FC Bayern: Der achte Meistertitel in Folge ist viel mehr als Routine

Der FC Bayern kürt sich durch einen 1:0 (1:0)-Sieg bei Werder Bremen zum achten Mal in Folge zum deutschen Meister. Ein Titel, der nach Routine klingt, jedoch keine Selbstverständlichkeit ist - das beweist der holprige Saisonverlauf. Vater des Erfolgs ist Hans-Dieter Flick. Ein Sympathieträger und Teamplayer, der in der Vergangenheit oft Nebenrollen spielte und auch jetzt das Rampenlicht scheut.

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"Erfolg hat man nie alleine."
Hansi Flick hatte soeben die erste deutsche Meisterschaft seiner Karriere als Chef-Trainer gefeiert, übte sich jedoch in Understatement. "Es macht mir sehr viel Spaß, dabei zu sein, Dinge vorzugeben, die Spielfreude der Mannschaft zu erleben. Es ist einfach gut." Klingt so die ausgelassene Freude eines 54-Jährigen, der soeben das höchste Ziel im deutschen Fußball erreicht hat?
Nunja, es war ja auch keine normale Meisterschaft.
Die große Party samt Weißbierduschen und wilden Verfolgungsjagten über den Rasen des Bremer Weserstadions fiel coronabedingt ins Wasser. Dabei hätte der fantastische Lauf, den Flick mit seiner Mannschaft seit seiner Übernahme am 3. November 2019, einen Tag nach der 1:5-Pleite bei Eintracht Frankfurt, hinlegte, durchaus ausgelassene Jubelarien verdient gehabt.
So eindeutig, wie die Tabelle es nach dem 32. Spieltag impliziert, war die Saison nämlich nicht.

FC Bayern 2019: Herbstkrise reloaded

Die Bayern strauchelten, sie wankten. Im zweiten Jahr in Folge kriselte es im Herbst - 2019 gar so heftig, dass Double-Coach Niko Kovac seinen Job verlor.
Die Chancen für die Konkurrenz aus Leipzig (Herbstmeister) oder Dortmund waren da. Am 14. Spieltag, drei Etappen vor Ende der Hinrunde, waren die Bayern Siebter. Das zeigt: Die achte Meisterschaft in Serie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis einer sagenhaften Entwicklung, die der Rekordmeister unter Flick genommen hat.
"Dieses Comeback, das wir gestartet haben und die Art und Weise, wie wir in der Rückrunde aufgetreten sind. Ich hatte selten so viele emotionale Momente in Bundesliga-Spielen, egal ob in Dortmund oder auch heute", sagte der unter Flick wiedererstarkte Thomas Müller (20 Assists, Topvorbereiter der Bundesliga) in der "ARD".

Bayern unter Flick: Pure Dominanz

"Hansi Flick hat das vom ersten Moment großartig gemacht. Das war am Ende der Grundstein, dass wir heute die achte Meisterschaft feiern können", freute sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit einem Strahlen im Gesicht. "Hansi hat die Mannschaft übernommen, seitdem spielen wir attraktiven und erfolgreichen Fußball."
Worte, die von beeindruckenden Zahlen belegt werden. Seit nunmehr 22 Bundesligaspielen steht Flick nun an der Seitenlinie, 19 Mal hieß der Sieger FC Bayern. Aktuell befindet sich die Mannschaft inmitten einer schon elf Spiele andauernden Siegesserie mit einem Torverhältnis von 35:8. Pure Dominanz.
Ganz nebenbei steht der FCB im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen und mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League (3:0 im Hinspiel beim FC Chelsea).

Flick stellt das Kollektiv in den Vordergrund

Für den Meistertrainer selbst sind die beeindruckenden Statistiken kein Grund für Selbstdarstellerei. Er bleibt bescheiden, rückt seine Spieler in den Mittelpunkt: "Für die Entwicklung muss man der Mannschaft einfach ein Riesenkompliment machen. Sie haben voll umgesetzt, was wir vorgegeben haben. Das hat man in jedem Spiel gesehen", schwärmte Flick, der vor einem Jahr laut eigener Aussage noch "irgendwo mit der Familie im Urlaub" war, weil er eine Auszeit genommen hatte, ehe ihn Niko Kovac zum Co-Trainer berief.
"Im Großen und Ganzen haben wir einen sehr erfolgreichen und sehr attraktiven Fußball gespielt und das macht uns als Trainerteam sehr stolz. Da muss ich den Hut vor der Mannschaft ziehen", so Flick. Auch seinen Helfern aus dem Trainerteam gebühre Dank, "weil sie die Spieler da hingebracht haben, dass sie auch schnell wieder fit waren und sich nach den Strapazen erholt haben. Für mich war das einfach ein gelungenes Miteinander. Teamgeist, den man gespürt hat."

Hansi Flick: Sympathieträger weil Teamplayer

Flick ist für seine ruhige, zurückhaltende Art bekannt. Schon als Sidekick von Joachim Löw bei der deutschen Nationalmannschaft war er Sympathieträger. Seine Fähigkeit, Dinge im mitunter hektischen Fußballalltag mit einer ureigenen Gelassenheit zu lenken, beeindruckt. Flick ist ein Glücksgriff für die Münchner - als Trainer, aber auch als Mensch.
Und als solcher wird er seinen ersten Titel als Chef-Trainer einer Fußballmannschaft begießen: "Hermann Gerland hat schon gesagt: 'Heute trinken wir mal.' Keine Ahnung, was er so trinkt. Es ist auf jeden Fall nicht ganz so mein Ding, aber ich mache es ihm zuliebe."
Hansi Flick ist und bleibt eben ein Teamplayer.
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