Drei Dinge, die auffielen bei Leipzig - BVB: Dortmunder Dominanz

Borussia Dortmund sicherte sich durch den hochverdienten 2:0 (1:0)-Auswärtssieg im Topspiel des 33. Spieltags die Vizemeisterschaft. Youngster Giovanni Reyna lieferte bei seinem Startelf-Debüt im deutschen Oberhaus eine Glanzleistung ab. Der BVB zeigte eine Reaktion auf die Niederlage gegen Mainz und lieferte eine dominante Vorstellung. Timo Werner hingegen erlebte einen unglücklichen Nachmittag.

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1. Riesentalent Reyna mit Glanzleistung bei Startelf-Debüt

Erling Haaland wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte.
Unmittelbar nach seinem Treffer zum 1:0 für Borussia Dortmund beim 2:0 (1:0)-Sieg im Topspiel bei RB Leipzig (30.) herzte der Norweger Vorlagengeber Giovanni Reyna.
"Ich habe ihn zuvor bereits als Amerikanischen Traum bezeichnet und das ist wahr. Er ist 17 Jahre und was er heute auf dem Feld gezeigt hat, war unglaublich. Er hat eine große Zukunft vor sich", schwärmte Haaland nach der Partie über seinen kongenialen Partner.
Der erst 17-jährige US-Amerikaner wirbelte bei seinem Startelf-Debüt in der Bundesliga für Dortmund die Leipziger Hintermannschaft immer und immer wieder durcheinander.
Reyna war enorm quirlig, erkannte immer wieder die freien Räume und stieß in jene hinein. Dadurch schuf er auch Platz für Julian Brandt, Erling Haaland und Co. Leipzig bekam den Youngster über die gesamte Spieldauer nicht in den Griff.
"Seine Bewegung ist sehr gut. Er ist ein riesiges Talent. Er versteht den Fußball, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Er ist sehr, sehr clever. Was er im Alter von 17 Jahren macht, ist fantastisch", lobte BVB-Coach Lucien Favre Reyna bereits auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Mainz.
Im Topspiel in Leipzig schenkte der Schweizer dem Offensivspieler dann erstmals das Vertrauen von Beginn an und wurde belohnt. Reyna agierte in der Tat mit viel Cleverness und war für die Leipziger Verteidiger kaum ausrechenbar. Bei seiner Vorlage zum 1:0 leitete er einen Pass von Julian Brandt technisch hochwertig und offensichtlich überraschend für die RB-Hintermannschaft direkt auf Haaland weiter. Es war der erste Bundesliga-Assist in seiner noch jungen Karriere.
Nach 81 beeindruckenden Minuten nahm Favre den "American Dream" nach einer Galavorstellung dann vom Platz und brachte Leonardo Balerdi.
Auffällig: Neben Reyna debütierte auch der 20-jährige Mateu Morey in der Dortmunder Startelf und überzeugte ebenfalls mit einer sehr guten Leistung.
Die beiden Youngsters ersetzten mit Jadon Sancho (Bank) und Achraf Hakimi (gelbgesperrt) zwei andere junge Offensivkräfte und empfahlen sich als echte Alternativen für zukünftige Aufgaben.

2. BVB zeigt Reaktion auf Mainz-Blamage

Der BVB zeigte gegen Leipzig eine Antwort auf die zuletzt schwächeren Auftritte, die unter der Woche in einer 0:2-Heimniederlage gegen den FSV Mainz 05 gipfelten.
"Die letzten Spiele waren definitiv nicht so wie wir es uns vorgestellt haben. Wir wollten eine Reaktion zeigen und unbedingt den zweiten Platz klarmachen", erklärte Julian Brandt am "Sky"-Mikrofon. Die Reaktion der Schwarz-Gelben war in der Tat eindrucksvoll.
Von Beginn an dominierte Dortmund Ball und Gegner. Die offensive Spielweise des Gegners bot den Gästen Raum für das eigene Spiel. Damit wusste der BVB viel anzufangen und kam deutlich besser klar als zuletzt gegen die tiefstehenden Kontrahenten aus Paderborn, Berlin, Düsseldorf und Mainz. Besonders zwischen der 15. und 45. Minute spielten die Borussen Leipzig schwindelig.
Haaland (15./16.) und Thorgan Hazard (24.) hatten gleich drei hochkarätige Gelegenheiten. Einzig ein glänzend aufgelegter RB-Torhüter Peter Gulásci war der Grund, warum es nicht bereits früher im Leipziger Kasten klingelte. Beim 0:1 durch Haaland - das 83. Tor von Dortmund in dieser Saison und damit neuer Vereinsrekord - war Gulásci dann chancenlos und die BVB-Dominanz auch erstmals auf der Anzeigetafel sichtbar. "Wir waren heute von der ersten Minute auf dem Platz", machte Abwehrchef Mats Hummels bei "Sky" deutlich.
Am Ende von Durchgang eins standen sieben Torschüsse und 65 Prozent Ballbesitz auf Seiten des Favre-Teams. Auch in den zweiten 45 Minuten gab der BVB weiter den Ton an. Insbesondere Morey (47.) und Haaland (52.) vergaben die Vorentscheidung.
Erst in der Schlussphase konnte sich RB ein wenig befreien und hatte selbst einige Torgelegenheiten. Der BVB ließ aber insgesamt nur wenig zu, stand auch defensiv äußerst stabil und entschied mit Saisontor Nummer 84, einem Konter in der Nachspielzeit durch Haaland, das Spiel (90.+3). Es war der Schlusspunkt einer beeindruckenden Reaktion auf Mainz.
"Wir haben heute ein absolutes Topspiel hingelegt. Einer der besten Auftritte der Saison", meinte Hummels und schob bereits eine Kampfansage an den FC Bayern für die kommende Spielzeit nach: "Dann wollen wir einen nach oben rutschen. Das muss immer das Ziel sein, wenn man in so einer Mannschaft spielt."
Die Leistung in Leipzig macht definitiv Hoffnung auf mehr für alle Fans der Schwarz-Gelben für die kommende Saison.

3. Werners unglücklicher Abgang

Nur wenige Sekunden dauerte die offizielle Verabschiedung von Timo Werner in der Red-Bull-Arena vor der Partie.
Während Trainer Julian Nagelsmann sein Team in den Katakomben auf den Gegner einstellte, posierte der Nationalstürmer, der ab Juli für den FC Chelsea aufläuft, für Fotos mit Sportdirektor Markus Krösche und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff auf dem Rasen.
Eine Stadiondurchsage mit dankenden Worten beim letzten Heimspiel von Werner in Leipzig? Fehlanzeige. Zumindest eine Collage mit drei Bildern im RB-Trikot bekam der 24-Jährige überreicht. Wenige Sekunden später sprintete der Stürmer dann bereits zu seinem Team in die Kabine.
Ein kühler Abgang für einen Spieler, der nach seinem Wechsel 2016 vom VfB Stuttgart zu den Sachsen in den vergangenen vier Jahren in 165 Einsätzen bemerkenswerte 93 Tore erzielte und 40 weitere Treffer auflegte.
Übrigens: Nathan Ampadu, Leihspieler vom FC Chelsea, wurde nach einem Jahr in Leipzig direkt nach Werner verabschiedet – auf dieselbe Art. Nur, dass die kleine Abschiedszeremonie für den derzeit verletzten Abwehrspieler, der in drei Bundesligapartien lediglich 78 Spielminuten sammelte, sogar etwas länger ausfiel als für Werner.
Gegen Dortmund gelang Werner im Anschluss dann auch sportlich kein positiver Heimabschluss. Insbesondere der starke Mats Hummels stellte den eigentlichen Torjäger vom Dienst komplett kalt. Der 24-Jährige kam nur zu einer gefährlichen Torchance, scheiterte aber an BVB-Schlussmann Roman Bürki (40.).
"Das ist natürlich schade für ihn. Er hat so viele Tore in den vergangenen Spielen und auch zuhause geschossen. Er wollte sich natürlich unbedingt mit einem Tor hier verschieden. Das ist ihm leider nicht gelungen", sagte RB-Coach Julian Nagelsmann bei "Sky".
Nach 70 Minuten erlöste Nagelsmann Werner und ersetzte den Angreifer durch Christopher Nkunku.
Insgesamt ein sehr unglücklicher Nachmittag für Werner in seinem letzten Bundesliga-Heimspiel für RB Leipzig.
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