FC Bayern | Der Plan hinter Neuers Mega-Forderung

Im Poker um eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern München soll Kapitän Manuel Neuer enorme Gehaltsvorstellungen geäußert haben. Angeblich soll es sich um einen Betrag von rund 20 Millionen Euro brutto Jahresgage handeln. Aus Sicht des Nationalkeepers macht dieses Vorgehen durchaus Sinn. Der 34-Jährige spielt den Ball mit Nachdruck zurück in das Feld des Vereins. Wie reagieren die Bayern-Bosse?

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Manuel Neuer hat einen klaren Plan.
In den Verhandlungen um einen neuen Vertrag beim FC Bayern München will der Torhüter keine Abstriche machen. Der 34-Jährige ist sich seiner Klasse bewusst. Er weiß auch, dass er - nach Ende seines aktuellen Kontrakts am 30. Juni 2021 - problemlos einen neuen Verein finden würde.
Deshalb reizt Neuer in den Gesprächen mit den Bossen des Rekordmeisters seine Forderungen größtmöglich aus. Der Torhüter und sein Berater Thomas Kroth agieren aus einer Position der Stärke heraus.
20 Millionen Euro Brutto-Gehalt pro Jahr für den Keeper soll Kroth in ersten Gesprächen als Voraussetzung für eine Unterschrift seines Klienten darum ins Spiel gebracht haben. Auch von einer Laufzeit von fünf Jahren ist die Rede.

Gespräche stocken, Interessenten sind vorhanden

Bayerns Verantwortliche reagierten angeblich verschnupft. Die - eigentlich als Formsache erwarteten - Gespräche stocken "massiv", wie es der "kicker" ausdrückt. Andere Vereine, wie der FC Chelsea oder Juventus Turin, bringen sich in Stellung.
Neuer kann sich nun in Ruhe zurücklehnen und abwarten, wie der Verein reagiert. Klar ist, dass Rummenigge, Kahn, Salihamidzic und Co. diskutieren werden. Denn Neuers Forderungen haben eine zweite Ebene.
Der Torhüter ist über die Entwicklungen rund um seine Person im Klub nicht glücklich.

Nübel-Transfer ist Neuer ein Dorn im Auge

Da wäre beispielsweise die Sache mit der Verpflichtung von Alexander Nübel. Der Schalke-Keeper wurde ablösefrei aus dem Ruhrpott nach München gelotst. Offenbar verbunden mit einer Zusage über eine überschaubare Anzahl an Startelfeinsätzen.
Neuer wehrte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Transfers dagegen. Die Nummer 1 will keine Spiele abgeben. Die Forderung nach fünfjähriger Vertragslaufzeit kommt verbunden mit der Frage, ob er der Vereinsführung eben mehr Wert ist, als sein potentieller Nachfolger.
Denn, wenn Neuer noch fünf Jahre spielt und 20 Millionen Euro verdient, kann Nübel eigentlich nicht zur neuen Nummer 1 aufgebaut werden.
Der neue Bayern-Vorstand Oliver Kahn sagte in "Sport-Bild" passend dazu, dass Torhüter "generell, wie ich auch selbst gezeigt habe, natürlich bis ins hohe Alter spielen können". Allerdings sei es "eine große Herausforderung, das hohe Niveau zu halten".
Die Bayern sitzen also in einer Zwickmühle. Neuer ist eine Kahn-ähnliche Leistungskonservierung nämlich durchaus zuzutrauen.
In der aktuellen Saison spielt Neuer erneut hervorragend. Nur 38 Gegentore in 37 Pflichtspielen kassierte er. 15 Mal hielt er seinen Kasten sauber, rettete dem Verein mit so mancher Parade wichtige Punkte. Der Torhüter ist Kapitän, trägt Verantwortung und geht voran.
Das Team steht hinter ihm. Neuer ist in der Mannschaft extrem beliebt und bei den Fans mittlerweile mehr als anerkannt. Zudem versicherten ihm die Klubbosse in diversen Gesprächen, dass sie ihn halten wollen.
All das möchte der 34-Jährige nun durch einen letzten großen Vertrag gewürdigt wissen.
Der Ball liegt im Feld des Rekordmeisters. Die interessante Frage lautet: Wie spielt man ihn zurück? Auch in Anbetracht dessen, dass Neuer neben Thomas Müller mittlerweile als Identifikationsfigur des "Mia san mia"-Klubs gilt.
Müller hat in dieser Woche bereits einen neuen Vertrag bis 2023 unterschrieben - ebenso wie Trainer Hansi Flick. Neben Neuer laufen noch bei David Alaba, Jérôme Boateng, Javi Martinez, Thiago und Sven Ulreich die Verträge 2021 aus. Es stehen also jede Menge delikate Gespräche an.

Matthäus zählt Neuer an

Bayern-Legende Lothar Matthäus hat mit Neuers Verhandlungsstrategie ein Problem. Der Rekordnationalspieler erwartet vom Torwart ein Entgegenkommen.
Der Kapitän solle "sich vor allem in diesen Zeiten daran erinnern", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne, "dass Dankbarkeit und Wertschätzung keine Einbahnstraßen sind".
Es ist aber davon auszugehen, dass Neuer sich daran erinnert. Er lotet nur aus, wie viel von beidem auf der Gegenseite vorhanden ist.
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