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In der Hierarchie gestiegen: Dortmunds Plan mit Balerdi

In der Hierarchie gestiegen: Dortmunds Plan mit Balerdi

15/08/2019 um 21:02Aktualisiert 16/08/2019 um 11:51

Im Winter 2018 zahlte der BVB rund 15,5 Millionen Euro für Leonardo Balerdi an die Boca Juniors. Ein halbes Jahr später wartet das Talent noch auf seine erste Bewährungsprobe im Profikader. Die könnte es bald geben, denn Balerdi ist nach den Wechseln von Ömer Toprak und Abdou Diallo in der internen Hierarchie aufgerückt und empfahl sich durch eine gute Verbereitung für höhere Aufgaben.

Der FC Barcelona war interessiert, Juventus Turin beschäftigte sich mit ihm - am Ende wechselte mit Leonardo Balerdi eines der größten Verteidigertalente Südamerikas jedoch zu Borussia Dortmund. Vor allem deswegen, weil Michael Zorc wieder einmal schneller reagierte als die Konkurrenz.

Balerdi wurde bewusst vor Start der U20-Südamerikameisterschaften in Chile verpflichtet, um bei einem starken Turnier nicht dem wachsenden Hype und damit auch einer rasant steigenden Ablösesumme zum Opfer zu fallen. "Wir mussten uns entscheiden", erklärte BVB-Sportdirektor Zorc nach dem erfolgreichen Deal im Winter 2018.

Balerdi beim BVB mit veränderten Voraussetzungen

Entscheiden muss sich ein halbes Jahr später auch Lucien Favre - und zwar dafür, dem Talent eine Chance zu geben, sich auf Profi-Niveau zu beweisen. Bislang stehen erst fünf Pflichtspieleinsätze in der höchsten argentinischen Spielklasse für die Boca Juniors in Balerdis Vita. Beim BVB reichte es noch nicht für die Bundesliga. Drei Mal immerhin schaffte er es in den Kader.

Das soll und wird sich in der kommenden Saison ändern, denn die Grundvoraussetzungen sind andere. Mit Ömer Toprak (Werder Bremen) und Abdou Diallo (Paris Saint-Germain) haben zwei direkte Konkurrenten um die Plätze hinter Mats Hummels und Manuel Akanji den Verein verlassen.

Leonardo Balerdi

Leonardo BalerdiImago

Zudem plant Favre mit Julian Weigl, der in der vergangenen Spielzeit noch als Notlösung in der Innenverteidigung aushalf, Erkenntnissen der Vorbereitung zufolge wieder im Mittelfeld. Somit sind Balerdi und Dan-Axel Zagadou die einzig verbliebenen Kontrahenten um den Platz hinter dem Stammpärchen Hummels/Akanji.

Und Balerdi, der laut Zorc "einen großen Sprung" gemacht habe, scheint derzeit in diesem Zweikampf die Nase leicht vorn zu haben.

Balerdi bringt alles mit

Balerdi ist noch kein "fertiger" Innenverteidiger. Anders als Zagadou muss der Argentinier vor allem körperlich noch zulegen. Nicht verwunderlich, stellt der ebenfalls erst 20-jährige Franzose (1,96 Meter, 90 kg) diesbezüglich doch die absolute Ausnahme dar.

Als "intelligenten, zweikampf- und kopfballstarken Innenverteidiger mit gutem Aufbau- und Passspiel" beschreibt Zorc den Youngster aus Villa Mercedes. Attribute, die einen modernen Verteidiger auszeichnen und die dem BVB immerhin 15,5 Millionen Euro wert waren.

Eine Summe, von der sich der Vizemeister mehr als nur eine Kaderergänzung versprechen dürfte.

Neue Kaderregel hilft Balerdi

Sicher ist, dass Balerdi in der Saison 2019/20 häufiger als im Vorjahr den Weg ins Dortmunder Aufgebot finden wird. Nicht nur, weil seine sportlichen Fortschritte es nahelegen - sondern schlicht auch deswegen, weil ab sofort 20 statt der bisher 18 Spieler im Spieltagskader erlaubt sind.

Als einer von nur vier gelernten Innenverteidigern im Kader der Borussia ist ein baldiges Bundesligadebüt zudem wahrscheinlich. Favre scheut sich nicht, jungen Spielern auch in wichtigen Partien das Vertrauen zu schenken.

Bestes Beispiel ist eben Zagadou, der in der vergangenen Spielzeit beim 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg nach einer Roten Karte für Diallo plötzlich in der Startelf stand und sich nach starken Leistungen ganze neun Spiele dort behauptete, ehe ihn eine Mittelfußprellung rund zwei Monate außer Gefecht setzte.

Sollte es Hummels oder Akanji erwischen, könnte es für Balerdi also ganz schnell gehen. Die Vorbereitung zumindest vermittelte den Eindruck, dass er bereit ist.

Video - Lacher beim BVB: Favre entzieht sich Guerreiro-Frage

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