Trainer-Check (II): Würde Antonio Conte zum FC Bayern München passen?

Antonio Conte ist auf der Suche nach einem neuen Trainerjob bei einem Topverein. Real Madrid hat sich gegen ihn und für Santiago Solari entschieden. Aber wie wäre es mit dem FC Bayern? Die Tage von Niko Kovac in München könnten nach der Blamage gegen Düsseldorf bereits gezählt sein. Wäre Conte ein geeignter Nachfolger? Wir haben bei unseren italienischen Kollegen nachgefragt.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Wenn es um die ganz großen Namen im internationalen Trainergeschäft geht, ist Antonio Conte dabei. Als Spieler Vizeweltmeister (1994) und als Trainer mehrfacher italienischer Meister mit Juventus (2012, 2013, 2014) sowie Titelträger mit Chelsea (2017) in England.
Der 49-jährige Italiener hat in seiner Karriere eine Menge erreicht. Der ganz große Wurf ist ihm aber noch nicht gelungen. Auch deshalb lechzt Conte nach einem neuen Traumjob bei einem europäischen Topverein.

Conte-Bruder: "Noch kein Anruf aus Madrid"

Nach seinem Aus im Sommer 2018 an der Stamford Bridge war sein Name einer der ersten, der bei Real Madrid neulich als Nachfolger von Julen Lopetegui ins Spiel gebracht wurde. Aus dieser Liaison wurde jedoch nichts. Ohnehin sollen die Vorzeichen für ein Engagement bei den "Königlichen" unter keinem guten Stern gestanden haben. Die Stars um Kapitän Sergio Ramos sind angeblich keine Fans des Italieners.
Wie wär's also mit dem FC Bayern? Würde Conte überhaupt zum Rekordmeister passen, falls dieser einen neuen Trainer braucht? Niko Kovac' Stuhl wackelt mehr denn je. Rückendeckung gab's von Uli Hoeneß nach dem blamablen 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf keine mehr. Vieles deutet auf eine Trennung hin.
Während Conte immer ein Thema ist, wenn es um große Namen bei großen Klubs geht, hat Italien die Bayern in Zusammenhang mit Conte noch nicht auf dem Zettel.
Fußball-Experte Simone Eterno (Eurosport.it) meint:

Conte will Macht und Einfluss im Klub

Wenn ein großer Klub wie der FC Bayern München wirklich mal an Conte interessiert sein sollte, könnte das für ihn zu einer interessanten Herausforderung werden.
Eterno weiter:
Contes bisherige Trainerstationen können sich durchaus sehen lassen. Nach seiner aktiven Spielerkarriere startete er 2005/06 als Assistenztrainer von Luigi De Canio beim AC Siena. Bei seiner Rückkehr 2010 wurde er Cheftrainer.
Ein Jahr später übernahm Conte den italienischen Rekordmeister Juventus Turin. Die "Alte Dame" führte er zu drei Meisterschaften. 2014 wurde er Nationaltrainer von Italien und 2016 Cheftrainer der "Blues".
Aber würde Conte überhaupt zum FC Bayern passen? Käme er mit starken Charakteren wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zurecht?
Fußball-Experte Eterno meint:

Ein Sprachgenie ist Conte nicht

Hinzu käme die Sprachbarriere. Im Gegensatz zu Arsène Wenger spricht Conte kein Deutsch - und nur mittelmäßiges Englisch. Eine einfache Verständigung mit den Bayern-Profis wäre - wie zuletzt auch bei Carlo Ancelotti - eher schwierig.
Eurosport-Journalist Eterno erklärt:
Das größte Sprachgenie ist Conte also nicht, was die Sache nicht einfacher macht. Zumal die Bayern-Bosse nach Ancelotti unbedingt einen deutschsprachigen Trainer gefordert hatten.
Ein großer Pluspunkt ist aber, dass Conte bemerkenswert flexibel ist, was sein Spielsystem anbelangt. Er klebt an keiner Formation fest, ändert Dinge, wenn es nötig ist.
Eterno führt aus:
Falls Conte beim FC Bayern in naher Zukunft wirklich einmal anklopfen sollte, stellt sich die Frage, welche Spieler er vielleicht mitbringen könnte.

FC Bayern: Gerüchte um Dybala

Seit Jahren ist bekannt, dass er ein großer Fan von Vidal ist ("Wenn ich in den Krieg ziehen müsste, würde ich Arturo mitbringen"), der von 2015 bis 2018 bereits beim FC Bayern spielte. Dessen Rückkehr nach München ist aber ausgeschlossen.
Vielmehr könnte ein anderer Spieler in Betracht kommen, so Eterno:
Fazit: Vom Trainerstatus und der Spielidee wäre Conte durchaus ein Kandidat für Bayern, aber spätestens mit Hoeneß und Rummenigge dürfte es Probleme geben.
Außerdem hat der Rekordmeister mit italienischen Trainern zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht.
Trainer-Check:
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung