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Borussia Dortmund | Achraf Hakimi vom BVB in der Weltspitze angekommen
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Publiziert 27/02/2020 um 10:38 GMT+1 Uhr
Im Sommer 2018 kam Achraf Hakimi auf Leihbasis von Real Madrid zu Borussia Dortmund. Der 19-jährige Marokkaner konnte sich bei den Königlichen nicht auf Anhieb durchsetzen und sollte bei den Schwarz-Gelben Spielpraxis sammeln. Beim BVB entwickelte sich Hakimi zum unangefochtenen Stammspieler und ist nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Bis zum kommenden Sommer jedenfalls.
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Wieder einmal brach er im Champions-League-Heimspiel gegen Inter Mailand über die rechte Seite durch und schüttelte seinen Gegenspieler ab. Nach einem Doppelpass mit Jadon Sancho stand er allein vor Torhüter Samir Handanovic und blieb eiskalt. Durch seinen zweiten Treffer drehte Borussia Dortmund einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Das ganze Stadion stand Kopf, der Matchwinner ließ sich 66.000 Zuschauern feiern.
Achraf Hakimi spielt eine herausragende Saison bei Borussia Dortmund. Der marokkanische Nationalspieler und WM-Teilnehmer von 2018 absolvierte bislang alle 34 Pflichtspiele. Dabei kommt der 21-Jährige auf sechs Tore und zehn Torvorlagen. Damit hat Hakimi dieselbe Anzahl an Scorerpunkten wie Liverpools gleichaltriger Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold. Und der gilt bekanntlich als einer der besten Außenverteidiger der Welt mit starkem Offensivdrang.
Die beiden Youngsters sind damit die einzigen beiden Verteidiger in Europa, die bereits zu diesem Zeitpunkt der Saison zweistellige Werte bei den Torvorlagen aufweisen. Während Alexander-Arnold mit vierzehn Torvorlagen noch mehr als Torvorbereiter glänzt, sticht der BVB-Verteidiger durch seine Torgefahr heraus.
Sechs Treffer sind für einen Verteidiger ein überragender Wert. Wobei Hakimi für den BVB längst mehr ist als nur ein klassischer Rechtsverteidiger. Der Youngster hat eine steile Karriere hingelegt und sich blitzschnell ins Rampenlicht katapultiert.
Hakimis Anfangszeit beim BVB
Dabei gab Hakimi erst im Oktober 2017 sein Profidebüt in der spanischen Primera Division bei Real Madrid. Nach dem 2:0-Sieg der Königlichen gegen Espanyol Barcelona geriet Trainer Zinédine Zidane ins Schwärmen über seinen Schützling: "Er hat das spektakulär gemacht."
Dabei debütierte Hakimi nur, weil Stammrechtsverteidiger Dani Carvajal damals mit einer Viruserkrankung ausfiel. Die "Sun" war begeistert, schrieb von einem neuen "Wunderkind". Zidane setzte in der Folge aber auch auf Nacho rechts hinten, und Carvajal kehrte bereits sechs Wochen später zurück. Hakimi kam zwar am Saisonende auf 17 Einsätze, in den wichtigen Partien pendelte er allerdings zwischen Ersatzbank und Tribüne.
Nach starken Leistungen bei der WM 2018 in Russland schnappten die BVB-Verantwortlichen zu und leihten den 1,81m großen Marokkaner für zwei Jahre aus. Pfeilschnell, mit viel Zug an der Offensive und sowohl auf der rechten als auch der linken Seite einsetzbar – Hakimis Qualität, gepaart mit seiner Flexibilität, überzeugte von Beginn an.
Doch der Youngster hatte damals noch gravierende Schwächen in der Rückwärtsbewegung und im defensiven Zweikampfverhalten. Zudem streute er immer wieder haarsträubende Ballverluste ein, wie bei der 0:3-Niederlage in der Königsklasse bei Tottenham Hotspur.
"Auch wenn ich jetzt Außenverteidiger bin, habe ich immer noch einen großen Drang nach vorne. Das steckt tief in mir drin", erklärte Hakimi damals selbst in der "WAZ".
Die richtige Balance bei allem Offensivdrang das Verteidigen nicht zu vernachlässigen, stand damals auch für Lizenzspielleiter Sebastian Kehl im Mittelpunkt bei der Entwicklung des Marrokaners:
Hakimis starke Entwicklung beim BVB
Mittlerweile haben der BVB und Hakimi an dessen Schwächen intensiv gefeilt. Zwar bleiben die genannten Punkte weiterhin die größten Problemzonen, allerdings längst nicht mehr in dem Maße. Hakimi geht deutlich robuster in die Zweikämpfe, arbeitet intensiver mit nach hinten und verliert seltener die Kugel. Der marokkanische Nationalspieler kommt sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League auf eine Passquote von 85 Prozent. Seine Fortschritte verdankt er nach eigenen Angaben Trainer Favre:
Hakimis größte Stärke ist und bleibt aber sein attemberaubendes Tempo. Mit 36,2 Stundenkilometer stellte Hakimi im Dezember einen neuen Bundesligarekord auf.
Gegen den 1. FC Union Berlin (5:0) Anfang Februar schraubte er diesen Wert sogar auf über 36,5 hoch.
Die Systemumstellung nach dem Paderborn-Spiel (3:3) im November von einem 4-2-3-1 auf ein 3-4-3 von BVB-Trainer Lucien Favre sorgte dafür, dass Hakimi von der Viererkette ins Mittelfeld vorrückte. Auch wenn die Borussia defensiv situativ auf eine Fünferkette zurückgreift, spielt dem Marokkaner die neue Rolle in die Karten. Der 21-Jährige beackert mit großem Aufwand die rechte Außenbahn. Für Favre spielt Hakimis genaue Position allerdings keine Rolle, denn der Coach weiß:
Auch Karl-Heinz Rummenigge ist die positive Leistungsentwicklung Hakimis nicht entgangen. Der Bayern-Boss äußerte sich in der "tz" und ließ sein Interesse am Dortmunder verlauten:
Hakimis Zukunft in Dortmund ungewiss
Doch noch steht Hakimi beim BVB unter Vertrag. Allerdings endet im Sommer sein Leihvertrag im Ruhrgebiet. Dann kehrt der in Madrid geborene Hakimi wahrscheinlich zu Real zurück. Journalist Félix Martin, von Eurosport.es, würde sich wundern, wenn Zidane ihn im Sommer nicht zurückbeordern würde:
Hakimi selbst hat für sich noch nicht entschieden, in welchem Trikot er in der kommenden Spielzeit auflaufen möchte. Doch auch er weiß um seine Rolle beim BVB sowie um das Bemühen der Verantwortlichen ihn in Dortmund zu halten: "In meinem Kopf ist, dass ich spielen und mich wie bisher weiterentwickeln muss. Und das dort, wo man mir die Chance dazu gibt. Hier in Deutschland gibt man mir die Chance."
Doch egal wo er ab Sommer spielen wird – wie auch Alexander-Arnold ist Hakimi, trotz seines jungen Alters, bereits ein Weltklasse-Außenbahnspieler, und hat noch eine Menge Potenzial nach oben. Das hat er mit seinen Leistungen diese Spielzeit unter Beweis gestellt. Nicht nur mit seinem überragenden Auftritt gegen Inter Mailand.
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