Bedum ist ein niederländischer Ort, wie er im Buche steht. Nördlich von Groningen liegt er. Idyllisch, klein, beschaulich. Die rund 10.000 Einwohner gelten als bescheiden und bodenständig. Es ist der Ort, in dem für Arjen Robben alles begann. Dort hatte er schon Heldenstatus inne, bevor er 2013 beim FC Bayern München zu "Mr. Wembley" wurde. Seine Familie hat die Heimat nie verlassen - und in diesem Sommer wird sie ihren "verlorenen Sohn" und seine Familie wieder mit offenen Armen empfangen.
Denn Robben hat in der Gemeinde ein Haus gebaut, welches kurz vor der Fertigstellung steht. Er wird seine Zelte in München abbrechen und mit seiner Frau Bernadien sowie den gemeinsamen drei Kindern Lynn, Luka und Kai endgültig einen neuen Lebensabschnitt beginnen. "Das war immer der Plan", verriet Robben nun im "FC Bayern Podcast", in dem er eine gute halbe Stunde lang viele Einblicke in sein Privatleben gab.

Robben ist fit wie immer

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Das ist insofern erstaunlich, als dass der Flügelflitzer zuletzt nicht unbedingt bereit war, ausführliche Interviews zu geben. Journalisten ließ er stets barsch abblitzen.

Arjen Robben

Fotocredit: Imago

Den Medienzirkus vermisst er garantiert nicht. Ganz losgelassen hat Robben der Fußball - wer will es einem Vorzeige-Athleten wie ihm auch verdenken - aber dennoch nicht. Bei der Podcast-Aufzeichnung trägt er eine Bayern-Trainingshose. Und auch sonst schweifen seine Gedanken tatsächlich gerne mal Richtung Comeback ab.
Hey, vielleicht möchte ich doch noch mal ein bisschen spielen.
"Am Anfang habe ich den Fußball gar nicht vermisst", setzte er an und gab offen zu: "Dann gab es aber eine Phase, in der es wieder gekitzelt hat und Gedanken aufkamen wie: 'Hey, vielleicht möchte ich doch noch mal ein bisschen spielen.' Ab und zu habe ich schon noch dieses Gefühl. Mit diesem Virus ist es eine ganz komische Zeit für alle und wenn es noch mal geht, dann jetzt! Vielleicht bleibt das aber auch immer ein bisschen drin. Ich bin eben Sportler."
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Der Marathon muss warten

Zu hoch wollte er das Thema nicht dann nicht hängen. Fakt ist, dass Robben jedenfalls kaum etwas von seiner Fitness eingebüßt hat. Die vergangenen Monate verbrachte er unter anderem mit einem Marathon-Training. Der Laufwettbewerb, für den er sich angemeldet hatte, hätte in diesen Tagen steigen sollen, fiel aufgrund der Corona-Pandemie allerdings aus. Schon im vergangenen Jahr hatte er bei einem Acht-Kilometer-Schwimmen für einen guten Zweck teilgenommen. In diesem Winter erfüllte er sich einen lang gehegten Traum und ging Ski fahren. Das erste Mal nach 18 Jahren.
"Ich muss einfach Sport machen. Das ist drin - und das kriegst du nicht mehr raus", weiß er. Gefallen hat er zudem an "Padel-Tennis" gefunden. Parallel trainierte er die F-Jugendmannschaft einer seiner Söhne.

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Robben liebt es als "Rentner", das kommt klar rüber, frei über seine Zeit zu bestimmen. Verständlich, denn seit er mit 16 Jahren sein Profi-Debüt in der "Eredivisie" gab, war sein Leben in feste Pläne und Abläufe gepresst.
Der 36-Jährige hat sich auch die Freiheit genommen, nicht jedes Bayern-Spiel genau zu verfolgen. "Ich habe viele Spiele verpasst, ich war einfach beschäftigt. Nie habe ich privat etwas planen können, jetzt schon", sagte er.
Alphonso Davies, der in Raketengeschwindigkeit zum neuen Star auf der linken Verteidigerposition avancierte, beeindruckte ihn aber dennoch, wie er mit einem Schmunzeln erzählte: "Er macht das sehr gut. Aber meine Kinder und ich müssen immer lachen, wenn er anfängt zu sprinten. Er ist so was von schnell."

Robben ruht in sich - endlich

Es ist eine romantische Vorstellung, wie Robben mit seinen Kindern amüsiert und entspannt ein Bayern-Spiel vor dem Flatscreen verfolgt. Ganz ohne Druck, es allen beweisen zu müssen. Zeit und Gelassenheit sind der größte Luxus, den er sich leistet.

Arjen Robben und seine Frau Bernadien

Fotocredit: Imago

Doch Robben wirkt, wenn er davon erzählt, in sich ruhend. Ihm ist in seinem neuen Leben, in dem er auch mal für seine Familie ein Risotto kocht, bewusst: "Niemand wartet auf dich. Aber du brauchst etwas, für das es sich aufzustehen lohnt. In meinem Fall sind das meine Kinder."
München, so Robben, werde er als "Stadt zum Leben" sicher vermissen und dennoch freue er sich auf das, was jetzt in seiner Heimat auf ihn zukommt. Wie seine berufliche Zukunft aussieht, will er noch nicht prognostizieren.
"Konkret habe ich nichts im Kopf", sagte er.
Aber vielleicht doch noch in den Beinen?
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