Peter Bosz verdrehte fast nach jeder Frage genervt die Augen und gab nur kurze Antworten. Die 0:2 (0:1)-Pleite bei Hertha BSC hatte Bayer Leverkusens Trainer die Laune kräftig verdorben. Die Werkself kann die Champions League nicht mehr aus eigener Kraft erreichen und ist am letzten Spieltag ausgerechnet auf Schützenhilfe von Hertha angewiesen.

"Das Einzige, was wir jetzt machen können, ist das nächste Spiel zu gewinnen. Und dann müssen wir abwarten", sagte Bosz. Borussia Mönchengladbach hat seit Samstag zwei Punkte mehr auf dem Konto und verdrängte Leverkusen von Platz vier, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Gladbach erwartet Samstag Hertha BSC, Bayer hat den FSV Mainz 05 zu Gast.

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"Es darf auf keinen Fall passieren, dass Gladbach verliert und wir unser Spiel auch nicht gewinnen", warnte Bosz vor dem schlimmsten Szenerio, das seine Elf am Ende noch der Lächerlichkeit preisgeben würde. Da die Borussen die um neun Tore bessere Tordifferenz haben, reicht dem Konkurrenten vom Niederrhein ein Remis gegen Hertha. "Natürlich versuchen wir in Gladbach alles, aber ich verspreche nur das, was ich halten kann", sagte Herthas Trainer Bruno Labbadia dazu.

Havertz tauchte unter

Sollte Bayer das große Saisonziel verspielen, dürfte sich auch Bosz viel Kritik anhören. Die Niederlage in Berlin trug seine Handschrift. Im Gegensatz zu Labbadia fand er während des Spiels taktisch nicht die richtigen Antworten und ließ seine anfangs brillante Elf in ein Fiasko laufen, das den Klub noch teuer zu stehen kommen kann. Zudem dürften einige Millionen-Stars endgültig nicht mehr zu halten sein.

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"Wir waren heute selbst unser größter Gegner, wir waren zu brav, zu ungefährlich", sparte Keeper Lukas Hradecky nicht mit Selbstkritik. Sein Team hatte trotz der Gegentore von Matheus Cunha (22.) und Dodi Lukebakio (52.) 70 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 87 Prozent, doch kaum Chancen.

Wenig zu sehen war in Berlin auch von Jung-Star Kai Havertz, der sich in den Zweikämpfen nur selten durchsetzen konnte. Womöglich belastet den 21-Jährigen das Gerede um seinen angeblichen 100-Millionen-Euro-Wechsel zu Real Madrid mehr als es den Bayer-Klubbossen lieb ist.

Bailey in die Premier League?

Ein weiterer Bayer-Profi steht wohl vor dem Absprung. Leon Bailey soll laut Medienberichten bei Manchester City als Nachfolger von Leroy Sane eingeplant sein. Der Flügelflitzer habe sich schon mit City-Coach Pep Guardiola getroffen und einen Wechsel befürwortet, hieß es.

Als Trost könnte Bayer dienen, dass der Klub noch auf zwei weiteren Hochzeiten tanzt. In zwei Wochen steht - wieder in Berlin - das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München an und im August wird in NRW die Endrunde der Europa League ausgespielt.

Allerdings dürfte Bayer in der Form von Samstag in beiden Fällen kein Kandidat für den Titel sein, auch wenn Sportgeschäftsführer Rudi Völler in Berlin meinte: "Einen Pokal mal in der Hand zu halten, wäre schon etwas Tolles."

(SID)

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