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"Ein bisschen enttäuscht": Schalke verpasst Derby-Sieg gegen BVB

"Ein bisschen enttäuscht": Schalke verpasst Derby-Sieg gegen BVB

26/10/2019 um 20:54Aktualisiert 26/10/2019 um 21:26

Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben sich am 9. Spieltag der Bundesliga 0:0-Unentschieden getrennt. Die Gastgeber waren in hitzigen 90 Minuten insgesamt das bessere Team, trafen sogar zwei Mal Aluminium. Der BVB präsentierte sich ähnlich harmlos wie zuletzt beim Champions-League-Spiel bei Inter Mailand. In der Tabelle springt Dortmund auf Rang drei, S04 ist Siebter.

So lief das Spiel:

Im 177. Revierderby begegneten sich der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund tabellarisch nach langer Zeit mal wieder auf Augenhöhe - beide Mannschaften stehen im oberen Tabellendrittel. Die Schalker agierten mit einer personellen Veränderung. Für Weston McKennie stand Suat Serdar in der Startformation. Auf der Gegenseite wechselte Lucien Favre auf mehreren Positionen. Unter anderem fiel Torhüter Roman Bürki mit einem grippalen Infekt kurzfristig aus. Für ihn spielte Marwin Hitz. Zudem brachte der BVB-Coach auf beiden Außenverteidiger-Positionen mit Raphael Guerreiro und Lukasz Piszczek neues Personal.

Während Dortmund unter der Woche in der Champions League gegen Inter Mailand spielte, bereitete sich "Königsblau" vollends auf das wichtige Derby vor - wirkte so zu Beginn fokussierter als die Borussia. Zwar verzeichneten die Gäste in der 3. Minute die erste gute Torgelegenheit - Jadon Sancho scheiterte mit einem Schuss aus 18 Metern an Alexander Nübel - doch in der Folge dominierte Schalke sein Heimspiel.

Die "Knappen" zeigten sich präsent in den Zweikämpfen, entwickelten ein druckvolles Offensivpressing und hemmten das BVB-Spiel schon im Aufbau. Die Schalker verlegten den Spielfokus so immer tiefer in die Hälfte der Dortmunder und hatten im ersten Durchgang gleich mehrfach die Chance in Führung zu gehen.

In der 29. Minute setzte sich Salif Sané nach einem Eckball von der linken Seite im Luftduell gegen Axel Witsel durch und köpfte die Kugel anschließend wuchtig aus elf Metern an die Latte - Hitz wäre geschlagen gewesen. Fünf Minuten später rettete erneut Aluminium für die Dortmunder. Nachdem Mats Hummels Thomas Delaney im Strafraum anschoss, kam Serdar aus sieben Metern freistehend zum Abschluss - traf nur den linken Innenpfosten.

Schalke spielte mit mehr Leidenschaft, zeigte ansehnliches Kombinationsspiel und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Dortmund hingegen ließ essentielle fußballerische Tugenden vermissen, nahm den Kampf nicht an und war auch im Spiel nach vorne zu berechenbar. Die BVB-Option mit Mario Götze für den verletzten Paco Alcácer in der Sturmspitze entpuppte sich als nicht hinreichende Lösung.

Auch im zweiten Durchgang waren die Hausherren präsenter, zielgerichteter und überzeugter vom eigenen Auftreten. Vor allem nach Standards generierten die Schalker immer wieder gefährliche Situationen. Beim BVB ging wenig zusammen - wenn dann nur Stückwerk: Sancho war nahezu einziger Faktor in der Offensive.

Letztlich schaffte es allerdings keine der beiden Mannschaften ein Tor zu erzielen und die Partie so zu entscheiden. Die Schalker waren in Summe das klar bessere Team, vergaben jedoch teilweise leichtsinnig ihre Chancen. Borussia Dortmund enttäuschte insgesamt, ließ Überzeugung, Mut und Siegeswillen vermissen.

Die Stimmen:

David Wagner (Trainer Schalke 04): "Bis auf die Tore war es ein rassiges Derby. Die Jungs haben genau das gespielt, was sie seit Wochen schon spielen, mit sehr viel Energie. Wir hatten die größeren Chancen, auch mehr Chancen. Wir sind einverstanden mit der Leistung, es ist ein weiterer Schritt, aber wir sind auch ein bisschen enttäuscht, weil wir das Spiel nicht gewonnen haben."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Das war ein sehr schweres Spiel für uns, vor allem in der ersten Halbzeit, als Schalke sehr aggressiv gepresst hat. Es war schwer, den Ball zirkulieren zu lassen, da konnten wir mit dem 0:0 zufrieden sein. Die zweite Halbzeit war viel besser, nach 55, 60 Minuten haben wir endlich Fußball gespielt und Torchancen kreiert. Am Ende können wir das Ergebnis akzeptieren."

Marwin Hitz (Borussia Dortmund): "Wir wussten, dass Schalke richtig viel Druck machen wird, dass sie sich die ganze Woche auf uns einstellen konnten. Wir sind nicht so gut hereingekommen. Deswegen müssen wir auch einfach mit dem Punkt zufrieden sein."

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Ich glaube, dass man schon sagen muss, dass wir einfach mehr nach vorne machen müssen. Man sieht auch, dass bei uns ein bisschen die Leichtigkeit fehlt - dieses Spielerische, was uns eigentlich immer auszeichnet. Wir tun einfach gut daran, weiter zu arbeiten."

Das fiel auf: Mehr als nur Spielkultur

Ist Borussia Dortmund dem FC Schalke 04 spielerisch überlegen? Betrachten wir die personellen Möglichkeiten des BVB, ist die Antwort womöglich ein Ja. Doch allein diese Komponente reicht nicht aus, um in einem Derby als Sieger vom Feld zu gehen. Das Revierderby bedarf mehr als nur Spielkultur - vielmehr fußballerische Tugenden wie Kampfeswillen, Zweikampfintensität und Überzeugungskraft.

Die "Knappen" symbiotisierten diese Faktoren im Duell gegen den Erzrivalen, schöpften zudem ihr spielerisches Potenzial aus. Das Resultat war ein Revierderby geprägt von "Königsblau". Ein Spiel, in dem die Schalker nur eine Schwäche zeigten: Die eigene Chancenverwertung.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 253

Reus absolvierte gegen den FC Schalke 04 sein insgesamt 253. Pflichtspiel für Borussia Dortmund und zog damit mit dem Ex-Dortmunder Jakub Kuba Blaszczykowski gleich. Insgesamt erzielte Reus bisher im BVB-Dress 123 Tore und gab 76 Torvorlagen.

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