Transfergerüche beim FC Bayern: Wie ist der Stand bei Lewandowski, James, Thiago und Co.?

Kaum ein Tag ohne Transfergerüchte um mindestens einen Star des FC Bayern München. Wie ist der Stand bei Robert Lewandowski, Thiago Alcántara, Arturo Vidal, Jérôme Boateng, James Rodríguez und Juan Bernat - wer verlässt den Klub noch vor dem 31. August, wer hat sich schon mit einem Verbleib an der Säbener Straße abgefunden, wem hält der Verein die Treue? Eurosport.de schätzt die Lage ein.

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Robert Lewandowski

Das neueste Gerücht: Laut "Sport Bild" will der Stürmer nach seinem Urlaub eine Aussprache mit den Bayern und dabei erfragen, ob der Verein noch zu 100 Prozent hinter ihm stehe. Offenbar waren ihm Attacken von Experten in der Schlussphase der vergangenen Saison zu viel, die Bayern-Bosse hätten ihn seiner Ansicht nach mehr schützen sollen. Ferner soll er Freunden gesagt haben, dass er sich nicht vorstellen könne, einfach wieder so mit den Teamkollegen zusammen zu trainieren als sei nichts gewesen.
Das ist der Stand: Angebliche Aussprache hin oder her, das Votum der Bayern ist klar - Lewandowski (Vertrag bis 2021) wird nicht verkauft. "Wir gehen nicht davon ab, dass er in München bleibt", sagte Trainer Niko Kovac bei seiner Vorstellung. Es gibt aktuell auch schlicht keine finanzkräftigen Interessenten am Polen, der zuletzt in der K.o.-Phase der Champions League und bei der WM 2018 seine Torjägerqualitäten schuldig blieb.
Das muss passieren: Ein großer Klub muss den Bayern ein Angebot machen, dass sie aus finanzieller Sicht nicht ablehnen können. Die maximale Eskalationsstufe wäre, dass sich Lewandowski à la Dembélé rausstreikt. Beides wenig wahrscheinlich.
Prognose: Lewandowski bleibt.

Thiago Alcántara

Das neueste Gerücht: Der FC Barcelona soll laut "AS" beim FC Bayern nach dem Preis des "verlorenen Sohns" gefragt haben - diesen haben die Bayern aber nicht genau beziffern wollen. Angeblich wollen die Münchner erst ein Angebot der Spanier haben, um dann taxieren zu können - Freigabe möglich.
Das ist der Stand: Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagte zuletzt, dass man "natürlich" mit Thiago plane; Spieler wie Verein vermieden zuletzt aber liebevollere Bekenntnisse zueinander. Heißt: alles offen. Bei einem geeigneten Angebot für Thiago (Vertrag 2021) von dessen Ex-Klub ist Bayern offenbar verhandlungsbereit.
Das muss passieren: Barcelona muss eine Summe von 50 Millionen Euro aufwärts auf den Tisch legen.
Prognose: Barcelona wird in den nächsten Wochen versuchen, den Preis zu drücken - aber Bayern wird Thiago nicht gehen lassen.

Arturo Vidal

Das neueste Gerücht: Manchester United und der SSC Neapel (mit Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti) haben angeblich Interesse am Chilenen. Ein offizielles Angebot gibt es aber noch nicht. Neu im Interessentenkreis ist auch Atlético Madrid, das Ersatz für den gewechselten Ex-Kapitän Gabi sucht.
Das ist der Stand: Vidals Vertrag läuft 2019 aus, er kann also nur noch diesen Sommer und Winter Ablöse generieren. "Der Transfermarkt dauert bis zum 31. August. Wir besprechen das alles intern", sagte Salihamidzic bei der Kovac-Vorstellung. Außerdem meinte der Sportdirektor zuletzt vielsagend: "Wir haben - Stand jetzt - neun mehr oder weniger zentrale Mittelfeldspieler für wahrscheinlich nur drei Positionen." Unklar ist, wie Trainer Niko Kovac zum 31-Jährigen steht.
Das muss passieren: Vidal befindet sich nach seiner Außenminiskus-Operation noch im Aufbautraining, die Verletzungsanfälligkeit im Knie lässt Interessenten zögern. Vidal muss möglichen Interessenten erst seine Fitness und körperliche Unversehrtheit unter Beweis stellen. Von Bayern-Seite ist man gesprächsbereit.
Prognose: Bei Vidal wird's erst gegen Ende der Transferperiode heiß, wenn er wieder einsatzbereit ist - und wird dann gehen.

Jérôme Boateng

Das neueste Gerücht: Bayern soll laut "Bild" 80 Millionen Euro für Boateng (Vertrag bis 2021) verlangen - ein stolzes Preisschild für den 29-jährigen Innenverteidiger, der seit zwei Jahren immer wieder längere Verletzungspausen hinnehmen musste. Paris Saint-Germain und Juventus Turin werden als mögliche Interessenten genannt, ein Angebot oder konkretes Interesse eines Spitzenklubs gibt es aber nicht.
Das ist der Stand: Boateng geht davon aus, nach seinem Urlaub wieder ganz normal bei Bayern ins Training einzusteigen und wartet ab, ob sich auf dem Transfermarkt eine Gelegenheit auftut. Trainer Kovac sagte: "Ich hatte schon in Frankfurt einen Boateng. Beides sind tolle Typen. So glücklich wie ich mit Prince in Frankfurt war, so glücklich werde ich mit Jérôme in München sein." Salihamidzic sagte aber auch: "Stand heute ist, dass wir mit Jérôme in die Saison gehen, aber Jérôme hat bekanntlich bestimmte Vorstellungen geäußert, und sollte es ein seriöses Angebot für ihn geben, werden wir uns das anhören."
Das muss passieren: Für Boateng kommen nur Spitzenadressen in Europa infrage - und das Interesse derer an Boateng ist gering.
Prognose: Boateng bleibt.

James Rodríguez

Das neueste Gerücht: James Rodríguez will Medienberichten aus Spanien zufolge zu Real Madrid zurückkehren, die Spanier sollen dem nicht abgeneigt sein.
Das ist der Stand: Der FC Bayern hat James 2017 für zwei Jahre von Real Madrid ausgeliehen und beim Leihgeschäft obendrein eine Kaufoption über 42 Millionen Euro vereinbart. Heißt: 2018 steht ein Wechsel zurück nicht zur Debatte. Und wenn Bayern James am Ende der jetzt beginnenden Saison länger binden will, können sie das tun, ohne dass Real Madrid daran etwas ändern kann. Allerdings muss James logischerweise auch von Bayern überzeugt sein und weiter für die Münchner spielen wollen.
Das muss passieren: James hat sich mittlerweile mit seiner Rolle in München arrangiert, wirkt bis weilen aber doch noch etwas isoliert. Macht Real James eine Rückkehr inhaltlich schmackhaft, könnte der Kolumbianer die Bayern 2019 darauf drängen, die Kaufoption für ihn nicht zu ziehen.
Prognose: Diesen Sommer tut sich gar nichts, 2019 wird Bayern - Stand jetzt - die Kaufoption für James ziehen.

Juan Bernat

Das neueste Gerücht: Da Alex Sandro Juventus Turin offenbar Richtung Paris Saint-Germain verlässt, soll Juventus Interesse am Linksverteidiger haben. Außerdem wird Atlético Madrid gerüchteweise als Interessent genannt.
Das ist der Stand: Bayern ist verhandlungsbereit. "Eines ist ja klar: Juan hat sich in vier Jahren bei uns nicht richtig durchsetzen können. Ich denke, dass er das auch so wahrnimmt, und es wird in diesem Jahr nicht leichter für ihn", sagte Salihamidzic zuletzt. Allerdings hat Bayern auch kurzfristig keinen Ersatz für Bernat an der Hand - Marco Friedl ist noch bis 2019 an Werder Bremen verliehen.
Das muss passieren: Bernat ist relativ günstig zu haben, Bayern wird wohl nicht auf eine Ablöse höher als die 2014 selbst investierten zehn Millionen Euro bestehen. Jetzt muss ein Klub nur noch zuschlagen. Bernat könnte allerdings 2019, wenn er dann ablösefrei wäre, ein üppiges Handgeld bei einer Unterschrift einstreichen - kein zu unterschätzender Faktor.
Prognose: Bernat wird Bayern noch vor dem 1. September verlassen.
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