BVB | Reus platzt im Interview der Kragen: "Immer mit eurer Mentalitätsscheiße"

Marco Reus hat nach dem bitteren 2:2-Unentschieden bei Eintracht Frankfurt wütend auf eine Nachfrage zur fehlenden Mentalität des BVB reagiert. Am "Sky"-Mikrofon fuhr der Kapitän Reporter Ecki Heuser an. "Ihr geht mir so auf die Eier mit eurer Mentalitätsscheiße", polterte der 30-Jährige: "Das hat nichts mit Mentalität zu tun. Es hat mit dem richtigen Defensivverhalten zu tun."

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Kurz zuvor hatten die Dortmunder eine 2:1-Führung in der 88. Minute durch ein Eigentor von Thomas Delaney noch aus der Hand gegeben und damit nach der 1:3-Pleite bei Union Berlin zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte liegen gelassen.
Statt fehlender Mentalität machte Reus individuelle Fehler kurz vor Schluss und fehlende Kaltschnäuzigkeit für den vergegebenen Sieg verantwortlich. "Wir müssen in den letzten fünf Minuten besser dagegenhalten. Wir bringen uns selbst in Bredouille, das darf nicht passieren", sagte der Kapitän:

Zorc: "So spielt keine Spitzenmannschaft"

Auch Trainer Lucien Favre wollte von fehlender Einstellung seiner Mannschaft nichts wissen. "Lassen sie das mit der Mentalität. Das hat damit nichts zu tun. Wir müssen viele Details besser machen, das sage ich schon seit langem", analysierte der Schweizer:
Sportdirektor Michael Zorc übte derweil deutlichere Kritik an der Leistung der Dortmunder. "So spielt keine Spitzenmannschaft", stellte der 57-Jährige klar und dementierte im Gegensatz zu Trainer und Kapitän in der Frage nach fehlender Mentalität nicht:

Frankfurt - BVB: Die weiteren Stimmen zum Spiel bei "Sky":

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) ...
... zum Spiel: "Wir bedauern am Ende das 2:2. Das ist klar. Wir hatten viele Gelegenheiten, Tore zu schießen, haben das aber nicht gemacht. Manchmal haben wir nicht gut gespielt. Die Möglichkeiten waren da."
... zur Frage, ob Borussia Dortmund den Härtetest bestanden hat: "Es war okay, aber es fehlt uns etwas. Es ist schwer, zu sagen. Insgesamt war es in Ordnung, aber nicht genug."
... zur Frage, ob er sich mehr Mentalität wünscht: "Das hat nichts mit Mentalität zu tun. Wir müssen trotzdem positiv bleiben, wir haben uns viele Chancen kreiert, aber haben die letzte Aktion nicht gut gemacht."
Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund) ...
... zur Frage, was sich die Mannschaft vorwerfen muss: "Dass wir das 2:1 nicht über die Bühne gebracht haben."
... zur Frage, wie er es sich erklärt, dass die Mannschaft das Spiel zweimal aus der Hand gegeben hat: "Es war alles in Ordnung. Wir gehen mit 2:1 in Führung und haben das Spiel unter Kontrolle. Dann kriegen wir zwei Minuten vor Schluss das 2:2. Wenn wir vorher das 3:1 machen, ist das Spiel gegessen, aber wir müssen auch einfach mal in der Lage sein, das 2:1 über die Bühne zu kriegen. Das haben wir nicht geschafft."
Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt) ...
... zum Spiel: "Die ersten 35 Minuten waren wir nicht auf dem Platz. Ich habe aber eine sehr ordentliche zweite Halbzeit von meiner Mannschaft gesehen. Trotz allem ein großes Kompliment an meine Mannschaft, wie sie hier, nach dem schweren Spiel am Donnerstag, aufgetreten ist und was die Mentalität betrifft, bis zum Schluss daran geglaubt hat, den Ausgleich zu erzielen. Das hat mir heute sehr gut gefallen."
... zur Frage, was Mentalität für ihn bedeutet: "Mentalität heißt für mich, dass man bis zum Schluss versucht, an etwas zu glauben, Bereitschaft zu zeigen, nie aufzugeben und ich spreche immer sehr gerne von einer Siegermentalität, dass man bis zum Schluss alles gibt. Das hat die Mannschaft gezeigt. Natürlich haben wir gesehen, dass Borussia Dortmund eine Top-Mannschaft hat, dass sie das Spiel grundsätzlich klar im Griff hatten, aber ich finde schon, dass wir in der zweiten Halbzeit im Rahmen unserer Möglichkeiten ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben."
... zur Frage, wie die Mannschaft es schafft, sich nach Rückschlägen immer wieder aufzubauen: "Ich glaube, es ist einfach wahnsinnig wichtig, dass man mit so einer Haltung in ein Spiel geht. Man kann mal verlieren, die Frage ist immer, wie. Ich habe in der Halbzeit auch versucht, ein paar Dinge anzusprechen, weil mir die ersten 35 Minuten unserer Mannschaft überhaupt nicht gefallen haben. Wir haben dann versucht, ein paar Sachen zu korrigieren. Das hat die Mannschaft gut umgesetzt."
... zur Frage, wo die Mannschaft jetzt steht: "Wir haben die drei wichtigsten Spieler, was die Offensive angeht, verloren. Wir haben trotzdem immer noch gute Spieler in Frankfurt. Wir haben versucht, das mit neuen Spielern zu ersetzen. Die Neuen brauchen natürlich ein bisschen Zeit und Geduld. Ich bin noch nicht ganz glücklich, wie wir spielen. Speziell im Spiel nach vorne. Wir haben auch nicht viel Zeit, das zu trainieren, weil wir jeden dritten, vierten Tag unterwegs sind. Das ist auch eine Challenge. Es ist sehr ordentlich, was wir bisher spielen."
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung