Drei Dinge, die bei Schalke gegen Mönchengladbach auffielen
Der FC Schalke 04 startet nach Maß in die Rückrunde, schlägt den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach mit 2:0 und zieht in der Tabelle an Erzrivale Borussia Dortmund vorbei. Dabei überragt vor allem das neue Sturm-Duo der Königsblauen. Bei den Fohlen hält nur Keeper Yann Sommer dagegen. Probleme bereitet der Borussia die linke Abwehrseite. Was auffiel.
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1. Gregoritsch und Raman: Das hat Zukunft
Rund vier Minuten vor Abpfiff der Partie erhoben sich die 60.000 Fans in der Schalker Veltins Arena zum ersten Mal. Grund war die Auswechslung von Michael Gregoritsch, der in seinem ersten Spiel für seinen neuen Klub gleich zum Matchwinner avancierte. Als die Arena nach Schlusspfiff zum zweiten Mal stehend applaudierte, wollte dem 25-Jährigen das Grinsen nicht mehr vom Gesicht weichen.
"So erträumt man sich den Einstand natürlich. Dass es dann so gelingt, ist top. Das Spiel zu gewinnen. Ist etwas Besonderes für mich", sagte der Schalker Winterneuzugang nach dem Spiel überglücklich am "ZDF"-Mikrofon.
Zusammen mit Benito Raman bildete er die Doppelspitze der Königsblauen – ein Duo mit Zukunft. Gregoritsch legte den ersten Treffer von Suat Serdar mit viel Übersicht auf, markierte den 2:0-Endstand nach Vorarbeit seines quirligen Sturmpartners dann selber.
Auffällig war, dass Raman läuferisch alle Freiheiten genoss, mehr oder weniger um Gregoritsch herumspielte und Räume schaffte. Der Österreicher nutzte diese um den Abschluss zu suchen (4 Torschüsse) oder den finalen Pass zu spielen (4 Torschussvorlagen).
Nach diesem Traumeinstand konnte er nach dem Spiel auch etwas selbstironisch auf seine vergebene Großchance aus der ersten Halbzeit, als er den Ball völlig freistehend aus sechs Metern nicht vorbei an Yann Sommer vorbeibrachte, blicken:
2. Sommer kann's auch im Winter
Von einem Absturz wie im vergangenen Jahr, als Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde nur 22 Punkte holte und vom dritten Tabellenplatz noch aus den Champions-League-Qualifikationsplätzen rutschte wollte Yann Sommer nach der Pleite auf Schalke nichts wissen: "Auf gar keinen Fall", entgegnete er einem "ZDF"-Reporter auf die Frage, ob er einen erneuten Absturz fürchte.
Seinem selbstbewusstes Auftreten im Interview war eine ebenso selbstbewusste Vorstellung im Kasten der Fohlen vorausgegangen. Der Schweizer war mit großem Abstand bester Mann seiner Mannschaft, hielt die Borussia mit seinen Paraden in der ersten Hälfte im Spiel. In der 6. Spielminute hielt er erst überragend gegen Gregoritsch und entschärfte nur Sekunden später auch noch Suat Serdars Schuss aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex.
Auch im Eins-gegen-Eins gegen Raman siegte er in der 28. Minute. Der ehemalige Düsseldorfer war zuvor von Gregoritsch mit einem herrlichen Steilpass auf die Reise geschickt worden.
Sowohl beim 0:1 durch Serdar (48.) als auch bei Gregoritschs 0:2 war er schuldlos. Dass es nach einer eigentlich "guten Vorbereitung" auf Schalke dennoch nicht zu Punkten gereicht hatte, lag für den Keeper vor allem am nachlässigen Offensivspiel der Gladbacher:
Festzuhalten bleibt jedoch: Sommer kann's auch im Winter.
3. Geschwindigkeitsdefizite hinten links
Die Schalker hatten die Schwachstelle der Gladbacher früh erkannt. Oscar Wendt und Toni Jantschke hieß das Verteidigerpärchen auf der linken Gladbacher Seite. Durch den Ausfall von Nico Elvedi, der zuvor in allen 17 Hinrunden-Partien zum Einsatz kam, war Marco Rose gezwungen, umzustellen. Weder Jantschke noch Wendt sind für ihr Tempo berühmt und hatten folglich ihre Probleme mit den flinken Raman, Schöpf und Caligiuri.
53 Prozent der Schalker Angriffe rollten über die rechte Seite, wo besonders Wendt völlig überfordert wirkte. Der Schwede gewann keinen seiner neun geführten Zweikämpfe. Elvedi-Ersatz Jantschke agierte etwas besser (50 Prozent gewonnene Zweikämpfe) hatte aber Probleme in der Absprache mit Nebenmann Ginter. Raman und Gregoritsch konnten so auch im Strafraum der Gäste teilweise in Ruhe die Bälle annehmen und verarbeiten.
In der kommenden Woche können die Fohlen im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) Wiedergutmachung betreiben. Vielleicht bzw. hoffentlich auch wieder mit dem zweitbesten Zweikämpfer der Liga: Nico Elvedi.
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