu sagen haben und ich nichts machen kann", sagte er zudem.

Welche Optionen James noch hat

Ein Transfer innerhalb Spaniens scheint ebenso unwahrscheinlich, auch Gerüchte um einen Transfer nach England haben sich nicht verfestigt. Manchester United und der FC Arsenal sollen vor einiger Zeit Interesse bekundet haben. Laut Eurosport England sei es absolut möglich, dass der offensive Mittelfeldspieler bei den "Red Devils" landet, doch benötigt werde er dort nicht.
Einziger echter Interessent ist Berichten zufolge der SSC Neapel. Seit Wochen wird über einen möglichen Transfer berichtet, doch auch dieser Deal geriet zuletzt ins Stocken. Laut Napoli-Präsident Aurelio de Laurentiis ist es der ausdrückliche Wunsch von Coach Ancelotti, seinen ehemaligen Schützling James zu verpflichten. Der Präsident selbst hingegen sei sich "nicht zu 100 Prozent sicher, ob wir ihn brauchen", sagte er kürzlich bei "Radio Kiss Kiss".
Der italienische Sportjournalist Gianluca di Marzio spricht indes von einer einjährigen Leihe, bei der eine Leihgebühr in Höhe von fünf Millionen Euro fällig wird und anschließend eine Kaufoption besteht. Die "Marca" berichtet hingegen von zehn Millionen Euro Leihgebühr und anschließender Kaufpflicht.

Der Napoli-Deal hat einen Haken

Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht. Napoli möchte leihen, Real verkaufen. Die Eurosport-Reporter aus Italien und Spanien bestätigen unisono dieses Transfer-Dilemma. "Eine Leihe ist wahrscheinlicher, da Napoli nicht so viel zahlen wird", schätzte Alessandro Dinoia von Eurosport Italien die Situation ein.
Spanien-Kollege Ordas vermutet, dass die "Königlichen" damit nicht einverstanden wäre. "Sie möchten keine Leihe, sie möchten lieber das Geld sehen. Sie warten auf ein gutes Angebot, mit dem sie Geld bekommen, das sie dann in künftige Spieler wie Kylian Mbappé investieren wollen."
An eine baldige zeitige Unterschrift glauben beide nicht. Ein Hintergedanke in Madrid könnte sein, dass der Klub darauf hofft, dass James bei der Copa América seinen Marktwert aufhübscht. Aufgrund mangelnder Angebote aus dem Ausland sei man bei Napoli aber "optimistisch", so Dinoia.
Der Mittelfeldstar macht derzeit in Brasilien einen ruhigen Eindruck. "Ich will entspannt bleiben", sagte er bei der Copa. Das Transferfenster schließt in Italien am 2. September. Spätestens dann wird James Bescheid über seine Zukunft...
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