Raffael, Christoph Kramer, Matthias Ginter, Jonas Hofmann, Tony Jantschke und Lars Stindl: Gleich sechs jahrelange Stützen des Gladbacher Kaders fehlten zuletzt verletzungsbedingt, dazu mit Mamadou Doucouré und Julio Villalba noch zwei Talente.
Trotzdem ist das Team von Trainer Dieter Hecking blendend in Form - vor dem Abschluss der Hinrunde hat man sich in der Verfolgergruppe hinter Borussia Dortmund festgesetzt und ist gleichauf mit dem FC Bayern München, jeweils sechs Punkte hinter Borussia Dortmund. Das ist für die Bayern - und sehr wenig für die Gladbacher.
Bundesliga
Stimmen: "Zwayer kann uns noch ein paar Stöcke in den Weg werfen"
VOR 7 STUNDEN
Hecking ließ in der Hinrunde bis auf wenige Ausnahmen durchgehend im 4-3-3 spielen, das defensiv zu einem 4-1-4-1 wird. Mit 16 Gegentoren gehört man zu den defensivstärksten Teams der Liga, gleichzeitig sind 35 erzielte Tore ein Spitzenwert; mehr hat bloß der BVB (42).

Strobl und die Stabilität im Zentrum

Ein wichtiger Faktor für die defensive Stabilität ist Tobias Strobl. Der ehemalige Hoffenheimer gehört zu den Spielertypen, die oftmals unterschätzt werden: Er fliegt nicht ständig in Zweikämpfe, schießt keine Tore und spielt keine spektakulären Pässe. Aber: Er ist da - und das fast immer.
Strobl besetzt den Raum vor der Viererkette konsequent und sichert damit vor allem Denis Zakaria ab. Der Schweizer ist sehr zweikampfstark, schießt aber immer wieder mal etwas ungestüm aus der Ordnung heraus und geht auf den Ballgewinn.
Mit einem Ausputzer wie Strobl ist das kein Problem, der Raum wird verlässlich ausgefüllt, Zakaria kann auf Balljagd gehen. Meistens wird der Ball durch sein Pressing nicht direkt gewonnen, doch der Gegner wird unsicher, spielt hinten herrum und greift letztlich oft zum langen Ball.
Sobald dies passiert, geht Strobl wieder zurück vor die Abwehr und sammelt die geklärten Bälle auf. Diese verteilt er dann souverän (knapp 87 Prozent seiner Pässe gelingen) an die Nebenleute, die das Spiel nach vorne tragen.
In den Vorjahren war Gladbach eigentlich immer eine Mannschaft mit viel Ballbesitz, oft standen sie direkt hinter Bayern und Dortmund. Nun geht die Ballbesitztendenz in Richtung 50 Prozent, die "Fohlen" überlassen dem Gegner vermehrt den Ball und warten aus einer geordneten Defensive auf passende Momente zum Umschalten.

Hazard trumpft auf, Pléa schlägt ein

Obwohl nur ein klassisches Kontertor gelang, ging diese Strategie meist auf: Aus den Umschaltsituationen holte Gladbach viele Standards, die dann verwertet wurden. Thorgan Hazard bringt Freistöße und Ecken ebenso scharf wie präzise in den Strafraum, wo die Gladbacher gute Abläufe beim Freilaufen zeigen und ihre kopfballstarken Spieler immer wieder in Position bringen.
Hazard zeigt sich extrem spielfreudig und ist unabhängig von seiner formalen Position überall im Angriffsdrittel zu finden. Der Belgier agiert merklich zielstrebiger als in den Vorjahren, seine Dribblings sind nun seltener, aber effektiver: Wo früher noch ein Rückpass nach zwei Finten nacheinander folgte, gibt es jetzt einen schnellen Pass oder einen Antritt in die Spitze, nachdem der erste Gegner ausgespielt ist.
Mit Alassane Pléa verpflichteten die Borussen zudem einen athletisch und fußballerischen starken Neuzugang, der sowohl für Wege in die Tiefe als auch für Präsenz im Strafraum nach Flanken zeigt.
Der Franzose ist kein echter Flügelstürmer, aber auch kein echter Mittelstürmer, sondern sucht immer wieder die Räume zwischen gegnerischem Innen- und Außenverteidiger. Die ständigen Positionswechsel mit Hazard und vor dessen Verletzung auch Stindl sorgen regelmäßig für Chaos in den Abwehrreihen.
Eurosport-Check: Defensiv stabil, dazu schnell und kreativ nach vorne: Borussia Mönchengladbach spielt sehr pragmatischen, aber effizienten Fußball - Heckings Handschrift ist unverkennbar. Dass sogar die Verletzungspausen einiger Leistungsträger kompensiert werden konnten, ist beeindruckend und ein Zeichen für die Rückrunde: Auch mit dieser Borussia ist zu rechnen!
Fußball
Drei Dinge, die auffielen: Spektakel ja, Weltklasse naja
VOR 7 STUNDEN
Bundesliga
Nach Schreckmoment im Topspiel: BVB gibt Entwarnung bei Brandt
VOR 8 STUNDEN