Achraf Hakimi: Was eine Rückkehr zu Real Madrid bedeuten würde
Kylian Mbappé, Paul Pogba, Erling Braut Haaland - es hat Tradition, dass Real Madrid auf dem Transfermarkt mit Europas schillerndsten Offensiv-Stars in Verbindung gebracht wird. Allerdings gibt es eine Position, um die sich Trainer Zinédine Zidane mindestens genauso viele Gedanken machen muss, denn mit Dani Carvajal steht nur ein echter Rechtsverteidiger im Kader. Es besteht Handlungsbedarf.
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Trondheim, 9. August 2016: Dani Carvajal legt in der 118. Minute ein Solo in höchstem Tempo durch die Hälfte des FC Sevilla hin und bringt den Ball souverän mit dem Außenrist im Tor unter. Es war der Treffer zum 3:2-Sieg im europäischen Supercup.
Die Aktion ist zwar schon ein paar Jahre her, dient aber noch immer als Blaupause dafür, was von einem Verteidiger bei Real Madrid erwartet wird. Tore zu verhindern steht im Vordergrund, klar, aber eine gesunde Portion Offensivdrang darf es schon sein. Am 11. Januar gratulierte der Verein Carvajal mit einem Video zum 28. Geburtstag. Die Einstiegsszene? Der Treffer gegen Sevilla!
Und doch steht außer Frage: Mit Carvajal alleine ist Real rechts hinten zu schwach aufgestellt. Wenn der Nationalspieler ausfällt, muss Zidane improvisieren. Bei der 1:2-Niederlage gegen Real Betis, dem letzten Spiel vor der Zwangspause infolge der Corona-Pandemie, übernahm Innenverteidiger Éder Militão die Rolle. Eine Dauerlösung ist das freilich nicht.
Hakimi im Fokus, Odriozola vor Abschied
Immerhin: Mit Achraf Hakimi und Álvaro Odriozola kehren zum 1. Juli zwei Rechtsverteidiger zu den Königlichen zurück, die in dieser Saison auf Leihbasis bei Borussia Dortmund beziehungsweise dem FC Bayern München spielten.
BVB-Star Hakimi gilt aus sportlicher Sicht als klarer Favorit auf ein dauerhaftes Engagement in Madrid. Berater Alejandro Camano bezeichnete den 21-Jährigen gegenüber "Sky" als "besten Rechtsverteidiger der Welt gemeinsam mit Trent Alexander-Arnold". Alle großen Teams in Europa, so Camano, seien an Hakimi interessiert. Eine kleine Übertreibung, sicher, aber fraglos ist der Youngster auf bestem Wege in die absolute Weltklasse.
"Hakimi hat sich in Dortmund hervorragend entwickelt und wäre eine Verstärkung für Real, zumal er auch als Linksverteidiger einsetzbar ist", urteilt Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport in Madrid. "Bei Odriozola stehen die Zeichen dagegen auf Abschied. Der 24-Jährige bringt nicht die nötige Klasse mit, um einer Mannschaft wie Real Madrid weiterhelfen zu können. Ich gehe davon aus, dass er im Sommer verkauft wird."
Das bedeutet aber nicht, dass der Marokkaner in der kommenden Saison für den spanischen Rekordmeister aufläuft. Madrid sei nur eine von mehreren Möglichkeiten, betonte Berater Camano. "Auch der BVB ist weiterhin eine Option für uns." Daneben machen wilde Gerüchte die Runde, wonach sich auch der FC Bayern, Juventus Turin, Paris Saint-Germain und der FC Chelsea um die Dienste des Abwehrspielers bemühen sollen.
"Theoretisch läuft mein Vertrag im Juni aus und ich muss dann nach Madrid zurückkehren", ließ Hakimi vor Kurzem wissen. Es habe aber diesbezüglich "noch keinen Kontakt zu Real" gegeben.
Real-Comeback Chance und Risiko für Hakimi
Für Hakimi wäre die Rückkehr zu Real Chance und Risiko zugleich, denn im Duell mit Carvajal droht ein Bankplatz. Der 28-Jährige ist eine der wichtigsten Säulen der Zidane-Auswahl und neben Kapitän Sergio Ramos einer der Wortführer in der Kabine. Carvajal ist darüber hinaus ein echtes Kind des Vereins, spielte bereits in der U11 für die Königlichen. So einen verdrängt man mal nicht ebenso.
Sollte Hakimi irgendwann für Carvajal übernehmen, tritt er in sehr große Fußstapfen - wie ein Blick auf die Statistik zeigt. In sieben Spielzeiten machte das Kraftpaket nicht nur die rechte Abwehrseite dicht, sondern bereitete auch noch 45 (!) Tore vor.
Hakimi beherrscht die Rolle des Assistgebers ebenfalls, allein in dieser Bundesliga-Saison kommt er auf zehn Torvorlagen. Dennoch wäre der junge Verteidiger gut beraten, sich noch einmal das Video mit dem Carvajal-Treffer gegen Sevilla anzuschauen, bevor er sich endgültig entscheidet.
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